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Prigoschin wird zum ernsten Problem für Putin

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Von: Vincent Büssow

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Jewgeni Prigoschin fordert Anerkennung für die Erfolge der Wagner-Gruppe im Ukraine-Krieg. Doch Putin hat offenbar andere Pläne.

Moskau – Es ist nicht lange her, da wurde von der Wagner-Gruppe noch als Schattenorganisation gesprochen. Bei Einsätzen in Syrien und auch der Ukraine dementierte Wladimir Putin jede Verbindung zu der paramilitärischen Gruppe. Diese Zeiten sind vorbei. Mittlerweile tritt die Gruppe um Finanzier Jewgeni Prigoschin immer stärker in der Öffentlichkeit auf – und wird dabei zum Problem für Wladimir Putin.

Russlands Erfolge im Ukraine-Krieg: Wagner-Chef fordert Anerkennung

Erst im September 2022 hatte Prigoschin erstmals öffentlich zugegeben, die Wagner-Gruppe im Jahr 2014 gegründet zu haben, berichtete unter anderem die Tagesschau. Seitdem kämpft die Truppe öffentlich im Ukraine-Krieg für Russland, und spielt insbesondere im Kampf um Bachmut eine entscheidende Rolle. Das zumindest behauptet Prigoschin selbst immer wieder. Erst am Donnerstag (19. Januar) teilte er mit, dass seine Soldaten alleinig für die Fortschritte im Süden der Region verantwortlich seien, berichtet das Institute for the Study of War (ISW) aus den USA. Von Putin hingegen kommen andere Töne.

Die Wagner-Gruppe im Ukraine-Krieg im Konflikt mit Putins Plänen

Der Präsident von Russland achtete zuletzt verstärkt darauf, jegliche militärischen Erfolge im Ukraine-Krieg dem russischen Verteidigungsministerium zuzuschreiben. Die US-Denkfabrik ISW sieht darin einen Versuch, die Rolle von Prigoschin kleinzureden. Putins Ziel sei es dabei wahrscheinlich, sich auf eine erneute Professionalisierung des russischen Militärs zu konzentrieren, möglicherweise als Reaktion auf die geringen Erfolge in der Ukraine.

Jewgeni Prigoschin. Aufnahme vom 10. März 2017.
Der Finanzier der Wagner-Gruppe, Jewgeni Prigoschin, widerspricht immer öfter Putins Darstellungen über die Ereignisse im Ukraine-Krieg. (Archivbild) © Mikhail Metzel/imago

In diesem Kampf um die Informationshoheit setzt Prigoschin mittlerweile vermehrt auf Legitimität. Erst vor Kurzem ließ er die Wagner-Gruppe als Aktiengesellschaft in Russland eintragen. Seine Truppe besteht mittlerweile aus über 50.000 Kämpfern, berichtete das britische Verteidigungsministerium am Freitag auf Twitter. Der Kreml hatte eine Kluft zur Söldnertruppe zuletzt dementiert. Gleichzeitig hat Putin dem ISW zufolge allerdings damit begonnen, prominente Gegner des Söldner-Finanziers zu fördern. Langfristig könnte sich ein Konflikt dieser Art auch auf die Ereignisse an der ukrainischen Front auswirken – und das nicht zugunsten Russlands. (vbu)

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