1. Startseite
  2. Politik

Karl Lauterbach: Jede Menge offene Baustellen

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Pamela Dörhöfer

Kommentare

Gesundheitsminister Karl Lauterbach.
Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD). © afp

Der Glanz des Gesundheitspolitikers und unermüdlichen Corona-Mahners ist verflogen.

Kein Minister polarisiert wie er: Die einen finden Karl Lauterbach (SPD) großartig, andere nervig – wobei die Zahl seiner Fans parallel zum wachsenden Überdruss an Corona schrumpft. Noch vor einem Jahr hatte die öffentliche Stimmung den in Talkshows allgegenwärtigen Mediziner ins Amt des Gesundheitsministers getragen.

Allerdings ist es Lauterbach seither nicht gelungen, den Schalter vom einzelkämpferischen Experten hin zum Minister umzulegen. Auch hat er sich weiter zu stark auf Corona fixiert, kann nicht ablassen vom ständigen Mahnen, zuletzt vor einer schweren Winterwelle. Dabei sind andere Probleme aktuell drängender, so die katastrophale Situation in den Kinderkliniken, die durch viele Infektionen mit dem Atemwegserreger RSV bei Kleinkindern an ihre Grenzen geraten.

Der als Entschädigung für die Belastungen der Pandemie gedachte Pflegebonus führt zu Ärger, da sich etliche zu Unrecht ausgenommen fühlen. In diesem Konflikt agiert Lauterbach nicht glücklich. Wichtige Reformen sind während der Pandemie liegengeblieben: die der Kliniken, ein Weg aus dem Mangel an Pflegepersonal, die Zukunft der Kranken- und Pflegeversicherung. Auch die Digitalisierung im Gesundheitswesen geht nicht zügig genug voran. Das alles muss der Minister angehen.

Die Kritik an Lauterbach ist oft maßlos. Aber er muss es endlich schaffen, sein Fachwissen in politisches Handeln umzusetzen. Pragmatisch und in Zusammenarbeit mit anderen.

Auch interessant

Kommentare