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Pandemie

Karl Lauterbach über Lockerung der Maskenpflicht: „Völlig falsche Richtung“

  • Alexander Seipp
    VonAlexander Seipp
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Maskenpflicht für Geimpfte lockern, um die Impfbereitschaft anzukurbeln: Dies schlug KV-Chef Heinz vor. Karl Lauterbach hält dies für zu verfrüht.

Berlin – Einkaufen, Busfahren, Arbeiten: und das ohne Maske! Mit diesem Vorschlag war der Chef der Kassenärztlichen Vereinigung (KV) Peter Heinz am Mittwoch (19.05.2021) vorgeprescht. Wenn es nach ihm geht, sollten Geimpfte von der Maskenpflicht befreit werden. „Es muss mehr Anreize zum Impfen geben. Es ergibt doch sachlich keinen Sinn mehr, als zweifach Geimpfter eine Maske zu tragen“, sagte er der Rhein-Zeitung.

Gegen das Coronavirus geimpfte Personen davon zu befreien, steigere ebenfalls den Impfwillen der Bevölkerung, so Heinz. Er vermute, dass aus „Solidaritätsgründen“ die Chance vergeben werde, über eine Impfquote von 60 Prozent hinauszukommen. Er befürchtet, dass mit abnehmendem Interesse am Impfen Ende Juni die Impfquote stagnieren könnte. Dann müsse massiv für das Impfen geworben werden. Weitere Erleichterungen könnten dort helfen.

Maskenpflicht für Geimpfte: Nicht unerhebliches Restrisiko

„Der Vorschlag geht in eine völlig falsche Richtung“, sagte SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach zu dem Vorstoß. Im Gespräch mit dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND) stellte er klar: „Auch vollständig Geimpfte können sich anstecken und selbst auch andere gefährden.“ Hier bestehe ein nicht unerhebliches Restrisiko. Zudem lasse sich eine Maskenpflicht kaum kontrollieren, wenn es Ausnahmen gebe, so Lauterbach.

SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach.

Lauterbach warnte außerdem davor, Geimpfte und Nicht-Geimpfte weiter ungleich zu behandeln. „Die Aufhebung massiver Grundrechtseinschränkungen für Geimpfte ist richtig“, sagte der SPD-Gesundheitsexperte. Milde Eingriffe wie etwa das Maskentragen seien jedoch vertretbar, um eine „Spaltung der Gesellschaft“ zu verhindern, sagte er dem RND.

Grünen-Politiker Dahmen: Maskenpflicht für Geimpfte wichtig zum Schutz vor Mutationen

Auch Grünen-Politiker Janosch Dahmen kritisierte den Vorschlag des KV-Chefs. „Das ist äußerst riskant“, sagte er. Solange keine Niedriginzidenzwerte erreicht seien, erhöhe jeder ungeschützte Kontakt von ungeimpften Menschen mit geimpften Personen die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von neuen Mutationen. Und die könnten zu einem niedrigeren Schutz der Impfstoffe führen.

Das Bundesland Niedersachsen will im Alleingang am Freitag Lockerungen für die Maskenpflicht im Einzelhandel beschließen. Bei einer Inzidenz von unter 35 soll diese dann entfallen, sieht der Gesetzesentwurf vor, berichtet die DPA. Wie bei vorhergehenden Lockerungen könnten andere Bundesländer nachziehen und so den Bund zum Handeln zwingen.

Keine Maskenpflicht für Geimpfte in den USA: Nicht mit Deutschland vergleichbar

Als Vorbild für die Lockerungen könnten die USA dienen. Dort hatte Präsident Joe Biden verkündet, dass vollständig geimpfte Personen nicht nur draußen, sondern auch in Innenräumen keine Maske mehr tragen müssen. Ausnahmen gelten nur für enge Räume, etwa Flugzeuge, Züge, Busse, Krankenhäuser und Flughäfen. Biden hatte die Lockerungen nach dem RND als „Meilenstein“ bezeichnet.

Die Situation in den USA lasse sich jedoch nicht mit der in Deutschland vergleichen, sagte Lauterbach. Dort sei die Impfbereitschaft abgeflacht, in Deutschland gebe es jedoch eine hohe Impfbereitschaft aber hingegen zu wenig Impfdosen. Zusätzliche Anreize sich Impfen zu lassen, würden zum gegenwärtigen Zeitpunkt „gar keinen Sinn“ machen, sagte er dem RND. Dies stellte auch Dahmen klar. „Wir haben in Deutschland noch immer etwa 50 Millionen ungeimpfte Bürgerinnen und Bürger“, sagte er. Es müssten alle Anstrengungen unternommen werden, um die Impfstoffknappheit anzugehen. (als)

Rubriklistenbild: © Kay Nietfeld/dpa

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