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Republikaner schickt an Weihnachten Busse Geflüchteter zu Kamala Harris

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Von: Daniel Dillmann

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Kamala Harris vor ihrem Wohnsitz auf dem Gelände des Naval Observatory in Washington DC. (Archivbild)
Kamala Harris vor ihrem Wohnsitz auf dem Gelände des Naval Observatory in Washington DC. (Archivbild) © JIM WATSON/AFP

Greg Abbot nutzt das Weihnachtsfest für eine politische Posse. Der Gouverneur aus Texas lässt Geflüchtete bei Minusgraden vor dem Wohnsitz von Vizepräsidentin Kamala Harris aussetzen.

Washington DC – Drei Busse voller Geflüchteter sind in der Nacht zu Samstag (24.12.) vor dem Wohnsitz von Kamala Harris in Washington DC (USA) eingetroffen. Die Menschen wurden vor den Toren des „Naval Observatory“, dem offiziellen Wohnsitz der Vizepräsidentin, ausgesetzt. In der US-Hauptstadt herrschen derzeit Temperaturen unter null Grad Celsius.

Um die Menschen kümmerte sich nach Informationen des US-Nachrichtenportal The Hill kurz darauf das „Migranten-Solidaritätsnetzwerk für gegenseitige Hilfe“ in Washington DC. Die Hilfsorganisation habe die Geflüchteten in einer nahe gelegenen Kirche unterbringen können.

Greg Abbot wiederholt politischen Stunt mit Bussen voll Geflüchteter

Verantwortlich für die Aktion ist Greg Abbott, Gouverneur des Bundesstaates Texas und Mitglied der Republikanischen Partei. Das melden übereinstimmend die Nachrichtensender ABS 7 und Fox News. Bereits im September 2022 hatte Abbot zwei Busse aus Texas nach Washington DC geschickt. Auch damals wurden die Menschen vor der Tür von Kamala Harris ausgesetzt. Dem Beispiel Abbotts waren andere Republikaner gefolgt. Auch Floridas Gouverneur Ron DeSantis und sein Amtskollege aus Arizona, Doug Ducey, lockten Geflüchtete, meist aus Süd- und Mittelamerika, unter teils falschen Versprechungen in Busse.

Die Republikaner sehen in den Publicity-Stunts eine Möglichkeit, auf die ihrer Meinung nach katastrophale Lage an der südlichen Außengrenze der USA hinzuweisen. Abbott wandte sich bei seiner Aktion im September direkt an US-Präsident Joe Biden: „Sie und Ihre Administration müssen damit aufhören, die Lüge zu verbreiten, die Grenze sei sicher.“ Der Gouverneur forderte außerdem Unterstützung aus Washington DC, um die illegale Einwanderung in seinen Bundesstaat zu stoppen.

„Busse voll Migranten in der eisigen Kälte abgesetzt“

Hilfsorganisationen wie das genannte „Migranten-Solidaritätsnetzwerk für gegenseitige Hilfe“ schätzen die politischen Manöver dagegen anders ein. „Heute Abend, an Heiligabend, haben die Busse von Gouverneur Abbott Migranten in der eisigen Kälte vorm Haus der Vizepräsidentin abgesetzt“, schrieb das Netzwerk in einem Tweet.

Auf der anderen Seite der Grenze, in Mexiko, droht derweil eine humanitäre Katastrophe. Tausende Migrant:innen harren dort an der Grenze zu den USA aus. Der Wintereinbruch in der Region stellt für die vielen teils schutzlosen Menschen an Weihnachten eine lebensbedrohliche Gefahr dar. (Daniel Dillmann)

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