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Lauterbach mit Cannabis-Vorstoß: Dem Schwarzmarkt wird der Kampf angesagt

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Von: Lucas Maier

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In Deutschland könnte es bald eine Freigabe von Cannabis geben, zumindest wenn es nach Karl Lauterbach geht. Der SPD-Mann sieht hier eine Chance für den Jugendschutz.

Berlin – Für die einen ist es Feierabendentspannung, für die anderen eine Einstiegsdroge: Der Umgang mit Cannabis in Deutschland ist seit Jahren hochumstritten. Andere EU-Länder wie die Niederlande oder Portugal gehen seit langem anders mit der Pflanze um, als Deutschland. Doch das könnte sich bald ändern.

Die Ampelkoalition hatte sich bereits in ihrem Koalitionsvertrag auf eine Freigabe von Cannabis verständigt. Der Bundesgesundheitsminister Karl Lauterbach verteidigte zuletzt das Vorgehen. „Die Legalisierung ist der Königsweg, den Schwarzmarkt auszutrocknen“, sagte Lauterbach in der ARD-Sendung „Tagesthemen“.

Freigabe von Cannabis: Lauterbach legt Eckpunkte vor

Während der SPD-Politiker in der Freigabe mehr Möglichkeiten für den Jugendschutz sieht, sehen Kinder- und Jugendärzte genau hier das Problem. „Uns als Kinder- und Jugendärzten wäre es lieber, wenn die Cannabislegalisierung nicht kommt“, sagte Thomas Fischbach, der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte gegenüber der Rheinischen Post.

Karl Lauterbach hatte zuletzt die Eckpunkte einer möglichen Freigabe dargelegt. Ob diese mit geltendem EU-Recht vereinbar sind, muss jedoch noch geprüft werden. Der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte sieht die vorgelegten Pläne kritisch. „Sollte die Bundesregierung aber eine Lösung für die europarechtlichen Hürden finden, braucht es zwingend Nachbesserungen der vorgelegten Pläne“, so Fischbach.

Karl Lauterbach (SPD): Cannabis-Pläne sorgen auch für Kritik

Gerade bei jungen Menschen soll Cannabis einen negativen Effekt auf die Entwicklung des Gehirns haben, wie die Kritikerinnen und Kritiker der Freigabe immer wieder betonen. Dafür, dass es keine Weitergabe von legalisiertem Cannabis an Personen unterhalb der vorgeschriebenen Altersgrenze geben soll, sieht Fischbach derzeit keine Lösung.

Cannabis in Deutschland: Lauterbach sieht in der Freigabe eine Waffe gegen den Schwarzmarkt.
Cannabis in Deutschland: Lauterbach sieht in der Freigabe eine Waffe gegen den Schwarzmarkt. (Archivbild) © Kay Nietfeld/dpa

„Regelmäßiger Cannabiskonsum kann bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen irreparable Hirnschäden verursachen, bis hin zu einer dauerhaften Einschränkung der intellektuellen Leistungsfähigkeit und der sozialen Kompetenz“, sagte der Präsident des Berufsverbands der Kinder- und Jugendärzte.

Cannabis in Deutschland: Lauterbach (SPD) sieht in der Freigabe ein Plus für den Jugendschutz

Der Gesundheitsminister Karl Lauterbach sieht in der Freigabe ein Plus für den Jugendschutz. Aktuell würde dieser beim Thema Cannabis versagen, so Lauterbach laut dem Spiegel. „25 Prozent in der Altersgruppe 18 bis 25 haben im letzten Jahr gekifft“, führt der SPD-Mann als Beispiel an.

Gerade der unkontrollierte Schwarzmarkt birgt laut dem Gesundheitsminister erhebliche Gefahren für die Konsumentinnen und Konsumenten. Die Gefahr der Weitergabe im Falle einer Freigabe könnte allerdings nicht gänzlich aus der Welt geschafft werden. Es würden immer „Restrisiken“ bleiben. Neben der reinen Freigabe soll es ebenfalls Aufklärungskampagnen geben, gab Lauterbach zuletzt bei RTL Direct bekannt. „Wir wenden uns an die Kinder, an die Jugendlichen und erklären, wieso der frühe Konsum so schädlich ist, insbesondere wenn das Gehirn noch wächst, kann der Konsum schaden“. (Lucas Maier)

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