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Kanadas Premierminister Trudeau hatte schon vor geraumer Zeit eine neuen  Rahmenplan für die Arktispolitik angekündigt.

Kanada

Kanada, „der wahre Norden“

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Das Land versteht sich als arktische Nation, war treibende Kraft für die Gründung des Arktischen Rates. Nun arbeitet die Regierung Trudeau  an einem neuen Plan für die Region.

Kanada versteht sich als arktische Nation. 40 Prozent des Territoriums liegen in der Arktis. Wenige Länder werden so mit Eis und Schnee assoziiert wie Kanada, auch wenn die meisten Kanadier im Süden des Landes leben, geografisch auf dem gleichen Breitengrad wie die Mitteleuropäer. Die Nationalhymne feiert Kanada als „The true North strong and free“, den „wahren Norden, stark und frei“, und die Regierung erklärt, die Arktis sei „zentral für Kanadas Identität, Wohlstand, Sicherheit, Werte und Interessen“. Aus eigener Anschauung aber kennen nur wenige Kanadier die Arktis. Reisen in den Norden sind sehr teuer.

Unter der früheren konservativen Regierung Stephen Harper war die Arktis eines der wichtigen innenpolitischen Themen. Harper reiste jedes Jahr in den hohen Norden. Mit Klimaschutz hatte er nicht viel im Sinn. Es ging ihm darum, Souveränität und militärische Stärke in der Arktis zu unterstreichen. Die liberale Regierung von Justin Trudeau betont zwar auch die Bedeutung der Arktis und seiner indigenen Bevölkerung, sie ist aber nicht so medienwirksam präsent.

Ende 2016 kündigte Trudeau eine neuen sogenannten Rahmenplan für die Arktispolitik an. Ob das Konzept noch vor der Wahl am 21. Oktober veröffentlicht werden wird, ist unklar. Der Plan wird gemeinsam mit den Regierungen der drei Arktisterritorien (Yukon, Nordwest-Territorien und Nunavut) ausgearbeitet. Dabei sind auch die indigenen Völker des Nordens.

Es geht der Regierung dabei um die Stärkung der arktischen Infrastruktur und der dortigen Gemeinden, eine nachhaltige wirtschaftliche Entwicklung und die Arktis als geopolitischen Raum. Aber auch um Umweltschutz und Biodiversität. Dabei will man sich traditionelle indigene Kenntnisse zunutze machen.

Kanada war Mitte der 1990er Jahre treibende Kraft bei der Gründung des Arktischen Rats der acht Staaten des Nordpolarraums. Dieser wurde im Jahr 1996 in der kanadischen Hauptstadt Ottawa gegründet.

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