Kardinal Reinhard Marx
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Kardinal Marx gibt Vorsitz der Bischofskonferenz ab

  • Jakob Maurer
    vonJakob Maurer
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Die katholische Kirche in Deutschland sucht eine neue Führungspersönlichkeit: Kardinal Reinhard Marx zieht sich aufgrund seines hohen Alters zurück – bleibt aber Bischof.

  • Kardinal Marx ist seit 2014 Vorsitzender der Bischofskonferenz
  • Anfang März trifft sich die Bischofskonferenz der katholischen Kirche in Deutschland in Mainz
  • In Mainz will sich Marx nicht zur Wiederwahl stellen

Bonn - Der Münchner Kardinal Reinhard Marx zieht sich nach sechs Jahren vom Vorsitz der katholischen Deutschen Bischofskonferenz zurück. Er stehe für eine zweite Amtszeit nicht zur Verfügung, schrieb Marx in einem am Dienstag (11.2.) veröffentlichten Brief an die Bischofskonferenz. Der 66-Jährige begründete dies mit seinem Alter - am Ende der nächsten sechsjährigen Amtszeit wäre er 72 Jahre alt. 

Die Bischofskonferenz der katholischen Kirche trifft sich vom 2. bis zum 5. März in Mainz zu ihrer Frühjahrsvollversammlung. Ein Programmpunkt ist die turnusmäßige Wahl des Vorsitzenden. „Ich finde, es sollte die jüngere Generation an die Reihe kommen - und vielleicht ist es auch gut, wenn es häufiger einen Wechsel in dieser Aufgabe gibt“, schrieb Kardinal Marx in seinem Brief an die anderen Bischöfe.

Katholische Kirche: Kardinal Marx gibt Vorsitz der Bischofskonferenz ab

„Schon seit einiger Zeit steht das für mich fest“, schreibt Kardinal Marx darin und erklärt: „Meine Überlegung ist, dass ich am Ende einer möglichen zweiten Amtszeit 72 Jahre alt wäre, und dann auch das Ende meiner Aufgabe als Erzbischof von München und Freising nahe sein wird.“ Er habe das Amt gerne ausgeübt, aber alles habe seine Zeit. Zudem argumentiert er: „Und vielleicht ist es auch gut, wenn es häufiger einen Wechsel in dieser Aufgabe gibt.“ 

Kardinal Marx: Treibende Kraft hinter dem Synodalen Weg

Kardinal Marx hatte in seiner bisherigen Amtszeit einige Anstrengungen zur Aufarbeitung des Missbrauchsskandals der deutschen katholischen Kirche unternommen, aktuell läuft dazu der sogenannte Synodale Weg. Marx galt bisher als die treibende Kraft hinter dem Synodalen Weg, dem auf zwei Jahre angelegten Reformprozess der katholischen Kirche in Deutschland. Im Januar eröffnete er die Katholikentagung im Januar mit einem feierlichen Gottesdienst im Frankfurter Kaiserdom St. Bartholomäus.

Konservative Bischöfe kritisieren diesen synodalen Weg allerdings offen, namhaftester Kritiker ist der Kölner Kardinal Rainer Maria Woelki. Kardinal Marx ist seit Februar 2008 Erzbischof von München und Freising. Zuvor war er von 2002 bis 2008 Bischof von Tier. Die Deutsche Bischofskonferenz ist das Führungsgremium der katholischen Kirche in Deutschland. Allerdings kann sie den einzelnen Bischöfen nichts vorschreiben, dementsprechend trat Marx eher als Initiator und Moderator auf. (mit dpa)

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