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Mit „Pokémon Go“ brachten Nintendo & Co. die alte Geschichte einer neuen Generation näher.
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Mit „Pokémon Go“ brachten Nintendo & Co. die alte Geschichte einer neuen Generation näher.

Pokémon

„Kein Baustein für Vermögensaufbau“

Investmentexperte Grote über Spekulationen mit Pokémon-Sammelkarten

Herr Professor Grote, wie viele Pokémon-Karten besitzen Sie?

Keine, ich glaube, dafür bin ich zu alt. Meine Sammelerfahrung habe ich aber dennoch gemacht: in meiner Jugend, mit Briefmarken. Das hat man ein paar Jahre gemacht und danach das Interesse verloren. In den vergangenen Jahrzehnten hat es einen dramatischen Preisverfall bei Briefmarken gegeben. Von den Sammlern sind viele verstorben, es kam kein Nachwuchs nach. So könnte es mit Pokémon-Karten auch enden.

Wer weiß, es gibt immer weniger Briefmarken zu kaufen – vielleicht sind die irgendwann wieder sehr wertvoll?

Das kann sein, wenn Sie 300 Jahre abwarten können. Oder irgendein beliebter Youtuber auf die Idee kommt, statt Pokémon-Karten künftig Briefmarken zu sammeln. Wer weiß, was dann passiert.

Zur Person

Michael Grote ist Professor für Kapitalmärkte an der Frankfurt School of Finance & Management.

Für einige Pokémon-Karten zahlen Fans sechsstellige Beträge. Eine gigantische Gewinnmarge für Verkäufer. Für einige Leute sind diese Karten also ein Superinvestment …

Natürlich. Das ist wie beim Lotto: Für einige wenige kann das ein sehr gutes Investment sein, aber für die allermeisten ist es das eben nicht. Es gibt da eine starke Verzerrung in der Beobachtung: Es wird halt wahnsinnig viel über die Pokémon-Karte berichtet, die für mehr als 300 000 Euro verkauft wurde – aber nicht über die Millionen Karten, die nur 30 Cents wert sind, oder die gar niemand haben will.

Also halten Sie es aus Investmentgesichtspunkten für falsch, in Sachwerte wie Pokémon-Karten, Wein, Sneaker oder Lego zu investieren?

Wenn sich jemand ein teures, schönes Gemälde kauft und jeden Morgen darauf schaut und sich darüber freut, dann ist das ein gutes Investment. Oder wenn jemand ein Lego-Set kauft und damit spielt und das genießt, dann ist es das auch. Aber es ist ein schönes Hobby. Es ist kein Baustein für einen nachhaltigen Vermögensaufbau oder die Altersvorsorge sein.

Warum nicht?

Weil es hochspekulativ ist, ein Lotteriespiel. Wenn Sie Aktien kaufen, dann halten Sie einen Anteil an einem produktiven Unternehmen. Da steht etwas hinter. Wenn Sie eine Pokémon-Karte oder ein Lego-Set kaufen, dann ist die Wertentwicklung alleine davon abhängig, ob jemand anderes Ihnen das irgendwann abkaufen möchte. Wenn aber in fünf Jahren niemand mehr Pokémon mag oder nur noch ganz wenige Leute, dann bekommen Sie nichts mehr dafür. Die Leute sollten so was also als Spaß und Hobby begreifen, aber nicht als ernsthafte Geldanlage.

Interview: Nina Luttmer

Michael Grote ist Professor für Kapitalmärkte an der Frankfurt School of Finance & Management.

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