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Corona-Pandemie

Corona-Variante Omikron: Karl Lauterbach prüft kürzere Quarantäne-Dauer

  • Katja Thorwarth
    VonKatja Thorwarth
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Gesundheitsminister Karl Lauterbach ist besorgt über die Dynamik der Ausbreitung der Omikron-Variante. Diese dürfte Auswirkungen auf die Quarantäne-Dauer haben.

Update vom Donnerstag, 30.12.2021, 06.40 Uhr: Die Entwicklung der Corona-Pandemie mit einer befürchteten fünften Welle aufgrund der Omikron-Variante wirft nach Ansicht von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach die Frage nach der Quarantäne-Dauer auf. Es sei „eine etwas andere Situation als wir vor einer Woche gehabt haben“, sagte der SPD-Politiker am Mittwochabend in den ARD- „Tagesthemen“. Man müsse nun überlegen, „was bedeutet das für die Quarantäne-Dauer, was bedeutet das für die Kontaktreduzierungen?“

Hintergrund ist die Sorge, die sich rasch ausbreitende Omikron-Variante könne Teile der kritischen Infrastruktur lahmlegen, wenn zu viele Menschen für längere Zeit in Quarantäne müssten. Betroffen von Personalengpässen könnten insbesondere das Gesundheitswesen, Polizei, Feuerwehr oder Teile der Wirtschaft sein. Lauterbach betonte erneut, dass problematisch sei, dass es aktuell nur Schätzwerte zur Corona-Lage gebe, da Neuinfektionen nur unzureichend erfasst worden seien.
 

Gesundheitsminister Lauterbach will auf die Corona-Variante Omikron besonders reagieren.

Lauterbach warnt: Corona-Inzidenz deutlich höher als angegeben

+++ 16.45 Uhr: Nach Einschätzung von Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) liegt die Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Infektionen zwei bis drei Mal höher als in den derzeitigen Statistiken des Robert Koch-Instituts (RKI) angegeben. Wegen der Feiertage gebe es momentan eine „deutliche Untererfassung“ der Ansteckungsfälle, sagte Lauterbach am Mittwoch (29.12.2021) in Berlin. „Die gegenwärtig ausgewiesene Inzidenz unterschätzt die Gefahr, in der wir uns befinden“, warnte er.

Er rechne mit einer weiteren „deutlichen Steigerung“ sowohl der Gesamt-Inzidenz als auch der Ansteckungsfälle mit der besonders infektiösen Virusvariante Omikron. Es brauche daher neue Schutzmaßnahmen, sagte der Gesundheitsminister. Die derzeit geltenden Maßnahmen „werden nicht reichen, einen deutlichen Anstieg der Omikron-Fälle zu verhindern“.

Sieben-Tage-Inzidenz der Corona-Infektionen: Lauterbach geht von erheblich höherer Zahl aus

+++ 12.30 Uhr: Die Zahl der an das Robert Koch-Institut übermittelten sicher nachgewiesenen und wahrscheinlichen Omikron-Fälle in Deutschland ist erneut deutlich gestiegen. 13.129 Fälle würden nun der neuen Corona-Variante zugeordnet, 26 Prozent mehr als am Vortag, hieß es am Mittwoch auf einer RKI-Übersichtsseite (Stand: 29. Dezember). Die Zahl bezieht sich auf Fälle im November und Dezember, die meisten Nachweise stammen mit 7632 aus der vergangenen Woche (Vorwoche: 3040). 

Eine Grafik des RKI zur zeitlichen Entwicklung zeigt einen steilen Anstieg der wöchentlich gemeldeten Zahlen in Verbindung mit Omikron. Für die laufende Woche rechnet das RKI mit einer „hohen Anzahl an Neu- und Nachmeldungen“. Die Angaben beziehen sich laut RKI auf Nachweise mittels vollständiger Erbgutanalysen sowie auf labordiagnostischen Verdacht durch variantenspezifische PCR-Tests. In Deutschland wird nur ein kleiner Teil der positiven Proben auf Varianten hin untersucht.

Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach im Dezember 2019. (Archivfoto)

Omikron: Karl Lauterbach warnt vor Fehleinschätzung – RKI nennt Details zu Corona-Lage

Erstmeldung von Mittwoch, 29.12.2021, 07.30 Uhr: Berlin – Angesichts der Weihnachtsfeiertage und der dadurch bedingten Testausfälle und Meldeverzögerungen gestaltet sich die Einschätzung der Corona-Pandemie in Deutschland derzeit als schwierig. Darauf weist nicht nur das Robert Koch-Institut in der täglichen Übermittlung der Fallzahlen hin, sondern auch Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD).

Karl Lauterbach sieht gerade aufgrund der Dynamik der neuen Coronavirus-Variante Omikron diese „in den offiziellen Zahlen nicht zutreffend abgebildet.“ Ursächlich hierfür seien „Testausfälle und Meldeverzögerungen“, sagte der Gesundheitsminister dem Springer-Blatt Bild vom Mittwoch (29.12.2021). Lauterbach befürchtet, dass der Schein der sinkenden Inzidenzen trügt. „Ich beschaffe mir gerade mit dem RKI und zahlreichen Datenquellen aus ganz Deutschland ein Gesamtbild zur Lage.“

Omikron: Corona-Lage in Deutschland bei Variante derzeit unklar

Dies bestätigt das RKI, das wegen der Feiertage unter anderem bei der Weitergabe von Daten auf Verzögerungen hinweist. Außerdem werde weniger getestet, viele Testzentren hatten gar nicht geöffnet, und einige Menschen seien verreist. Der Zeitung zufolge will Karl Lauterbach die Gesundheitsämter dazu bringen, schnell die Kapazitäten für Tests und Kontaktnachverfolgungen wieder hochzufahren. 

Gesundheitsminister Karl Lauterbach warnt vor einer Fehleinschätzung der Corona-Lage. (Archivfoto)

Das Robert Koch-Institut hatte für Dienstag 10.443 Infektionsfälle gemeldet, die auf die Omikron-Variante des Coronavirus zurückgehen. Das entspreche einem Zuwachs von 45 Prozent gegenüber dem Vortag und einem Plus von 3218 Fällen. Das RKI hatte zudem darauf hingewiesen, dass zu der Infrastrukturproblematik viele Menschen im Urlaub und zahlreiche Arztpraxen geschlossen seien.

Corona-Lage: RKI rechnet mit Nachmeldungen

Für die laufende Woche rechnet das Institut mit einer „hohen Anzahl an Neu- und Nachmeldungen“. In Deutschland wird nur ein kleiner Teil der positiven Testproben auf Varianten hin untersucht. Allerdings wiesen bereits mehrere Expert:innen auf die hohe Ansteckungsgefahr hin, die von der Variante ausgeht, darunter auch RKI-Chef Lothar Wieler. „Die Ausbrüche bei Omikron sind beeindruckend. Sehr viele Menschen, die sich mit einem Infizierten in einem Raum befinden, können sich anstecken. Sehr viele werden auch krank“, sagte er kürzlich dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. (ktho/acg/dpa/afp)

Rubriklistenbild: © Omer Messinger/dpa

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