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Kari Lake: Trumps Kandidatin verliert und tritt bei Midterms nach

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Von: Christian Stör

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Ein Bild aus fröhlicheren Tagen: Kari Lake mit Donald Trump, vor ihrer Niederlage bei den Midterms.
Ein Bild aus fröhlicheren Tagen: Kari Lake mit Donald Trump, vor ihrer Niederlage bei den Midterms. © IMAGO/Christopher Brown

Kari Lake unterliegt bei den Midterms ihrer demokratischen Konkurrentin. Die Trump-Vertraute will das nicht akzeptieren.

Update vom 15.11.2022, 10.24 Uhr: Kari Lake hat ihre Wahl bei den Midterms verloren. Die ehemalige TV-Moderatorin wird nicht die nächste Gouverneurin Arizonas - trotz der Unterstützung Donald Trumps. Auch wenn noch nicht alle Stimmen in dem Bundesstaat ausgezählt sind, steht laut mehrerer US-Medien fest: Katie Hobbs hat das Rennen gewonnen.

Doch Kari Lake wäre keine Kandidatin Donald Trumps, wenn sie eine Wahlniederlage einfach so akzeptieren würde. Via Twitter schrieb sie an ihre Fans und alle, die es hören wollten: „Arizonans know BS when they see it“. (Arizoner erkennen Quatsch, wenn sie ihn sehen). Doch statt Unterstützung ihrer Landsleute bekam Lake vor allem Häme zu hören. Es sei „die beste Konzessionsrede überhaupt“, schrieb beispielhaft eine Twitter-Nutzerin.

Kari Lake bei den Midterms: „Ich werde zu 100 Prozent gewinnen“

Erstmeldung: Phoenix - Kari Lake lässt keinen Zweifel an ihrem Sieg aufkommen. „Ich werde zu 100 Prozent gewinnen“, sagte die 53-Jährige am Donnerstag (10. November) in einem Interview mit dem TV-Sender Fox News. „Ich bin zu 100 Prozent davon überzeugt, dass ich die nächste Gouverneurin von Arizona werde.“ Das Selbstvertrauen hat sie sich wahrscheinlich von ihrem Vorbild Donald Trump abgeguckt, der sie im Wahlkampf vor den Midterms in den USA tatkräftig unterstützt hat.

Ein Blick auf die aktuellen Zahlen zeigt allerdings, dass Lake hinter ihrer demokratischen Gegenspielerin Katie Hobbs zurückliegt. Der Vorsitzende der örtlichen Wahlaufsichtsbehörde, Bill Gates, sprach gegenüber CNN davon, dass das Ergebnis frühestens am 14. November vorliegen werde. Am späten Sonntagabend (13. November) waren 93 Prozent der Stimmen ausgezählt.

Midterms: Wer wird Gouverneurin in Arizona?

Kari Lake (R)Katie Hobbs (D)
49,6 %50,4 %

(Quelle: CNN)

Midterms: Kari Lake schürt Zweifel am Wahlausgang in Arizona

Die Verzögerung bei der Bekanntgabe der Ergebnisse in Arizona aufgrund von Problemen mit den Wahlmaschinen im bevölkerungsreichen Wahlbezirk Maricopa County kommt Lake natürlich gut zupass, um in typischer Trump-Manier Stimmung zu machen. Schon am Wahlabend hatte sie so richtig vom Leder gezogen und davon gesprochen, dass die Wahlleitung in Arizona nur aus „Betrügern, Gaunern, inkompetenten Leuten und Propagandisten“ bestehe. In den Tagen nach der Wahl machte Lake dann die Runde durch die rechten Medien und bezeichnete die Verantwortlichen rundheraus als „Schwachköpfe“.

„Wir werden das gewinnen“, verkündete sie schließlich trotzig in der „The Charlie Kirk Show“, um dann den Demokraten noch klarzumachen, wer in Arizona das Sagen hat: „Und es gibt verdammt noch mal nichts, was sie dagegen tun können.“ Die Antwort ihrer Rivalin fiel entsprechend aus: „Diese Wahl wird von den Wahlberechtigten bestimmt, nicht von der Lautstärke, mit der eine verwirrte ehemalige Fernsehjournalistin Verschwörungstheorien rausschreien kann“, schrieb Katie Hobbs auf Twitter.

Midterms in den USA: Kari Lake ist glühende Anhängerin von Donald Trump

Kari Lake, die zehn Jahre lang als Moderatorin bei Fox 10 News in Phoenix arbeitete, ist eine glühende Anhängerin von Donald Trump. Sie setzt sich gegen das Recht auf Abtreibung ein, will die von Trump angekündigte Mauer zu Mexiko zu Ende bauen und in den Schulen die Aufklärung zu Gender-Themen in den unteren Schulstufen verbieten. Dass sie den Demokraten ganz allgemein eine „dämonische Agenda“ vorwirft, dürfte da nicht weiter verwundern.

Vor allem aber zählt sie auch zu jenen, die Trumps unbegründete Behauptungen stützen, Joe Biden habe die Präsidentschaftswahl 2020 durch massiven Wahlbetrug „gestohlen“. Mit Trumps Hilfe ist sie inzwischen zu einem aufstrebenden Star bei den Republikanern geworden. Insider spekulierten bereits, dass sie 2024 Trumps Vizepräsidentschaftskandidatin werden könnte. „Sie können mich jeden Tag Trump in einem Kleid nennen“, sagte sie bei einer Kundgebung vor den Midterms und machte sich Vergleiche mit dem ehemaligen Präsidenten zu eigen.

Doch vielleicht gereicht Lake ihr Enthusiasmus nach den Midterms zum Nachteil. Immerhin ist Trump nach den relativ schlechten Ergebnissen offenbar nicht mehr der unangefochtene Herrscher bei den Republikanern, die sich gerade selbst zu zerfleischen beginnen. Viele machen Trump für ihre Niederlage verantwortlich, selbst enge Verbündete wenden sich von ihm ab. Und was ist, sollte Lake die Wahl in Arizona tatsächlich verlieren? Dann könnte ihre kometenhafter Aufstieg ein jähes Ende finden. (Christian Stör)

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