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Kritik an Lauterbach: „Konjunkturprogramm für die Querdenkerbewegung“

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Von: Lucas Maier

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Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) polarisiert häufig. Mit seiner Empfehlung zur Corona-Impfung gerät er erneut ins Kreuzfeuer seiner Kritiker:innen.

Berlin - Mit seinen politischen Vorstößen zu Beginn der Corona-Pandemie hat sich Karl Lauterbach bei vielen Sympathiepunkte eingeheimst. Seit der SPD-Politiker das Amt des Gesundheitsministers innehat, muss er immer wieder Kritik einstecken.

Mit seinen Aussagen zu einer vierten Corona-Impfung dürfte der 59-Jährige einen wunden Punkt getroffen haben, wie die Reaktionen vermuten lassen. Mit seinem Vorstoß eckt er nicht nur bei der Union an, auch die Expert:innen der Ständigen Impfkommission (Stiko) fühlen sich vor den Kopf gestoßen und schießen zurück, wie AFP berichtet.

Corona-Impfung: Für Aussage zu Corona-Booster erntet Lauterbach Kritik

Wer den Sommer 2022 genießen wolle, sollte sich einer vierten Corona-Impfung unterziehen, so die Empfehlung von Karl Lauterbach (SPD) im Interview mit dem Spiegel. Seine Empfehlung richtete der SPD-Politiker explizit auch an Menschen, die jünger sind.

Lauterbach eckt an: Aussage zu Corona-Impfung führt zu herber Kritik.
Lauterbach eckt an: Aussage zu Corona-Impfung führt zu herber Kritik. (Archivbild) © Michael Kappeler/dpa

Die Ständige Impfkommission (Stiko) empfiehlt den zweiten Corona-Booster aktuell nur für Risikogruppen und Menschen, die älter als 70 Jahre sind. Den Vorschlag von Lauterbach wies Thomas Mertens gegenüber derWelt mit den Worten „ich halte es für schlecht, medizinische Empfehlungen unter dem Motto ‚viel hilft viel‘ auszusprechen“ zurück. Mertens ist der Vorsitzende der Stiko.

Von Stiko und Union: Karl Lauterbach mal wieder im Mittelpunkt der Kritik

Doch nicht nur bei den Expert:innen der Kommission geriet Lauterbach ins Kreuzfeuer der Kritik. Aus den Reihen der Union kam ebenfalls kräftiger Gegenwind. „So ein Verhalten ist ein Konjunkturprogramm für die Querdenkerbewegung“, kritisierte der CSU-Politiker Stephan Pilsinger das Vorgehen von Lauterbach gegenüber der Augsburger Allgemeinen.

Der Minister forderte, dass Lauterbach bezüglich der Pandemiebekämpfung besser mit der FDP einig werden solle, als „permanent Corona-Effekthascherei in den Medien zu betreiben“. Zuvor hatte Bundesjustizminister Marco Buschmann (FDP) angekündigt, dass es im zukünftigen Corona-Konzept eine „Form der Maskenpflicht in Innenräumen“ geben werde..

Gesetz zu Corona: Kommen Lauterbachs Vorschläge noch bevor es ausläuft?

Das aktuelle Infektionsschutzgesetz, in welchem die Maßnahmen geregelt werden, gilt in der aktuellen Fassung noch bis zum 23. September 2022. Bis zur Sommerpause wollte Karl Lauterbach laut AFP hierfür Eckpunkte liefern.

Die parlamentarische Sommerpause hat bereits am 2. Juli begonnen. Eine Vorlage vom Gesundheitsminister gibt es bis heute dennoch nicht. Ob Lauterbach noch Eckpunkte vorlegen wird, bleibt abzuwarten. Sollte er diese erst nach der Sommerpause Ende August vorlegen, scheint dies etwas knapp, da das Gesetz bereits im September ausläuft. (Lucas Maier)

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