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WM 2022

Fußball-WM 2022 in Katar: Bei Bauarbeiten sterben mehr als 6500 Menschen

In Katar wird 2022 die nächste Fußball-WM stattfinden. Seit der Vergabe vor zehn Jahren sind 6500 Arbeiter aus fünf asiatischen Ländern im Emirat gestorben.

  • Für die Fußball-WM 2022 wird in Katar viel gebaut.
  • Laut Informationen des britischen „Guardian“ sind in den letzten zehn Jahren 6.500 Migranten in Katar gestorben.
  • Für die meisten Todesfälle wird offiziell eine natürliche Todesursache angegeben.

Doha – In Katar sind in den vergangenen zehn Jahren mehr als 6500 Menschen aus fünf asiatischen Ländern gestorben. Das hat eine Recherche des britischen „Guardian“ ergeben. Katar ist das Gastgeberland der Fußball-WM 2022. Diese Entscheidung fiel vor zehn Jahren. Für den Bau von Stadien setzt Katar Gastarbeiter ein.

Bei den Verstorbenen handele es sich um Arbeiter:innen aus Indien, Pakistan, Nepal, Bangladesch und Sri Lanka, meldete das Blatt am Dienstag (23.02.2021). Die Zahlen seien aus Regierungsquellen zusammengetragen worden. Bei 6500 Toten sind somit durchschnittlich 12 Arbeiter pro Woche gestorben. Die tatsächliche Zahl der gestorbenen Migranten, seitdem in Katar die WM-Vergabe gefeiert wurde, sei deutlich höher, da auch aus anderen Ländern Arbeiter in das Emirat kämen, heißt es im „Guardian“ weiter. Neben sieben neuen Fußballstadien werden in Katar unter anderem auch ein neuer Flughafen, Straßen, Hotels und eine ganz neue Stadt für das Endspiel der Fußball-WM gebaut. Projekte, die viele Arbeitskräfte erfordern.

Dem „Guardian“ zufolge wurde bei 69 Prozent der Toten aus Indien, Nepal und Bangladesch eine natürliche Todesursache angegeben. Bei den Gastarbeitern aus Indien seien es 80 Prozent gewesen. Nach Einschätzung der britischen Zeitung ist diese Todesursache häufig auf akutes Herz- oder Lungenversagen zurückzuführen. Der „Guardian“ verweist dabei auf die starke Hitze in Katar während des Sommers. Katars Regierung führt hingegen an, dass in den Sommermonaten die Arbeit unter freiem Himmel in den Mittagsstunden untersagt ist.

2019 eröffnete WM-Gastgeber Katar das Stadion Al-Wakrah. Es ist die erste Arena, die für das Turnier komplett neu gebaut wurde und bietet rund 40000 Fans Platz. Für den Bau der Stadien setzt Katar Gastarbeiter ein.

Regierung in Katar spricht bei 6500 toten Migranten von normaler Rate

Katars Regierungspressestelle erklärte auf Anfrage der dpa, in dem Emirat lebten mehr als 1,4 Millionen Menschen aus den genannten Ländern. Weitere Millionen hätten in den vergangenen zehn Jahren in Katar gelebt und seien in die Heimat zurückgekehrt. Von diesen Millionen Menschen sei ein „kleiner Prozentsatz“ gestorben, heißt es weiter. Die Sterberate liege in einem Bereich, der für diese Größe und diese demografische Zusammensetzung zu erwarten sei.

Die Fußball-WM 2022 war 2010 an das reiche Emirat vergeben worden. Sie ist nicht die einzige internationale Sportveranstaltung, die in Katar stattfindet. Zuletzt ist der FC Bayern München zur FIFA Klub-WM nach Katar geflogen und im März soll ein Beachvolleyball-Turnier dort ausgetragen werden – jedoch haben die deutschen Top-Volleyballerinnen dafür schon abgesagt. Das Land steht international immer wieder wegen der Ausbeutung von Gastarbeitern in der Kritik. Katars Regierung erklärt hingegen, dass sie in den vergangenen Jahren mit Reformen die Lage der Arbeiter deutlich verbessert habe. Auch Menschenrechtler räumen Fortschritte ein, mahnen aber, die Reformen würden unzureichend umgesetzt. (Theresa Ricke mit dpa)

Rubriklistenbild: © Sharil Babu/dpa

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