Kerry wirft Bush kolossale Fehler vor

Bush-Konter: Kerry hängt Fähnlein nach dem WindDer demokratische US-Präsidentschaftskandidat John Kerry hat Amtsinhaber George W. Bush kolossale Fehler in der Irak-Politik vorgeworfen, die die USA angreifbarer gemacht hätten. Bush warf Kerry im Gegenzug Widersprüche und Unglaubwürdigkeit in der Irak-Frage zu.

Von ELLEN WULFHORST UND STEVE HOLLAND

New York (rtr). Der demokratische US-Präsidentschaftskandidat John Kerry hat Amtsinhaber George W. Bush kolossale Fehler in der Irak-Politik vorgeworfen, die die USA angreifbarer gemacht hätten. Bush warf Kerry im Gegenzug Widersprüche und Unglaubwürdigkeit in der Irak-Frage zu.

Die US-geführte Invasion des Irak habe die nationale Sicherheit geschwächt, sagte Kerry am Montag in einer Wahlkampfrede an der Universität New York. "Die Irak-Politik des Präsidenten verursacht genau das Problem, das er nach seinen eigenen Worten hatte verhindern wollen", rief er seinen Anhängern zu. "Der Irak wird eine Zuflucht für eine neue Generation von Terroristen, die eines Tages die USA treffen könnten." Vor dem Hintergrund steigender Opferzahlen, der Furcht vor einem Bürgerkrieg und Zweifeln, ob die Wahl im Irak wie geplant im Januar stattfinden kann, hat Kerry den Irak-Konflikt zunehmend in den Mittelpunkt des Wahlkamps gerückt und zum Maßstab für Bushs Amtszeit gemacht.

Kerry wirft Bush "katastrophale Entscheidungen" vor

"Der Präsident hat sich bei jedem Aspekt dieser Unternehmung getäuscht, verschätzt und vertan", sagte Kerry. Er warf Bush "katastrophale Entscheidungen" vor und dass er sich mit Ideologen umgeben habe, die sich durch "starrsinnige Inkompetenz" auszeichneten. Nachdem Kerry in Wählerumfragen zuletzt um mehr als zehn Prozentpunkte hinter Bush zurückgefallen ist, steht er unter Druck, die Gangart seines Wahlkampfes zu verschärfen.

"Der Präsident räumt nun Fehleinschätzungen im Irak ein", sagte der Demokrat. "Doch es waren kolossale Fehler im Urteilsvermögen - und Urteilsvermögen ist es, was wir bei einem Präsidenten brauchen." Kerry warf Bush vor, er habe keine Strategie für den Irak. "Ich habe eine, ich habe sie schon die ganze Zeit." Um internationale Unterstützung für den Irak-Einsatz zu gewinnen, schlug Kerry vor, Bush solle ein Gipfeltreffen der Staats- und Regierungschefs in dieser Woche in New York am Rande der UN-Vollversammlung einberufen. Bush spricht am Dienstag vor den Vereinten Nationen.

Bushs Gegenattacke zielt auf Kerrys "diffuse Signale"

Auf die Rede Kerrys reagierte Bush auf einer Veranstaltung in New Hampshire. "Heute hat mein Gegenspieler wieder nach seiner Schablone gehandelt und sein Fähnlein nach dem Wind gehängt, mit neuen Widersprüchen zu seinen alten Standpunkten", sagte Bush. Er warf seinem Herausforderer vor, in einer heiklen Zeit diffuse Signale zu senden.

"Wir müssen Entschiedenheit und Entschlossenheit zeigen. Diffuse Signale sind die falschen Signale an denFeind, diffuse Signale sind die falschen Signale an das irakische Volk. Diffuse Signale sind die falschen Signale an unsere Verbündeten. Und sie sind die falschen Signale an unsere Truppen im Kampf." Bush verteidigte erneut den Irak-Krieg und sagte, selbst wenn keine Massenvernichtungswaffen im Irak gefunden worden seien, so habe der gestürzte Präsident Saddam Hussein doch den Wunsch und die Fähigkeit gehabt, sie herzustellen. Außerdem sei Saddam in der Lage gewesen, mit Terrororganisation zusammenzuarbeiten. Das sei eine Bedrohung gewesen, "die wir nicht hinnehmen konnten", sagte Bush.

Dossiers: Irak nach dem Krieg und Der Kampf ums Weiße Haus

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