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Energieminister von Katar erteilt Änderungen Absage: „LGBTQ nicht akzeptabel“

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Von: Katja Thorwarth

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Saad Sherida Al-Kaabi, Energieminister von Katar, und Wirtschaftsminister Robert Habeck reichen sich die Hände.
Saad Sherida Al-Kaabi, Energieminister von Katar, und Wirtschaftsminister Robert Habeck reichen sich die Hände. © Michael Kappeler/dpa

Katar und Deutschland einigen sich in Sachen Gaslieferung. Energieminister Al-Kaabi betont, dass sich der Umgang mit LGBTQ nicht ändern werde.

Doha – Angesichts der Energieknappheit in Deutschland war der grüne Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck bereits im März ins Emirat nach Katar gereist, um eine Energiepartnerschaft zu vereinbaren. Schon seinerzeit hatte Habeck im Vorfeld erklärt, Deutschland könne zur Deckung des Energiebedarfs nicht nur mit Demokratien zusammenarbeiten. Katar als einer der weltweit größten Exporteure von Flüssigerdgas (LNG) soll unter anderem Russland als Gasimporteur ersetzen.

Jetzt, Ende November und während der laufenden Fußball-WM in Katar, ist die Zusammenarbeit in Sachen Flüssiggas mit dem Emirat unter Dach und Fach. Katar wird von 2026 an in größerem Umfang Flüssigerdgas nach Deutschland liefern. Die geplante Menge könnte etwa drei Prozent des deutschen Jahresbedarfs decken. Der Energieriese Qatar Energy unterzeichnete dazu am Dienstag (29. November) ein Abkommen mit dem US-Unternehmen Conoco Phillips, das das Gas nach Brunsbüttel liefern soll. Dort wird aktuell ein Flüssiggasterminal gebaut.

Gaslieferungen aus Katar: Menschenrechtslage im Emirat „nicht akzeptabel“

Der katarische Energieminister Saad Scherida Al-Kaabi betonte im Anschluss an die Verhandlungen die Möglichkeit, Geschäftsbeziehungen weiter auszubauen: „Wir haben gute Beziehungen zu deutschen Unternehmen und zur deutschen Regierung.“  Auf anderer Ebene sind die Beziehungen der beiden Staaten eher angespannt. Vor allem Habeck wird im Emirat wegen seiner scharfen Kritik an der WM mit großen Vorbehalten gesehen. Auch der Auftritt von Innenministerin Nancy Faeser (SPD) mit der „One-Love-Binde“ beim WM-Auftaktspiel der deutschen Nationalmannschaft stieß in Katar auf kritische Reaktionen.

Al-Kaabi hat denn auch bei Springers Bild-TV keinerlei Zweifel aufkommen lassen, dass solcherlei Aktionen wenig beeindrucken. Er erteilte Änderungen im Umgang mit homosexuellen und queeren Menschen in seinem Land eine Absage. „Als Muslime glauben wir daran, dass LGBTQ nicht akzeptabel ist in unserer Religion“, erklärte Al-Kaabi in einem am Dienstag veröffentlichen Interview. „Das islamische Gesetz akzeptiert LGBTQ nicht.“

Katar: Energieminister findet westliche Kritik „nicht akzeptabel“

Internationale Kritik an der Haltung Katars in dieser Frage wies er zurück. „Der Westen will uns das diktieren, was er will“, sagte er. Es werde verlangt, „dass wir als Kataris uns verändern müssen. Dass wir unsere Religion, unseren Glauben ändern müssen.“ Dies sei „nicht akzeptabel“. (ktho/afp)

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