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Karl Lauterbach: Gesundheitsminister, Mediziner und Twitter-Liebhaber

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Von: Luisa Weckesser

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Bundestag. Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbachbei der Plenarsitzung im Deutschen Bundestag am 10. Dezember.
Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) bei der Plenarsitzung im Deutschen Bundestag am 10. Dezember. © Bernd von Jutrczenka/dpa

Der Gesundheitsexperte Karl Lauterbach kommentiert täglich die neusten Entwicklungen der Corona-Pandemie. Jetzt ist er auch Gesundheitsminister.

Frankfurt - Karl Lauterbach ist ein deutscher Mediziner und Gesundheitsökonom. Seit 2001 ist er Mitglied der SPD, seit 2005 Politiker und Abgeordneter im Deutschen Bundestag und seit Dezember 2021 Gesundheitsminister. Häufig stolpert man über seinen Namen, seit die Corona-Pandemie in Deutschland angekommen ist. Er meldet sich regelmäßig über Twitter zu Wort und kommentiert oder kritisiert das aktuelle Corona-Geschehen.

Karl Lauterbach wurde am 21. Februar 1963 in Düren (Nordrhein-Westfalen) geboren und wuchs in Oberzier auf. Sein voller Name mit allen Titeln lautet Prof. Dr. med. Dr. sc. Karl Wilhelm Lauterbach.

Karl Lauterbach: Studium in Aachen und San Antonio

Zunächst studierte Karl Lauterbach Humanmedizin an der RWTH Aachen und an der University of Texas at San Antonio (USA). Im Anschluss war er von 1989 bis 1992 an der Harvard School of Public Health eingeschrieben, wo er 1990 mit einem Master of Public Health (MPH) mit Schwerpunkten Epidemiologie und Health Policy and Management abschloss und 1992 einen Master of Science in Health Policy and Management drauf setzte.

Gefördert von der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung, erlangte er dort 1995 den Abschluss Scientiæ Doctor (Sc.D.).  2010 erhielt Lauterbach die Approbation als Arzt in Deutschland, diese hatte er nach dem Abschluss seines Medizinstudiums zunächst nicht beantragt.

1996 wurde Lauterbach als neu berufener Professor mit der Gründung des Institutes für Gesundheitsökonomie, Medizin und Gesellschaft (IGMG) beauftragt, das Ende Februar 1997 an der Universität zu Köln gegründet wurde. 1998 wurde Lauterbach dort auch Direktor des neu gegründeten Instituts für Gesundheitsökonomie und Klinische Epidemiologie (IGKE), damit war auch seine Berufung als Professor verbunden. Aufgrund seines Bundestagsmandats ist er dort derzeit beurlaubt.

Von der CDU zur SPD - Karl Lauterbachs Weg als Politiker

Lauterbach war früher Mitglied der CDU, seit 2001 ist er aber SPD-Mitglied. Seit 2005 wurde er stets per Direktmandat im Wahlkreis Leverkusen – Köln IV in den Bundestag gewählt. Er war in der 17. Legislaturperiode der Sprecher der Arbeitsgruppe Gesundheit der SPD-Bundestagsfraktion, seine Nachfolgerin wurde Hilde Mattheis.

Von Ende 2013 bis September 2019 war er außerdem stellvertretender Vorsitzender der SPD-Bundestagsfraktion und dort zuständig für die Themen Gesundheit, Bildung und Forschung sowie für Petitionen. Er ist ordentliches Mitglied im Ausschuss für Recht und Verbraucherschutz.

Karl Lauterbach privat: Der Politiker hat fünf Kinder und lebt in Scheidung

Lauterbach heiratete 1996 die Epidemiologin und Ärztin Angela Spelsberg, mit der er vier Kinder hat. Sie lebten ab 2004 getrennt und ließen sich 2010 scheiden. Aus einer anderen Beziehung hat er ein weiteres Kind.

Ein Markenzeichen Lauterbachs war lange Zeit die Fliege, die er seit seiner Zeit als Arzt in den USA anstelle einer Krawatte trug. Die Fliege wird in den USA oft als Erkennungsmerkmal des Arztes auf der Station genutzt, da eine Krawatte aus hygienischen Gründen nicht in Frage kommt. Seit dem Jahr 2020 trägt er überwiegend einen offenen Hemdkragen.

Corona-Pandemie und Twitter: Karl Lauterbach kritisiert beinahe täglich die aktuellen Entscheidungen

Während der Corona-Pandemie tritt Karl Lauterbach oft als Experte vor allem in Talkshows und Fernsehinterviews auf. Im ersten Halbjahr 2020 war er in den Talkshows von ARD und ZDF mit großem Abstand häufigster Gast. Auch im weiteren Verlauf des Jahres war er des Öfteren Gesprächspartner bei Interviews auf Nachrichtensendern wie Welt oder n-tv, ebenso als Gast in Talkshows wie „hart aber fair“ oder bei Markus Lanz.

Lauterbach äußerte dort seine Ansichten zur Pandemie und zu den getroffenen Maßnahmen und warnte früh vor einer zweiten Welle der Pandemie. Er spricht sich für strenge Kontaktbeschränkungen aus und gehört zu den scharfen Kritikern schneller Lockerungen. Lauterbach veröffentlicht auch Twitter-Nachrichten zur Pandemie, oft mehrmals täglich.

Karl Lauterbachs Aufstieg zum Gesundheitsminister

Mit dem Sieg der SPD bei der Bundestagswahl 2021 hat sich auch für Lauterbach einiges geändert. In einer Ampel-Regierung aus SPD, Grünen und FDP unter Bundeskanzler Olaf Scholz ist Lauterbach seit Dezember 2021 der neue Deutsche Bundesminister für Gesundheit. (Luisa Weckesser)

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