Berg-Karabach

Karabach-Armenier zünden ihre Häuser an

Teils Zorn über Truppenabzug im Kaukasus.

Nach dem Ende aller Kampfhandlungen in Berg-Karabach im Südkaukasus bekommt Armenien mehr Zeit für den Abzug von Truppen. Das teilte ein Berater von Aserbaidschans Präsident Ilham Aliyev am Sonntag in der Hauptstadt Baku mit. Zudem sicherte er den Schutz christlicher Kirchen und Klöster in den Gebieten der Konfliktregion zu, die nun vom muslimisch geprägten Aserbaidschan kontrolliert werden.

Eigentlich hätte Armenien am Sonntag den Kreis Kelbecer im Nordwesten von Karabach als erste von weiteren Regionen an Aserbaidschan übertragen sollen. Die Frist wurde bis 25. November verlängert. Armenien habe die Verzögerung mit Staus auf der einzigen dafür nutzbaren Straße begründet.

Zuvor gab es Berichte, dass Karabach-Armenier ihre Häuser vor dem Anrücken aserbaidschanischer Truppen verlassen hätten. Einige zündeten ihre Gebäude an. „Wir wollen nicht, dass Aserbaidschaner in unseren Häusern leben“, sagte eine Bewohnerin des Dorfes Charektar. Auf Fotos war zu sehen, wie Menschen mit Hab und Gut ihre Heimat verließen. Selbst Tankstellen wurden demontiert. Das Abkommen sieht die Rückgabe größerer Gebiete an Aserbaidschan vor, die bislang unter Kontrolle Armeniens standen.

Über die Waffenruhe sollen rund 2000 russische Friedenssoldaten wachen. Die meisten von ihnen haben ihre Stellungen bereits bezogen. Die Übereinkunft sieht zudem die Übergabe gefallener Soldaten vor, der bereits begann. Dem armenischen Gesundheitsministerium zufolge wurden bislang die Leichen von mehr als 2300 Getöteten forensisch untersucht. Einige seien noch nicht identifiziert worden. Aserbaidschan machte zunächst keine Angaben zu den Verlusten in den eigenen Reihen. dpa

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