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„Akt des Massenmordes“

Kanada: Rechtsextremer Angriff auf muslimische Familie - vier Tote

  • VonJan Lucas Frenger
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In der Provinz Ontario in Kanada tötet ein Mann bei einem rechtsextremistisch motivierten Angriff vier Mitglieder einer muslimischen Familie.

London/Ontario – Kanada wird zurzeit von einem entsetzlichen Verbrechen erschüttert. Ein Mann tötete bei einem gezielten Angriff mit seinem Auto vier Mitglieder einer muslimischen Familie in der Provinz Ontario. Der 20-Jährige habe die Menschen nach ersten Erkenntnissen am Sonntagabend (06.06.2021) gezielt mit einem Pickup-Truck überfahren, erklärte die Polizei am Montag (07.06.2021). Ein neunjähriger Junge überlebte den Angriff schwer verletzt. Kanadas Premierminister Justin Trudeau äußerte sich „entsetzt“ über die offenbar rassistisch motivierte Tat.

Die Opfer waren am Sonntagabend zu Fuß auf einem Bürgersteig unterwegs, als der Angreifer mit seinem schwarzen Pickup-Truck die Bordsteinschwelle hochfuhr und sie überfuhr. Polizeisprecher Paul Weight sagte am Montag, „es gebe Hinweise, dass dies eine geplante und durch Hass motivierte Tat war“. Die Ermittler seien demnach überzeugt, „dass diese Opfer angegriffen wurden, weil sie Muslime waren“.

Kanada: Vier Tote bei rechtsextremem Anschlag

Laut dem Polizeisprecher wurde der 20-jährige vermeintliche Mörder in der Stadt London festgenommen – sieben Kilometer vom Tatort entfernt. Gegen ihn wird nun wegen vierfachen Mordes und Mordversuchs ermittelt – auch eine Anklage wegen Terrorismus stehe im Raum.

Nach Informationen der Stadtverwaltung handelt es sich bei den Opfern um zwei Frauen im Alter von 74 und 44 Jahren, einen 46-jährigen Mann und ein 15 Jahre altes Mädchen - drei Generationen einer Familie. Ein Junge im Alter von neun Jahren überlebte den Angriff – wenn auch schwer verletzt. Londons Bürgermeister Ed Holder sprach von einem „Akt des Massenmordes“, der seine Wurzeln in „unsäglichem Hass“ habe.

Die Anteilnahme für die Opfer einer rassistischen Attacke auf eine fünfköpfige muslimische Familie in Kanada ist groß.

Kanadas Premierminister Trudeau: Kein Platz für Islamophobie

Auch Kanadas Regierungschef Justin Trudeau sprach den Angehörigen sein Mitgefühl aus. Kanada stehe an der Seite der muslimischen Gemeinschaft in London und ganz Kanada, fügte er hinzu. „Islamophobie hat keinen Platz in irgendeiner unserer Gemeinschaften. Dieser Hass ist heimtückisch und verachtenswert - und er muss aufhören“, teilte Trudeau via Twitter mit.

Der kanadische Rat der Muslime äußerte sich ebenfalls „mehr als entsetzt“ über den abscheulichen Angriff. „Das ist eine terroristische Attacke auf kanadischem Boden und muss als solche behandelt werden“, sagte Ratspräsident Mustafa Farooq. Ontarios Regierungschef Doug Ford erklärte, für „Hass und Islamophobie“ gebe es keinen Platz in dem Bundesstaat. „Diese abscheulichen Gewalttaten müssen aufhören.“

Gewalltaten in Kanada: „Terroristische Attacke“

Die Tat von London weckt böse Erinnerungen an die Amokfahrt eines Mannes im April 2018 in Toronto. Dieser war mit einem Lieferwagen ebenfalls auf einen Gehweg im Zentrum der Stadt gefahren – bei dem Anschlag kamen acht Frauen und zwei Männer im Alter zwischen 22 und 94 Jahren ums Leben – 16 weitere Menschen wurden verletzt. Der 28-Jährige wurde im März wegen Mordes schuldig gesprochen, das Strafmaß soll Anfang 2022 verkündet werden.

Bereits in der Vergangenheit ist es in Kanada zu rechtsextremen Anschlägen auf Muslime gekommen. Anfang 2017 sorgte der Anschlag auf eine Moschee in Québec weltweit für Fassungslosigkeit. Insgesamt sechs Gläubige Muslime wurden bei dem rassistischen Attentat vom damaligen Politikstudent Alexandre Bissonnette erschossen – mehr als 30 Menschen verletzt, einige von ihnen sogar lebensgefährlich. Bissonnette wurde zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. (Jan Lucas Frenger, afp)

Rubriklistenbild: © Brett Gundlock/dpa

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