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Katastrophenwarnung vor Hitze in Großbritannien: Boris Johnson feiert Privatparty auf Luxus-Landsitz

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Von: Sandra Kathe

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Schon während der Corona-Krise stand Boris Johnson wegen deplatzierter Partys in der Kritik. Nun lässt Großbritanniens Premier erneut eine Krisensitzung ausfallen.

London – Während sich England auf einen neuen Hitzerekord vorbereitet und die Regierung des Landes deswegen den Katastrophenfall ausgerufen hat, werfen Kritiker dem baldigen Ex-Regierungschefs in Großbritannien einmal mehr vor, lieber zu feiern als Regierungsverantwortung zu übernehmen. Das berichtete etwa die britische Zeitung Independent.

Während sich einige Minister:innen der britischen Regierung am Samstagnachmittag mit Fachleuten trafen, um darüber zu beratschlagen wie das Land mit den angekündigten Extremtemperaturen über 40 Grad Celsius ab Montag umgehen soll, feierte Boris Johnson mit Familie und Weggefährt:innen eine Art Abschiedsparty auf seinem Landsitz in Chequers. Aus der Downing Street hieß es dazu, dass es nicht ungewöhnlich sei, dass andere Kabinettsmitglieder die Leitung von Krisensitzungen übernähmen.

Zum wiederholten Mal muss Großbritanniens baldiger Ex-Premier für eine Party Schelte und Kritik einstecken.
Zum wiederholten Mal muss Großbritanniens baldiger Ex-Premier für eine Party Schelte und Kritik einstecken. (Archivfoto) © Peter Cziborra/AFP

Kritik an Boris Johnson: Großbritanniens Premier schwänzt Krisensitzung

Das luxuriöse Herrenhaus in der Grafschaft Buckinghamshire dient seit 1921 als offizieller Landsitz der britischen Premiers und steht dem de facto zurückgetretenen Johnson nur noch zur Verfügung bis seine Nachfolgerin oder sein Nachfolger in der konservativen Partei Großbritanniens gefunden ist. Viele von Johnsons Kritiker:innen verstanden die Party entsprechend als eine Art Abschiedsfeier und übten vor allem wegen des fragwürdigen Timings scharfe Kritik am britischen Regierungschef.

Die stellvertretende Chefin der Labour-Partei, Angela Rayner, warf dem Regierungschef vor „sich erneut aus seinem Amt davonzustehlen“, indem er die wichtige Sitzung des Krisenstabs „Cobra“ nicht persönlich besucht habe: „Die Menschen im Land werden nicht glauben, dass diese Zombie-Regierung der Konservativen eine Lösung für die nationale Ausnahmesituation hervorbringen kann, wenn dieses beschämende Regierungsoberhaupt eine Party vorbereitet, während Großbritannien vor Hitze zerfließt“, sagte Rayner vor Pressevertretern.

Die letzten Wochen von Boris Johnson als Premier in Großbritannien: Wahl geht in nächste Runde

Der britische Wetterdienst hat zum ersten Mal in seiner Geschichte eine rote Wetterwarnung wegen Hitze herausgegeben, weil am Montag und Dienstag (18 und 19. Juli) in großen Teilen Englands bis zu 40 Grad Celsius erwartet werden. Der bisherige Temperaturrekord lag bei 38,7 Grad und wurde 2019 in Cambridge gemessen. Die Voraussage fällt in eine Hitzewelle, die seit Tagen auch den Rest Europas vor massive Probleme stellt.

Johnson war Anfang Juli unter massivem Druck aus seiner Fraktion und dem Kabinett vom Amt des Parteichefs zurückgetreten und verbleibt nur noch im Amt bis das nächste Parteioberhaupt bei den konservativen Tories gewählt ist. Dessen Auswahlverfahren geht am Montag in eine weitere Runde, wenn die Fraktionsmitglieder der Partei über die fünf verbliebenen Kandidaten abstimmen. Der oder die Letztplatzierte scheidet dann aus dem Rennen aus. Der Vorgang wird solange fortgesetzt bis nur zwei Kandidaten übrig sind. Die finale Entscheidung fällen dann die Tory-Parteimitglieder. (ska mit dpa)

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