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Kinder u8nd Jugendliche sollen besser vor sexuellem Missbrauch geschützt werden.
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Kinder u8nd Jugendliche sollen besser vor sexuellem Missbrauch geschützt werden.

Sexualisierte Kinderfotos

Kampf gegen Grauzonen im Internet

  • VonMira Gajevic
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Ein neues Netzwerk von Jugendschützern, Präventionsforschern und Providern kämpft gegen sexualisierte Kinderfotos im Internet. Ein Partner des Netzwerks ist die Suchmaschine Google.

Es ist keine Kinderpornografie, doch die Fotos sind verstörend: Fünfjährige Mädchen in String-Tangas und transparenten Blusen, geschminkt und lasziv in Szene gesetzt, kleine Jungen in aufreizender Körperhaltung, die Kamera auf das Genital fokussiert. Die Posing-Fotos sollen die sexuelle Fantasie des Betrachters ansprechen. In Deutschland ist Herstellung, Vertrieb und Konsum zwar verboten. Doch anders als kinderpornografische Darstellungen sind sie international bislang noch nicht geächtet. Entsprechend leicht sind die Fotos im Netz zu finden.

Das will ein neues Netzwerk von Jugendschützern, Präventionsforschern und Internet-Anbietern ändern. Ziel des Kompetenzzentrums „Keine Grauzonen im Internet“ ist es, im Internet Abbildungen von Kindern und Jugendlichen in sexuellen Posen aufzuspüren und wirksamer zu bekämpfen. Die Schirmherrschaft für das Projekt hat das Bundesfamilienministerium übernommen. Die vom Zentrum für Kinderschutz im Internet (I-KiZ) koordinierte Plattform soll unter anderem Präventionsprojekte vernetzen und Erfahrungen von Beschwerdestellen auswerten. Ein Partner des Netzwerks ist die Internetsuchmaschine Google.

„Posen-Darstellungen verletzen die Persönlichkeitsrechte von Kindern und sind oft Nährboden noch schlimmerer Formen von Gewalt“, sagte Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig bei der Vorstellung des Projekts. Diese Form des Missbrauchs dürfe man nicht dulden oder verharmlosen. „Wir müssen Kinder im digitalen Raum schützen und dafür sorgen, dass der Markt für solche Bilder kaputt gemacht wird“, so die SPD-Politikerin.

Google platziert Warnhinweise

Google wird künftig im Umfeld von Suchergebnissen Warnhinweise platzieren, wenn der Verdacht einer Suche nach einschlägigem Material besteht. Die Hinweise sollen zum einen Informationen für Kinder, Jugendliche und deren Angehörige enthalten, wo Betroffene Hilfe bekommen und wo Fundstellen gemeldet werden können. Menschen mit pädophiler Neigung werden zum anderen gewarnt, dass Missbrauchsinhalte illegal sind; dazu wird ein Hinweis auf das Präventionsnetzwerk „Kein Täter werden“ angezeigt, in dem Pädophile anonym therapeutische Hilfe bekommen. „Es gibt Dinge, die im Netz keinen Platz haben. Google wendet sich gegen jegliche Darstellung von Kindesmissbrauch. Wir haben da eine Null-Toleranz-Strategie“, sagte Annette Kroeber-Riel von Google. Die Liste mit den Suchbegriffen, die mit den Warnhinweisen verknüpft werden, soll gemeinsam mit den Partnern des Netzwerks fortlaufend ergänzt und erweitert werden.

Schwesig begrüßte, dass der Suchmaschinenbetreiber bei dem Netzwerk mitmacht. Globale Plattformanbieter wie Google seien wichtige Partner, weil sie die Verbreitung von Darstellungen der sexuellen Ausbeutung von Kindern über ihre Dienste wirksam bekämpfen und ihre Auffindbarkeit stark beschränken können.

Auch der Berliner Sexualwissenschaftler und Leiter des Projekts „Kein Täter werden“, Klaus Beier, verspricht sich viel von dem neuen Netzwerk. 75 Prozent der Männer, die zur Charité gekommen seien, hätten Posing-Fotos genutzt, immer noch 60 Prozent explizit erotische Bilder von Kindern oder Jugendlichen, auf denen die Geschlechtsteile zu sehen waren. Bei vielen Tätern fehle das Unrechtsbewusstsein, dass nicht nur die Abbildungen von sexuellem Missbrauch verboten sind, so Bayer. „Die sagen, die Bilder gibt es doch schon, wo soll denn da der Schaden sein.“ Oder sie rechtfertigten sich, dass die Kinder auf den Posing-Bildern fröhlich aussehen, nach dem Motto: „Die wollen das doch auch.“ Nichts könnte falscher sein.

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