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Nach der Bundestagswahl

Union in der Krise: Söder sieht Scheitern wegen des Kanzlerkandidaten

  • Katja Thorwarth
    VonKatja Thorwarth
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CDU-Chef Armin Laschet kündigt eine personelle Neuaufstellung an. Viele in der Partei mahnen, dass das nicht zu Zerwürfnissen führen dürfe. Alle News im Ticker.

  • Nach der Bundestagswahl 2021 wird für eine neue Regierung sondiert.
  • Es sieht danach aus, dass Jamaika kaum Chancen hat und SPD-Politiker Olaf Scholz neuer Bundeskanzler wird.
  • Doch was wird aus CDU-Chef Armin Laschet - und wer wird sein Nachfolger?

+++ 17.11 Uhr: CSU-Chef Markus Söder sieht die Verantwortung für die Regierungsbildung nun eindeutig bei SPD, Grünen und FDP, nicht bei der Union. „Wir sind nicht nur der dauerhafte Ersatzkandidat. Wenn man eine Entscheidung trifft und auf die Ampel setzt, dann muss man auch die Verantwortung für die Ampel übernehmen. Das können wir nicht auch machen“, sagte der bayerische Minister­präsident am Samstag bei der Landes­versammlung der bayerischen Jungen Union laut dem Redaktions Netzwerk Deutschland (RND).

Aus dem Wahlergebnis lasse sich einfach kein Regierungsauftrag für die Union ableiten, so Söder weiter. Zwar wolle die Union immer regieren, „aber wir dürfen uns in einer solchen Konstellation nicht entkernen. Die Grünen und FDP haben sich anders entschieden. Sie haben entschieden, nicht mehr mit uns weiterzumachen. Sie schließen das aber nicht aus, das ist logisch“, sagte er mit Blick auf ein mögliches Scheitern der Ampelsondierungen. „Wir akzeptieren natürlich, wenn Parteien sich entscheiden, mit wem sie reden. Natürlich stehen wir für jedes Gespräch bereit, aber es war kein weiteres gewollt.“ Und nur „vor der Tür zu warten“ sei schwierig.

Söder: Union soll nicht mehr auf jeden Schnipsel in den Medien reagieren

Die vergangenen Monate seien zwischen CDU und CSU nicht immer einfach gewesen. Er und Armin Laschet kämen aber gut miteinander aus. Dennoch würden Medien nach jeder Wortmeldung immer wieder versuchen, „uns alle gegen­einander in Stellung zu bringen“, so Söder laut RND. Er forderte deshalb, dass man nicht auf jeden Schnipsel in den Medien reagieren solle.

Markus Söder, CSU-Parteivorsitzender und Ministerpräsident von Bayern, winkt auf der Landesversammlung der Jungen Union Bayern.

Für eine kleine Kuriosität am Rande sorgte er mit einem Satz an den Chef der Jungen Union. „Tilman Kuban, du bist für mich heute mal der CDU-Vorsitzende“, sagte er. Und: „An alle Medien: Das ist keine Stichelei.“

Trotz aller Harmoniebekundungen gegenüber Armin Laschet liegt für Söder das Scheitern der Union bei der Bundestagswahl auch bei dem falschen Kanzlerkandidaten: „Am Ende wollten die Deutschen einen anderen Kanzler­kandidaten, als den, den CDU und CSU aufgestellt haben“, so Söder laut RND.

CDU sucht Wege aus der Krise: Angst vor einer Zerreißprobe

Update vom Samstag, 09.10.2021, 7.55 Uhr: Nach dem Desaster bei der Bundestagswahl 2021 diskutiert die CDU weiter über Wege aus der Krise. Vor allem stellt sich die Frage, wie die von CDU-Chef Armin Laschet angekündigte personelle Neuaufstellung der Parteispitze aussehen soll.

Norbert Röttgen warnte jedenfalls davor, den Prozess von oben steuern zu wollen. „Wir brauchen jetzt einen strukturierten, offenen und integrierenden Prozess mit einem klaren Zeitplan“, sagte er der Welt am Sonntag. „Wir müssen aus den gemachten Fehlern lernen. Jeder Versuch, den fairen Wettbewerb um die Zukunft der CDU zu unterbinden und die Neuaufstellung von oben zu steuern, sind nicht geeignet, neues Vertrauen zu begründen.“ Jetzt müsse zügig die Basis zu Wort kommen.

Der Hamburger CDU-Chef Christoph Ploß rief unterdessen mögliche Bewerber um die Nachfolge von Armin Laschet zur Zurückhaltung auf. „Ich warne auch davor, dass jeder Interessent jetzt einfach mal schnell seine Kandidatur erklärt“, sagte er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland. „Wir müssen schauen, dass wir ein starkes Team bilden, das sich aus unseren unterschiedlichen Strömungen zusammensetzt.“ Ploß plädierte dafür, die Parteibasis in die Entscheidung einzubinden.

Norbert Röttgen (rechts) gibt den Mahner. Armin Laschet hat den personelle Neuausrichtung angestoßen.

Krise in der CDU: Markus Söder stellt sich auf die Seite Armin Laschets

+++ 14.25 Uhr: Nach der Ankündigung von CDU-Chef Armin Laschet zur Neuaufstellung der CDU hat CSU-Chef Markus Söder weiterhin eine enge und konstruktive Zusammenarbeit in der Union angekündigt. „Wir nehmen die Entscheidung von Armin Laschet mit großem Respekt zur Kenntnis. Wir werden als CSU weiterhin eng und konstruktiv mit der CDU zusammenarbeiten“, sagte der bayerische Ministerpräsident am Freitag der dpa in München.

Mit Blick auf die laufenden Gespräche zu einer Regierungsbildung von SPD, FDP und Grünen betonte Söder zudem: „Sollten die Sondierungen bei der Ampel scheitern, stehen wir selbstverständlich für weitere Gespräche für Jamaika zur Verfügung.“

CSU-Chef Markus Söder stellt sich auf die Seite von Armin Laschet.

Krise der CDU: Philipp Amthor schaltet sich ein und erklärt sich zum Sprachrohr der Basis

+++ 13.00 Uhr: Der CDU-Bundestagsabgeordnete Philipp Amthor hat nach den Worten von Armin Laschet zu personellen Neuaufstellungen der Union in einem Phoenix-Interview erklärt, dass die Christdemokraten sich bei einer Neuaufstellung der Parteispitze an den Wünschen der Basis orientieren sollten. „Wir müssen schauen, dass wir eine breite Legitimationsbasis bekommen, denn nach all den Entscheidungen der letzten Jahre um den Parteivorsitz, um die Kanzlerkandidatur gibt es an der Parteibasis die berechtigte Erwartung: Hört bitte auch auf unsere Wünsche.“

Inhaltlich sieht Amthor bei der CDU hingegen keine Schwächen. „Ich trete der Erzählung entgegen, dass die CDU mit zu großen inhaltlichen Leerstellen zu kämpfen hätte“, sagte der Politiker. „Wir brauchen den Wunsch und die Haltung zu einer unterscheidbaren und begeisterungsfähigen Politik, in der wir Unterschiede in den Inhalten noch mehr aufzeigen.“

Philipp Amthor (CDU) will, dass der Basis mehr Beachtung geschenkt wird.

Noch-Kanzlerkandidat Armin Laschet hält an Jamaika fest - Merz Nachfolger?

Erstmeldung: Berlin - Noch-CDU-Chef und Noch-Kanzlerkandidat Armin Laschet hat am Donnerstag (07.10.2021) mit der Ankündigung überrascht, einer Neuaufstellung seiner Partei nicht im Weg stehen zu wollen. Dabei sei er zu einem Verzicht auf den Parteivorsitz bereit. Ziel sei, „dass wir mit neuen Persönlichkeiten einen Neuanfang machen“, und weiter sei „die personelle Neuaufstellung der CDU - vom Vorsitzenden über das Präsidium bis hinein in den Bundesvorstand“ zügig anzupacken.

Zügig meint hier wohl einen Parteitag, den Laschet am Montag (11.10.2021) vorschlagen will. Ort und Zeitpunkt seien noch offen. Von Jamaika hat sich der Kanzlerkandidat jedoch noch nicht verabschiedet. Die Union stehe diesbezüglich weiterhin zur Verfügung.

CDU-Vorsitz: Nachfolger von Armin Laschet werden bereits gehandelt

Derweil wird bereits nach einem Laschet-Nachfolger gefahndet. Einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Kantar zufolge würden die Befragten den CDU-Außenpolitiker Norbert Röttgen (32 Prozent) als Laschet-Nachfolge präferieren. Unter den CDU/CSU-Anhängern liegt allerdings Ex-Fraktionschef Friedrich Merz vorn.

49 Prozent halten Merz für den CDU-Vorsitz geeignet. Er liegt damit hier knapp vor Röttgen, der auf 46 Prozent Zustimmung kommt. Gesundheitsminister Jens Spahn erreicht einen Zustimmungswert von 41 Prozent.

Friedrich Merz wird als Laschet-Nachfolger von CDU-Mitgliedern präferiert.

CDU-Chef Armin Laschet. Parteikollegen zollen Respekt

Während die einen über die Nachfolge debattieren, zollen die anderen Armin Laschet Respekt. „Wir brauchen die personelle Erneuerung, wir brauchen aber auch eine inhaltliche Neuaufstellung als Volkspartei“, sagte etwa Wirtschaftsminister Peter Altmaier am späten Donnerstagabend im ZDF bei Markus Lanz. „Und Armin Laschet hat heute den ersten Schritt gemacht.“ Das verdiene „Respekt und Anerkennung“.

Am Freitag Laschet hielt zudem seine letzte Rede als NRW-Ministerpräsident im Bundesrat. Er wechselt in den Bundestag, will aber bis zu dessen konstituierender Sitzung am 26. Oktober Regierungschef bleiben. Nachfolger als Ministerpräsident in Düsseldorf soll Landesverkehrsminister Hendrik Wüst (CDU) werden. (ktho/afp/dpa)

Rubriklistenbild: © Armin Weigel/dpa

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