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Rainer Maria Woelki hat Fehler im Umgang mit den Missbrauchs-Fällen in der katholischen Kirche zugegeben.
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Rainer Maria Woelki hat Fehler im Umgang mit den Missbrauchs-Fällen in der katholischen Kirche zugegeben.

Missbrauchs-Vorwürfe

Katholische Kirche: Bischof kritisiert Kardinal Woelki wegen Umgang mit Missbrauchs-Vorwürfen

  • Friederike Meier
    vonFriederike Meier
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Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz kritisiert den Kölner Kardinal Woelki für seinen Umgang mit Missbrauchs-Fällen. Dieser gibt eigene Fehler zu.

  • Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz Georg Bätzing hat den Kölner Kardinal Rainer Woelki im Zusammenhang mit der Missbrauchs-Vorwürfe kritisiert.
  • Ein Kirchengremium schrieb in einer Stellungnahme, auch ein Rücktritt dürfe kein Tabu sein.
  • Kardinal Woelki selbst gab Fehler zu.

Köln – Der Kölner Kardinal Rainer Woelki wird nun auch von offizieller Seite für seinen Umgang mit einem Gutachten zu Missbrauchs-Fällen kritisiert. Der Vorsitzende der Deutschen Bischofskonferenz, Georg Bätzing, bemängelte am Donnerstag (04.02.2021): „Die (...) Krise, die entstanden ist, weil das Gutachten nicht jetzt öffentlich ist, die ist nach meiner Ansicht nicht gut gemanagt worden“.

Bätzing, der auch Bischof von Limburg ist, äußerte sich im Rahmen einer Online-Versammlung des katholischen Reformprozesses „Synodaler Weg“. Woelki hält seit Monaten ein Gutachten unter Verschluss, in dem der Umgang von Bistumsverantwortlichen mit Vorwürfen des sexuellen Missbrauchs gegen katholische Priester untersucht wird. Er führt dafür rechtliche Bedenken an. Anfang der Woche hatte sich auch der Kölner Stadtdechant von Woelki distanziert.

Kirchen-Präsidium bringt Rücktritt Kardinal Woelkis ins Spiel

Auch das Präsidium des „Synodalen Wegs“ kritisierte Kardinal Woelki: „Die Vorgänge im Erzbistum Köln um die Bestellung, Nichtveröffentlichung und Neuvergabe von Gutachten haben dazu geführt, dass Viele am Willen kirchlicher Autoritäten zu vorbehaltloser Aufklärung zweifeln“, hieß es in einer Stellungnahme. Der Verlust an Vertrauen könne nur schwer behoben werden. Alle, die in der Kirche Leitung ausübten, müssten dazu bereit sein, gegebenenfalls Konsequenzen zu ziehen. „Dabei kann auch ein Rücktritt kein Tabu sein“, heißt es dort allgemein, allerdings dürfte der Satz auf Kardinal Woelki gemünzt sein.

Woelki selbst gab in der Online-Versammlung erneut Fehler zu: „Ich bin mir schmerzlich bewusst, dass dadurch, wie von uns Aufarbeitung in den vergangenen Monaten erfolgt ist, Vertrauen verloren gegangen ist“, sagt er. Es seien Fehler passiert, für die er die Verantwortung trage.

Woelki verweist auf zweites Gutachten zu Missbrauchs-Fällen in katholischer Kirche

Woelki betonte, dass er für Aufklärung sorgen wolle: „Wir wollen Aufarbeitung und wir wollen es vor allen Dingen für die Betroffenen tun, denn sie haben ein Recht darauf und für sie möchte ich mich einsetzen.“ Es tue ihm leid, dass Betroffene „durch das, was wir hier getan haben“, neuem Leid ausgesetzt seien. Im März soll ein zweites von ihm in Auftrag gegebenes Gutachten veröffentlicht werden. Der von ihm beauftragte Strafrechtler Björn Gercke habe 236 Fälle aus dem Erzbistum Köln untersucht, so der Kardinal.

Der Kardinal steht unter anderem für den Umgang mit einem Missbrauchs-Fall in der katholischen Kirche in der Kritik. So wird dem 2017 gestorbenen Pfarrers O. vorgeworfen, Ende der 1970er Jahre einen Jungen im Kindergartenalter missbraucht zu haben. Nachdem Woelki 2014 Erzbischof von Köln geworden war, entschied er sich, weiter nichts zu unternehmen und den Fall auch nicht nach Rom zu melden. Seine Begründung dafür ist, dass O. aufgrund einer fortgeschrittenen Demenz „nicht vernehmungsfähig“ gewesen sei. 

Bisher war die Kritik an Kardinal Rainer Woelki vor allem von Laien und Laiinnen ausgegangen. So fordert die Online-Petition einer Pfarrgemeinde aus Dormagen im Norden von Köln die Herausgabe des Gutachtens. (Friederike Meier mit dpa, kna)

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