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„Sie sind völlig irre!“ Lauterbach zeigt AfD-Politikerin von Storch wegen Beleidigung an

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Von: Moritz Serif

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Karl Lauterbach
Gesundheitsminister Karl Lauterbach soll in einer Bundestagssitzung beleidigt worden sein. © IMAGO/Jean MW

AfD-Politikerin Beatrix von Storch soll Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach beleidigt und ihm den Vogel gezeigt haben. Die Polizei ermittelt.

Berlin – Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) hat die AfD-Politikerin Beatrix von Storch wegen Beleidigung angezeigt. Dem Spiegel liegt die Anzeige vor, die bereits bei der Polizei eingegangen ist. Demnach soll Storch in Richtung des Gesundheitsministers geschaut und Augenkontakt zu ihm gesucht haben.

Anschließend habe sie gesagt: „Sie sind völlig irre!“, dann habe sie Lauterbach den Vogel gezeigt. Zeugen des Vorfalles sind laut Anzeige Bundesverkehrsminister Volker Wissing (FDP) und Annette Kramme, parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Soziales.

Karl Lauterbach von AfD-Politikerin von Storch beleidigt? Polizei prüft Anzeige

In der Bundestagssitzung hatte das Parlament die Änderungen am Infektionsschutzgesetz beschlossen, die der Gesundheitsminister mit Justizminister Marco Buschmann (FDP) ausgehandelt hatte. Immer wieder musste Lauterbach dabei gegen die Zwischenrufe der AfD-Fraktion ankämpfen.

„Ich weiß, dass das schwer zu erklären ist, und es gibt auch Leute, denen werden wir das niemals erklären können, aber darauf verzichten wir. Wir halten zusammen. Wir gehen mit der Wissenschaft“, konterte Lauterbach, der immer wieder Drohungen und Beleidigungen ausgesetzt ist.

SPD-Politiker Lauterbach wird jeden Tag beleidigt und bedroht

„Ich erhalte jeden Tag Beleidigungen, Drohungen, oft auch Morddrohungen. Das geht so weit, dass genau beschrieben wird, auf welche Art und Weise ich zu Schaden kommen oder sterben soll“, erklärte Lauterbach einst in einem Interview. Bedroht werde Lauterbach vor allem in Papierform, doch im Netz ist er bisweilen ebenfalls Freiwild.

„Auch im Netzwerk Telegram, das ich selbst nicht nutze, kursieren Gewaltaufrufe gegen mich. Ich möchte das gar nicht alles lesen. Das Übelste lasse ich routinemäßig durch Mitarbeiter zur Anzeige bringen, meist in Sammelverfahren.“ Lauterbach schlägt der Hass selbst auf offener Straße entgegen. Die Menschen würden zunehmend aggressiver, so sein Gefühl.

Personenschutz begleitet Lauterbach auf Termine

„Deshalb habe ich Personenschutz. Ohne das BKA und teilweise die Landespolizeien wäre ich diesmal nicht in der Lage gewesen, so wie sonst am Wahlkampf teilzunehmen und Bürger zu treffen“, erklärte er weiter. „Zu Terminen oder Ständen komme ich daher in der Regel unangemeldet. Ich habe gelernt, mit der Situation umzugehen.“ (mse)

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