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Arzt-Termin: Kassenärztliche Vereinigung droht mit längeren Wartezeiten

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Von: Moritz Serif

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Die Kassenärztliche Vereinigung warnt vor steigenden Kosten und längerem Warten auf Termine
Die Kassenärztliche Vereinigung warnt vor steigenden Kosten und längerem Warten auf Termine (Archivbild). © Carsten Rehder/dpa/picture alliance

Wegen der Inflation nähmen die Kosten zu, klagt die Kassenärztliche Bundesvereinigung. Ärztinnen und Ärzte werde außerdem das Honorar gekürzt.

Berlin - Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte jüngst angekündigt, die Beiträge zur gesetzlichen Krankenkasse zu erhöhen. Nun hat sich die Kassenärztliche Bundesvereinigung zu Wort gemeldet - und warnt vor längeren Wartezeiten für Termine bei Ärztinnen und Ärzten.

„Die Versicherten müssen sich neben höheren Kassen-Beiträgen auch auf weniger Leistung in Form von längeren Wartezeiten für Arzttermine einstellen“, sagte der Vorstandsvorsitzende der Kassenärztlichen Bundesvereinigung, Andreas Gassen. Wegen der Inflation nähmen die Kosten, höhere Löhne müssten gezahlt werden. Gleichzeitig werde Ärztinnen und Ärzten das Honorar gekürzt.

Länger warten auf den Arzt-Termin? Kassenärztliche Bundesvereinigung warnt

Damit spielt Gassen darauf an, dass die Extra-Vergütung für die Behandlung von neuen Patientinnen und Patienten in Praxen gekürzt werden soll. „Es kann und darf nicht sein, dass am Ende das enorme Engagement der niedergelassenen Ärzte bestraft wird, Neupatienten zusätzliche Termine anzubieten, so wie es die Politik auch gewollt hatte“, sagte der Vorstandsvorsitzende.

Doris Pfeiffer, Vorstandsvorsitzende des Spitzenverbands der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV), ärgerte sich über diese Warnung. Es sei „unglaublich, dass die Ärzteschaft in der politischen Auseinandersetzung um die Höhe ihrer Honorare damit droht, das Behandlungsangebot für kranke Menschen einzuschränken“, sagte sie. Die Zusatzvergütung habe „zu keiner feststellbaren Verbesserung der Versorgung geführt. Deshalb wäre es richtig, diese Zuschläge nun zu streichen.“

Krankenkassen: Karl Lauterbach kündigte Beitragserhöhung an

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hatte Ende Juni Eckpunkte für ein Gesetz zur Stabilisierung der Kassenfinanzen vorgelegt. Damit will die Bundesregierung ein Defizit von 17 Milliarden Euro im kommenden Jahr decken. Unter anderem soll auch der durchschnittliche Zusatzbeitrag um 0,3 Prozentpunkte steigen.

Derzeit liegt der durchschnittliche Zusatzbeitrag bei 1,3 Prozent. Zusammen mit dem allgemeinen Beitragssatz von derzeit 14,6 Prozent und den zusätzlichen 0,3 Prozentpunkten würde sich der Gesamtbetrag auf 16,2 Prozent erhöhen.

Lauterbach: Spahn ist schuld am Krankenkassen-Defizit

Schuld am Defizit bei den Krankenkassen hätten andere - beziehungsweise ein Kollege. „Ich habe dieses Defizit im Wesentlichen geerbt von meinem Vorgänger“, sagte der Politiker mit Blick auf den ehemaligen Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU). Spahn habe teure Leistungserweiterungen umgesetzt und keine Reformen vorgenommen. (mse/dpa)

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