Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

US-Politik

Kamala Harris zu Migranten: „Kommt nicht in die USA“ - AOC mit heftiger Kritik

  • vonJan Lucas Frenger
    schließen

Die Vizepräsidentin der USA, Kamala Harris, befindet sich auf einer Reise durch Zentralamerika und wählt harte Worte in Richtung aller Migranten. Dafür erntet sie heftige Kritik.

Update vom 8. Juni 2021, 16.03 Uhr: Die Rede von US-Vizepräsidentin Kamala Harris hat heftige Kritik aus den eigenen Reihen hervorgerufen. Als „enttäuschend“ hat Alexandria Ocasio-Cortez, Kongressabgeordnete der Demokratischen Partei von Joe Biden, die Äußerungen von Harris gegenüber Migrant:innen in Guatemala bezeichnet.

In einem Post auf Twitter wies Ocasio-Cortez darauf hin, dass zum einen asylsuchende Menschen an den Grenzen der USA legal seien. Zum anderen haben die USA jahrzehntelang unter anderem zu einer Destabilisierung in Lateinamerika beigetragen. „Wir können nicht jemandes Haus anzünden und ihm dann Vorwürfe machen, dass er flieht“, so Ocasio-Cortez.

US-Vizepräsidentin Kamala Harris zu Gast in Guatemala

Erstmeldung vom Dienstag, 08.06.2021: Guatemala-Stadt – Die US-Regierung strebt zur Eindämmung von Migration eine stärkere Zusammenarbeit mit Guatemala an. Das machte US-Vizepräsidentin Kamala Harris am Montag (07.06.2021) bei ihrem Besuch im zentralamerikanischen Land deutlich. „Der Präsident und ich sind uns einig, unsere gemeinsame Arbeit zur Verwaltung der Migration an Guatemalas südlichen und nördlichen Grenzen fortzuführen“, sagte Harris laut dem News-Portal aljazeera während ihres Besuchs.

Die Kongressabgeordnete der Demokratischen Partei Alexandra Ocasio-Cortez hat die Äußerungen von US-Vizepräsidentin Kamala Harris gegenüber Migrant:innen in Guatemala scharf kritisiert. (Symbolfoto)

Bei einem Treffen mit Staatschef Alejandro Giammattei stand vor allem die Frage nach einer möglichen Ursachen-Bekämpfung für Flucht und Migration durch die USA im Vordergrund. „Die Mehrheit der Leute will ihr Zuhause nicht verlassen“, zitierte die Zeitung „Prensa Libre“ die US-Politikerin. Während einer Pressekonferenz mit dem guatemaltekischen Staatschef betonte Kamala Harris zudem, wie wichtig es sei, Migranten aus Guatemala, El Salvador und Honduras von einer Einreise in die USA abzubringen. „Die USA wird auch weiterhin strikt ihre Gesetze durchsetzen und die Grenzen schützen. Wenn jemand an unsere Grenzen kommt, wird er wieder zurückgeschickt. Kommt nicht hier her“, sagte die Politikerin laut aljazeera in ihrem Statement.

Engagement der USA in Zentralamerika: Spezialeinheit gegen Korruption

Bereits im Rahmen ihrer ersten Auslandsreise vereinbarte Kamala Harris mit Alejandro Giammattei mehrere Kooperationsprojekte zwischen Guatemala und der USA. Inhaltlich soll es dabei vornehmlich um Investitionen zur Stärkung der Wirtschaft, den Kampf gegen Drogen- und Menschenschmuggel sowie gegen Korruption gehen. Die US-Regierung um Präsident Joe Biden will dafür eine Spezialeinheit zur Korruptionsbekämpfung in Zentralamerika schaffen – diese soll dann auch guatemaltekische Staatsanwälte unterstützen. Schon seit Längerem plant Washington zudem ein Milliarden-Programm, mit dem die Wirtschaft in Zentralamerika belebt werden soll.

US-Vizepräsidentin Kamala Harris macht auf ihrer Auslandsreise durch Zentralamerika auch einen Stopp in Guatemala.

Die für Migration zuständige Stelle der guatemaltekischen Bischofskonferenz warf der Regierung von Giammattei anlässlich des Besuchs vor, die Rechte der Migranten nicht zu garantieren. "Guatemala fehlt es an einer Migrationspolitik", erklärten die Bischöfe. "Die Korruption, die Straflosigkeit, der soziale Ausschluss, die Ungerechtigkeit, die Ungleichheit, das Vernachlässigen und das Fehlen von Optionen sind die hauptsächlichen Hindernisse für eine Entwicklung", schrieben sie.

USA: Kamala Harris reist weiter nach Mexiko

Guatemala zählt zu den wichtigsten Durchreiseländern für Migrantinnen und Migranten aus zentralamerikanischen und anderen Staaten. Zusätzlich dazu entscheiden sich auch immer mehr Menschen aus Guatemala selbst, den Weg in die USA anzutreten. Mit Mexiko, Guatemala und Honduras unterstützen bereits drei Länder die Bemühungen der US-Regierung, Menschen auf der Flucht vor Armut und Gewalt von ihrem Weg in den Norden abzuhalten. Im Januar stoppten guatemaltekische Sicherheitskräfte eine Karawane von mehreren Migrantinnen und Migranten, während die mexikanische Regierung tausende Nationalgardisten an der Südgrenze postierte, um die Menschen auf ihrer Reise zu stoppen.

Für die Vizepräsidentin der USA stellte Guatemala jedoch nicht den letzten Punkt ihrer Auslandsreise dar. Am Montagabend reiste Kamala Harris nach Mexiko weiter – dort trifft sie unter anderem auch den mexikanischen Präsidenten Andrés Manuel López Obrador. Nachdem im April kritische Stimmen bezüglich der Asylpolitik der USA laut wurden, setzt die US-Regierung damit nun ein klares Zeichen dafür, die Situation in den zentralamerikanischen Ländern verbessern zu wollen. Das Engagement der US-Regierung spiegele daher laut Harris wider, „welche Priorität Präsident Joe Biden der Region zumessen würde“. „Es ist unser aller Interesse, dass wir in solchen Angelegenheiten zusammenarbeiten“, sagte die Vizepräsidentin laut aljazeera. (Jan Lucas Frenger, epd)

Rubriklistenbild: © Jim West/imago

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare