Streit um ZdK-Chef

Katholische Bischöfe verärgern Laien

Die Bischöfe sind gegen die geplante Nachfolge an der Spitze des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Der Einspruch der Bischöfe gegen den Vize-Präsidenten Heinz-Wilhelm Brockmann.

Bonn. Die Bischöfe sind gegen die geplante Nachfolge an der Spitze des Zentralkomitees der deutschen Katholiken (ZdK). Der Einspruch der Bischöfe gegen den Vize-Präsidenten Heinz-Wilhelm Brockmann als Nachfolger von Hans Joachim Meyer sei ein einmaliger und nie dagewesener Vorgang, sagte ZdK-Sprecher Theodor Bolzenius am Donnerstag.

Seiner Ansicht nach muss wegen des Vetos der Bischöfe die Wahl eines neuen ZdK-Präsidenten wohl verschoben werden. Der Nachfolger sollte am kommenden Freitag bestimmt werden.

Der CDU-Politiker Brockmann war der einzige Kandidat für das Amt des obersten katholischen Laien. Gründe für die Ablehnung habe die Bischofskonferenz der ZdK nicht mitgeteilt, sagte Bolzenius. Die Bischöfe teilten mit, niemand werde sich öffentlich äußern.

Brockmann, der seit acht Jahren ZdK-Vizepräsident ist, hatte im Ständigen Rat der Deutschen Bischofskonferenz am Montag nicht die dort erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit erhalten. Der aus Osnabrück stammende Brockmann ist Staatssekretär im hessischen Bildungsministerium. Er gehört zu den Mitbegründern von "Donum Vitae". Der Verein hatte die Schwangeren-Beratung mit Beratungsschein übernommen, nachdem der Vatikan und die deutschen Bischöfe die kirchliche Schwangerenkonfliktberatung eingeschränkt hatten.

Die Wahl und die Kandidatenaufstellung ist Sache des ZdK. Nach den Statuten des ZdK muss ein von der Vollversammlung gewählter Präsident aber durch die Bischöfe bestätigt werden. Üblicherweise wird diese Bestätigung schon vor der Wahl eingeholt. Deshalb hatte das ZdK die Bischöfe auch dieses Mal vorab um Zustimmung gebeten, die überraschend verweigert wurde. Der Bundesvorsitzende des Kolpingwerks, der Bundestagsabgeordnete Thomas Dörflinger (CDU), zeigte sich fassungslos über die Entscheidung der Bischöfe. dpa

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