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Berlin Ken Jebsen
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Keb Jebsen: Der Verschwörungsprediger wurde wohl gehackt.

Verschwörungsprediger

Anonymous hackt Webseite von Ken Jebsen - Werden Spendernamen veröffentlicht?

  • VonMirko Schmid
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Ken Jebsen gilt als ein bekannter Protagonist in der Verschwörungsszene. Jetzt fällt seine Webseite wie zuvor schon Attila Hildmann der Operation Tinfoil zum Opfer.

Frankfurt – Ken Jebsen (eigentlich: Kayvan Soufi-Siavash) ist ein ehemaliger Radiojournalist des RBB. Seit seinem Rauswurf im Jahr 2011 verdingt sich der Journalist mit seiner Webseite KenFM vor allem als Verschwörungsprediger. Dabei steht er stets im Verdacht, es mit der Wahrheit nicht ganz genau zu nehmen.

Auf seinem Youtube-Kanal „KenFM“ verbreitete Soufi-Siavash Verschwörungstheorien, einen Quellennachweis für seine Behauptungen blieb er häufig schuldig. Zu seinen Interviewpartnern gehörten zudem der ehemalige FAZ-Redakteur Udo Ulfkotte und der Publizist Jürgen Elsässer, beide gelten als in rechten Kreisen gut vernetzt. Im November 2020 sperrte Youtube seinen Kanal aufgrund von „mehrfachen medizinischen Fehlinformationen“ im Zusammenhang mit der Corona-Pandemie dauerhaft.

Anonymous-Aktivisten hacken Website von Ken Jebsen

Was Kayvan Soufi-Siavash alias Ken Jebsen blieb, das ist seine Website Kenfm.de. Doch auch dort kann sich der ehemalige Waldorfschüler nicht mehr sicher fühlen: Am frühen Abend des 12. Juni 2021 soll die sogenannte „Operation Tinfoil“ aus Kreisen der Anonymous-Bewegung zeitweise einen vollständigen Zugriff auf die Seite erlangt haben – ein Akt des sogenannten „Hacktivismus“.

In Hacker-Kreisen wird von einem „Defacement“ gesprochen, wenn es Angreifern gelingt, die Startseite einer Homepage durch eine Seite zu ersetzen, auf der sich die Eingedrungenen zumeist zu erkennen geben. Oft ist dieses digitale „Bekennerschreiben“ mit einer Botschaft verbunden. So auch im Falle Soufi-Siavash. In der auf Englisch gehaltenen Überschrift heißt es dort: „Diese Domain wurde von Anonymous beschlagnahmt“.

Initiative „Operation Tinfoil“ will Spendernamen aus dem Umfeld von Ken Jebsen erbeutet haben

Darunter folgen, jetzt auf Deutsch, die Botschaften der „Hacktivisten“. Die „Operation Tinfoil“ erklärt dort „die Kendemie für beendet“. Außerdem heißt es: „Liebe KenFM-Weltverbesserer, schön, dass ihr seit vielen Jahren dem geschickten Manipulator und Lügner ‚Ken Jebsen‘ hinterherlauft.“ Dieser, so heißt es dort weiter, habe mit „seinen Lügen und eurer Angst“ viel Geld verdient. Und zwar, so gibt es die „Operation Tinfoil“ an, 36.000 Euro sowie weitere 200.000 Euro in Kryptowährungen.

Es folgt die rhetorische Frage: „Und was hat sich bisher für euch geändert?“ Das Kollektiv liefert die Antwort gleich mit: „Nichts! Außer, dass der Ken bald nicht mehr in Deutschland wohnt und sich mit eurem Geld ein schönes Leben machen wird.“ Damit spielen die Hacker auf den Umstand an, dass Soufi-Siavashs Webseite unter anderem vom Verfassungsschutz in Berlin als Verdachtsfall geführt und beobachtet wird und er mehrfach angedeutet hatte, sich „verfolgt“ zu fühlen.

Das vielleicht interessanteste Detail folgt unter der Zwischenüberschrift „hacked, defaced and dumped“. Die „Hacktivisten“ behaupten dort nämlich, insgesamt 3 GB an Daten, über 30.000 Logindaten (Vornamen, Nachnamen, Passwörter und Mailadressen), Mediendateien sowie Vornamen, Nachnamen und Mailadressen von Spender:innen gesammelt zu haben.

Anonymous: Vor Ken Jebsen fiel bereits Attila Hildmann einer Hackattacke zum Opfer

Ein Umstand, der zu einer ersten Unruhe im Umfeld des „Ken Jebsen“ führt. Das ZDF berichtet von besorgten Stimmen aus einer Telegram-Gruppe für Jebsen-Fans. Ein Nutzer fragt dort: „Wenn Ken eine Erklärung dazu veröffentlicht, kann mir jemand Bescheid geben?“ Denn: „Ich mache mir Sorgen wegen meiner Daten, die über seine Seite abgerufen werden können.“

Ob Anonymous bzw. die „Operation Tinfoil“ tatsächlich im Besitz der Daten ist, ist aktuell noch nicht belegbar. Allerdings weisen Beobachtung verschiedener Medien darauf hin, dass Soufi-Siavashs Webseite wirklich gehackt wurde. Diese sei zwischen 15.04 und 16.38 Uhr am besagten Samstag definitiv nicht erreichbar gewesen, berichtet der Spiegel unter Berufung auf das stiftungsfinanzierte Internet Archive (archive.org), das stichprobenartig Screenshots von Homepages weltweit macht und archiviert.

Name Kayvan Soufi Siavash
PseudonymKen Jebsen
Alter55 Jahre (* 1966)
BerufJournalist

Seit 22.36 sei die Webseite wieder erreichbar gewesen, allerdings zunächst in Form eines rund zwei Wochen alten Backups. Erst seit Sonntag (13. Juni 2021) sei die Webseite wieder vollständig. Kayvan Soufi-Siavash alias „Ken Jebsen“ ist nicht der erste Protagonist aus Kreisen der Verschwörungsmythologien. So fiel im September 2020 bereits die Webseite von Attila Hildmann einem Angriff von „Hacktivisten“ aus dem Anonymous-Umfeld zum Opfer. Damals schrieben die Hacker: „Wir sind das Monster unter deinem Bett. Das Klopfen an deinem Fenster. Die Fratze in der Dunkelheit. Wir vergeben nicht. Wir vergessen nicht.“ (Mirko Schmid)

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