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Die Handy-App soll anonym über Infizierte informieren.

App

Kein Pranger

Der Infektionsalarm per Smartphone soll durch ID-Austausch funktionieren.

Die Bundesregierung setzt große Hoffnungen in eine Handy-App zur Nachverfolgung von Corona-Infektionsketten. Die Regierung suche „mit Hochdruck“ mit dem Robert Koch-Institut nach einer Lösung, sagte Vize-Regierungssprecherin Ulrike Demmer am Mittwoch, dem Tag, an dem erste Tests starteten.

Bislang gibt es noch keine fertige Tracking-App, sondern nur ein offenes technisches Konzept namens Pepp-PT, das von einem Team von rund 130 Mitarbeitern aus 17 Instituten, Organisationen und Firmen in Europa entwickelt wurde. Im Gegensatz von Tracking-Apps aus Asien sollen Infizierte nicht an den Pranger gestellt werden. Vielmehr sollen freiwillige Anwender nachträglich alarmiert werden, wenn sie sich in der Nähe eines positiv getesteten Corona-Infizierten aufgehalten haben. Das setzt voraus, dass die infizierte Person das System auch verwendet.

Technisch setzt das Projekt auf die Bluetooth-Technologie. Hat man die App installiert, sendet das Smartphone regelmäßig per Bluetooth eine ID, quasi wie ein kleiner mobiler Leuchtturm. Gleichzeitig lauscht die App auf die ID-Signale der anderen Nutzer, die sich in der Nähe befinden. Befinden sich zwei Anwender in der Reichweite des anderen, tauschen sie ihre IDs aus und speichern sie verschlüsselt lokal ab. Damit unterscheiden sie sich fundamental von den asiatischen Apps, die gleichzeitig auch die GPS-Signale aufzeichnen und das gesamte Datenpaket an staatliche Stellen melden.

Bei einer Annäherung an eine infizierte Person schlägt die App nachträglich Alarm. Der Anwender wird darüber informiert, dass es sich in der Nähe eines infizierten Menschen befunden hat. Mehr erfährt man nicht.

An dem Projekt sind hochrangige wissenschaftliche Einrichtungen beteiligt, darunter alleine drei Fraunhofer Institute, die Technischen Universitäten Berlin und Dresden, die Universität Erfurt, die Schweizer Top-Universität ETH Zürich aber auch staatliche Einrichtungen wie das Robert Koch Institut sowie Technologiefirmen wie Vodafone und Arago. Chris Boos, der Chef des IT-Unternehmens Arago, ist auch Mitglied des Digitalrats der Bundesregierung. Vodafone unterstützte das Projekt bei der Entwicklung der Technologie. (dpa)

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