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Chavez-Anhänger warten darauf, den Körper des verstorbenen Präsidenten Venezuelas zu sehen.
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Chavez-Anhänger warten darauf, den Körper des verstorbenen Präsidenten Venezuelas zu sehen.

Hugo Chavez

Kein Mann für die Ewigkeit

  • Christian Esch
    VonChristian Esch
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Hugo Chavez bleibt wohl das Schicksal erspart, dass Lenin, Mao oder die nordkoreanische Diktatoren-Dynastie Kim ereilte: Die Leiche des Präsidenten von Venezuela kann nicht mehr einbalsamiert werden, sagen Experten.

Der menschliche Körper ist ein verderbliches Gut. Die Erkenntnis ist alt, aber sie muss immer wieder neu verkraftet werden. Am Mittwoch hat der Übergangspräsident von Venezuela, Nicolas Maduro, den beginnenden Verwesungsprozess seines Amtsvorgängers öffentlich angesprochen. Der Leib von Revolutionsführer Hugo Chavez, so sagte Maduro, könne wohl doch nicht einbalsamiert werden.

„Die besten Experten der Welt“ aus Deutschland und aus Russland hätten gesagt, dass es dafür mittlerweile zu spät sei. „Die Entscheidung für eine Einbalsamierung hätte viel früher getroffen werden sollen“, sagte er. „Die Entscheidung, oder vielmehr der Vorschlag, waren Ausfluss der Liebe.“ Nun stelle sich die Konservierung als schwierig und unwahrscheinlich heraus.

Chavez bleibt Maos Schicksal erspart

Das wird kaum jemand überraschen. Chavez starb offiziell am 5. März und liegt seither aufgebahrt. Das erleichtert den Anhängern, Abschied zu nehmen, aber es befördert auch die Verwesung. Bleibt die Frage, wen Maduro mit den „deutschen und russischen“ Experten gemeint hat. Die längste Expertise im Einbalsamieren politischer Führer hat mit Sicherheit das Allrussische Forschungsinstitut für Heil- und Aromapflanzen in Moskau, das sich erfolgreich um die Pflege des toten Revolutionsführers Lenin kümmert.

Das Institut hat offenbar auch über das russische Außenministerium den Venezolanern seine Dienste angeboten, wie die Agentur Interfax erfahren hat. Allerdings ist die Technik, nach der Lenin konserviert wurde – man legte ihn in eine Wanne mit Glyzerin und Kaliumazetat – nicht die neueste und das Institut in „beklagenswertem Zustand“; so jedenfalls sagte es der im Thema versierte prominente TV-Journalist Pawel Lobkow im Moskauer Sender Doschd.

Chavez bleibt nun wohl das Schicksal erspart, dass Lenin, Mao oder die nordkoreanische Diktatoren-Dynastie Kim ereilte. Verehrung kann man ja auch anders beweisen, und außerdem gibt es neben dem Körper noch die Seele, jedenfalls für Nicht-Leninisten. Die von Chavez ist längst im Himmel, hat Maduro gesagt, und auf das Konklave verwiesen. „Wir wissen, dass unser Kommandant in diese Höhen aufgestiegen ist und nun Christus gegenüber steht. Er muss einen Einfluss auf die Wahl eines südamerikanischen Papstes gehabt haben.“

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