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Kelly Loeffler, republikanische Senatorin des US-Bundesstaates Georgia, kommt während einer Wahlkampfkundgebung auf die Bühne.
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Kelly Loeffler, republikanische Senatorin des US-Bundesstaates Georgia, kommt während einer Wahlkampfkundgebung auf die Bühne.

Schicksalswahl

Kelly Loeffler: Wer ist die republikanische Hoffnung für den Senat aus Georgia?

  • vonSebastian Richter
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Rassismus, QAnon, Coronaprofit – Kelly Loeffler wird für Vieles kritisiert. Doch was macht ihre Überzeugungen aus?

  • Bei der nächsten wichtigen Wahl in den USA tritt auch die umstrittene Kelly Loeffler an.
  • Die Republikanerin wird in der Nähe von Rechtsextremismus, Rassismus und Verschwörungstheorien verortet.
  • Doch wer ist die Frau, durch deren Wahl sich das Schicksal der USA mitentscheiden könnte?

USA – Neben der US-Präsidentschaftswahl 2020 - die zwar entschieden, aber noch nicht bestätigt wurde - fand im November eine zweite demokratische Schlacht an den Wahlurnen statt, die die Zukunft der Vereinigten Staaten entscheiden wird: die Wahlen für den Kongress. Die Zusammensetzung von Repräsentantenhaus und Senat sind von entscheidender Bedeutung, da der daraus gebildete Kongress maßgeblich an der Gesetzgebung in den USA beteiligt ist. Erlangen die Demokraten hier eine Mehrheit, steigen die Chancen von Joe Biden immens, seine Politik durchzusetzen. Seit 2014 haben hier die Republikaner die Mehrheit, doch bei dieser Wahl können sich die Demokraten berechtigte Hoffnung auf einen Sieg machen.

Kongresswahl in den USA: Kopf-an-Kopf-Rennen um die Mehrheit in Georgia

Ein Großteil der Entscheidungen über die 100 Sitze ist bereits getroffen. Und das Ergebnis ist denkbar knapp. Nach den bereits ausgezählten Stimmen halten die Republikaner 50 Sitze, die Demokraten konnten 48 Senator:innen in den Senat bringen. Eine letzte Wahl steht noch aus, bei der Stichwahl im Bundesstaat Georgia werden die letzten beiden Mandate vergeben. Sollten die Demokraten beide für sich entscheiden, herrscht Gleichstand im Senat – und bei Gleichstand entscheidet die designierte Vize-Präsidentin, also die Demokratin Kamala Harris.

Eine der Kandidatinnen bei der Stichwahl in Georgia ist die umstrittene und polarisierende Republikanerin Kelly Loeffler. Loeffler ist neu und unerfahren auf der politischen Bühne. Sie wurde erst vor einem Jahr Teil des Senats, nachdem ihr Vorgänger zurückgetreten war. Zuvor war sie nur in der Kommunalpolitik tätig. Sie sieht sich als unbeirrbare Konservative, bis zum Dezember 2020 stimmte sie immer genau wie Donald Trump ab.

Sie gilt als eine der wohlhabendsten Senatorinnen der Vereinigten Staaten. Allerdings schafft sie es nicht wie ihr Vorbild Trump, diesen Wohlstand in einen politischen Vorteil zu verwandeln. Stattdessen löst sie damit Skandale aus. Ihr wird vorgeworfen, von der Coronavirus-Pandemie profitiert zu haben. Nach einem vertraulichen Briefing des Senats über das Virus verkaufte sie laut dem „Independent“ millionenschwere Aktien von Unternehmen, die durch die Pandemie gefährdet waren – noch bevor das Virus in den USA Auswirkungen zeigte. Gegen Loeffler wurde ermittelt, bestraft wurde sie für ihr Verhalten nicht. Ihrem Ruf hat es dennoch geschadet.

Wahl in Georgia: Kelly Loefflers neue Identität und ihre Nähe zu QAnon

Um nicht einzig für ihren Reichtum und als prinzipienlose Oligarchin zu stehen, suchte sich Loeffler ein neues Image. Es folgte ihr krasser Schwung nach rechts. Ihr Wahlkampf fand neben einer der extremsten Figuren der Republikanischen Partei statt: Marjorie Taylor Greene. Diese sitzt für Georgia im Repräsentantenhaus. Ihre Positionen decken sich zumeist mit denen Loefflers: gegen Abtreibung, für das Recht auf Waffenbesitz, ausländerfeindlich. Allerdings gibt es bei Greene eine weitere Dimension. Sie ist bekannt für ihre Nähe zur QAnon-Verschwörungstheorie, laut der Donald Trump inoffiziell den sogenannten „Deep State“ bekämpft, bei dem – knapp zusammengefasst – satanistische Pädophile durch das Trinken von Gehirn-Hormonen ewig jung bleiben.

Loeffler und Greene führten gemeinsam Wahlkampf. Dabei wurde Kelly Loeffler von der Verschwörungstheoretikerin unterstützt, gemeinsam erschienen sie auf Wahlkampfveranstaltungen. Eine davon für eine rechte Miliztruppe, die mit Sturmgewehren bewaffnet war. Bei einer anderen Veranstaltung lobte Greene Loefflers Kritik an ‚Black Lives Matter‘ :„Was mich bei Kelly beeindruckt hat, ist, dass ich herausgefunden habe, dass sie an viele der gleichen Dinge glaubt wie ich“, sagte Greene während der Veranstaltung laut dem Magazin „politico“.

Marjorie Taylor Greene und die Senatorin Kelly Loeffler bei einer Pressekonferenz im Oktober.

Stichwahl in Georgia: Kelly Loeffler hält am Sieg Donald Trumps fest

Auch durch Angriffe auf ihren direkten Gegenkandidaten Raphael Warnock, den Loeffler als radikal oder sozialistisch bezeichnete, zeigt sie ihre zweifelhaften Überzeugungen. Vielfach wurde ihr Rassismus in ihren Werbespots vorgeworfen. Zum Beispiel ließ sie das Gesicht des Schwarzen Warnock über Aufnahmen von Unruhen und Plünderungen legen und warnte den Zuschauer, dass es in ihrer Kampagne darum ginge, „Amerika vor so etwas zu verteidigen“.

Kelly Loeffler ist dafür bekannt, am Sieg Donald Trumps bei den US-Präsidentschaftswahlen festzuhalten. So soll unter anderem nur durch angeblichen Wahlbetrug durch die Demokraten im Bundesstaat Georgia Joe Biden gewinnen können. Das sollen sich die Bürger:innen nicht gefallen lassen und jetzt die Republikaner in den Senat wählen. Ihre Strategie könnte allerdings nach hinten losgehen. Viele republikanische Wähler haben bereits angekündigt, gar nicht zu einer Wahl zu gehen, die sowieso nur manipuliert wird. Warum sollten sie dann überhaupt noch abstimmen? (Sebastian Richter)

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