US-Wahlen

Joe Bidens Geheimplan für die US-Wahl: Wie Kamala Harris Florida gewinnen soll

  • Sophia Lother
    vonSophia Lother
    schließen

Kamala Harris kann für Joe Biden gleich auf mehreren Fronten für Wählerstimmen sorgen und gleichzeitig gegen US-Präsident Donald Trump punkten.

  • Kamala Harris ist die Kandidatin der Demokraten auf den Posten der Vize-Präsidentschaft
  • Als Vize-Kandidatin mit jamaikanischen und indischen Wurzeln kann sie Joe Biden neue Wähler erschließen
  • Und als Bad Cop gegen Donald Trump feuert sie an Bidens Stelle auf Twitter mit schwarfer Munition

Florida - Am 11. August war es in den USA so weit. Der demokratische Präsidentschaftskandidat Joe Biden ernannte seine Vize-Kandidatin. Via Twitter kündigte er sie mit den Worten an: „Es ist mir eine große Ehre zu verkünden, dass ich Kamala Harris ausgewählt habe. Eine unerschrockene Kämpferin für den kleinen Mann und eine der besten Beamtinnen der USA“.

Kamala Harris, die Senatorin von Kalifornien, ist für den Wahlkampf von Joe Biden gleich auf mehrere Arten wichtig.

Biden-Vize Kamala Harris könnte nicht nur beim Rekrutieren von Stimmen eine große Rolle spielen.

Kamala Harris: Herkunft als Ass im Ärmel – Neue Stimmen für Joe Biden

Kamala Harris ist die erste Frau mit sowohl jamaikanischen als auch indischen Wurzeln, die als Vize-Präsidentin nominiert wurde. Ihr Vater ist ein aus Jamaika eingewanderter Wirtschaftsprofessor, ihre Mutter eine indische Krebsforscherin. Damit gelingt es ihr, eine ganz andere Wählerschaft anzusprechen, als Joe Biden. So hat sie es nach Recherchen von „Politico" geschafft, die schwarze, westindische Community (Auch karibisch-amerikanische Community) in Florida für das Team Biden zu begeistern. Eine wichtige Wählergruppe im hart umkämpften und größten Swing State der USA: Florida.

Dass das einen enormen Vorteil darstellt, muss auch die Konkurrenz anerkennen. So sagte Hans Mardy, ein haitisch-amerikanischer, republikanischer Aktivist aus Miami gegenüber „Politico“, dass die Wahl von Kamala Harris durchaus ein vielversprechender Faktor sein könnte. Die jamaikanischen Amerikaner seien außerdem eng mit der Community der haitischen Amerikaner verwoben. Hans weiß auch, dass es Donald Trump bei dieser Wählerschaft extrem schwer haben wird. Denn er hatte neben vielen anderen Ländern auch Haiti als „shithole" bezeichnet.

Kamala Harris: Auf Twitter ist sie Joe Bidens Bad Cop gegen Donald Trump

Auch, dass Kamala Harris unerschrocken und nicht gerade auf den Mund gefallen ist, ist ein enormer Vorteil für Joe Biden. Nachdem Donald Trump ihr kurz nach ihrer Nominierung vorgeworfen hatte „gelogen“ zu haben und „böse" zu sein, schoss sie mit scharfen Worten zurück. Als Bad Cop führt sie auf Twitter den Kampf gegen Donald Trump und verschafft Joe Biden so die Möglichkeit, sich aus der Schlammschlacht weitestgehend herauszuhalten.

„Wir haben einen Präsidenten, der sich mehr um sich sorgt als um die Menschen, die ihn gewählt haben“, wetterte Kamala Harris. Außerdem habe die Corona-Krise die USA deshalb so hart getroffen, „weil Trump es von Anfang an nicht ernst genommen hat“, und „während andere Länder der Wissenschaft folgten, propagierte Trump Wunderarzneien, die er bei Fox News gesehen hat“, kritisierte Harris Donald Trump und den Sender Fox News via Twitter.

Es bleibt allerdings abzuwarten, ob es Kamala Harris auch gelingt, die Wähler längerfristig zu mobilisieren und so einen Unterschied im Rennen um die US-Wahl zu machen. Letzte Umfragen von CNN zeigten, dass der Vorsprung von Joe Biden vor Donald Trump derzeit dahinschmilzt (Von Sophia Lother).

Rubriklistenbild: © picture alliance/Carolyn Kaster/AP/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare