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„Schwerer Herbst“: Lauterbach empfiehlt vierte Corona-Impfung für alle

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Von: Vincent Büssow

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Die Stiko und die EU empfehlen die vierte Corona-Impfung bisher nur bestimmten Gruppen. Gesundheitsminister Karl Lauterbach prescht jetzt vor.

Berlin – Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach empfiehlt auch Menschen unter 60 Jahren eine vierte Impfung gegen das Corona-Virus. Damit geht der SPD-Politiker über die Empfehlungen der EU und der Ständigen Impfkommission (Stiko) hinaus. Grund für seine Empfehlung sei, dass er einen „sehr schweren Herbst“ erwarte, erklärte Lauterbach am Donnerstag (14. Juli) im Spitzengespräch des Spiegel.

Erst am Montag (11. Juli) hatte die EU die zweite Booster-Impfung gegen Corona empfohlen – für über 60-Jährige und besonders anfällige Menschen. Die Stiko in Deutschland ist sogar noch zurückhaltender und empfiehlt die vierte Impfung bisher nur Menschen ab 70 Jahren sowie Risikopatienten, Bewohnerinnen und Bewohner von Pflegeeinrichtungen und Beschäftigte im medizinischen Bereich und in der Pflege. Wenn es nach Lauterbach geht, sollten sich auch Jüngere ein weiteres Mal immunisieren lassen.

Karl Lauterbach: Vierte Corona-Impfung auch für unter 60-Jährige

Die vierte Corona-Impfung für unter 60-Jährige sei sinnvoll, „wenn jemand den Sommer genießen will und kein Risiko eingehen will zu erkranken“, sagte der für Vorsicht bekannte Gesundheitsminister gegenüber dem Spiegel. „Dann hat man einfach eine ganz andere Sicherheit“, sagte er angesichts der nach wie vor hohen Infektionszahlen. Das Risiko, an Long Covid zu erkranken sowie sich überhaupt erst zu infizieren, sei „für ein paar Monate“ deutlich reduziert. Die Maßnahme müsse natürlich mit dem Hausarzt abgesprochen werden, so Lauterbach.

Lauterbach auf einer Pressekonferenz zur Corona-Lage
Die Corona-Pandemie hat Karl Lauterbach zum Amt des Gesundheitsministers verholfen. Jetzt empfiehlt er auch unter 60-Jährigen die vierte Impfung. (Archivbild) © Michael Kappeler/dpa

Karl Lauterbach empfiehlt vierte Impfung noch vor Freigabe von Omikron-Impfstoff

Auch Menschen, die auf einen an die Omikron-Variante angepassten Impfstoff warten, empfahl Lauterbach bereits jetzt die vierte Impfung. Das angepasste Vakzin könne auch danach noch genommen werden. Der Gesundheitsminister sagte, dass es Ende August oder Anfang September einen solchen Impfstoff geben könnte, dies hänge aber von der Zulassung ab. Die Hersteller Biontech/Pfizer und Moderna haben beide Impfungen gegen die Omikron-Variante auf den Weg gebracht. Studien zeigen, wie gut die neuen Corona-Impfstoffe wirken.

Lauterbach deutete außerdem an, dass die EU und die Ständige Impfkommission seinem Vorschlag folgen werden. „Die Europäische Kommission ist der Empfehlung, die ich schon seit zwei Monaten ausspreche, gefolgt“, sagte er mit Blick auf die jüngsten Entwicklungen auf EU-Ebene. Der SPD-Minister sei sich zudem ziemlich sicher, dass auch die Stiko bald eine Impfung für Menschen ab 60 Jahren empfehle. (vbu mit AFP)

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