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Nach einer Studie planen 42 Prozent der in Deutschland lebenden Türken, in die Türkei zu ziehen (Symbolbild).

Türkische Familien

Kauder beklagt Rollenmuster

"Die Buben werden oft wie kleine Könige erzogen. Wenn sie in ein Umfeld kommen, in dem sie wie alle anderen behandelt werden, sind sie völlig irritiert", sagt Kauder. Deshalb könnte es hilfreich sein, wenn Deutschland an den Grundschulen mehr männliche Erzieher hätte.

München. Der Vorsitzende der Unionsfraktion im Bundestag, Volker Kauder (CDU), hat ein patriarchalisches Rollenmuster in türkischen Familien kritisiert.

"Die Buben in türkischen Familien werden dann oft wie kleine Könige erzogen. Wenn sie in ein Umfeld kommen, in dem sie wie alle anderen behandelt werden, sind sie völlig irritiert", sagte er dem Magazin "Focus". Eine mögliche Folge dieser Erziehung seien Gewaltausbrüche bei den Jugendlichen. "Sie fordern oftmals mit Gewalt eine Vorherrschaft ein, die ihnen von zu Hause aus wie ein natürliches Recht vorkommt."

Laut Kauder könnte es deshalb hilfreich sein, wenn Deutschland "an den Grundschulen mehr männliche Erziehungskompetenz" und "insgesamt mehr Lehrer mit Migrationshintergrund" hätte. Er sprach sich aber gegen einen festen Anteil von Zuwanderern in diesen Funktionen aus. "Quoten-Migranten oder Migranten-Quoten bringen uns nicht weiter", so Kauder. "Ich möchte, dass die jungen Leute automatisch in diese Berufe hineinwachsen. Nur wenn dies selbstverständlich wird, leben wir in einer echten Gemeinschaft." (dpa)

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