Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Corona-Hilfspaket

Kamala Harris: TV-Interview verärgert Joe Biden

  • Delia Friess
    vonDelia Friess
    schließen

Kamala Harris hat ein TV-Interview gegeben, das bei Joe Biden nicht gut ankam. Der Grund: Sie hat einen wichtigen Demokraten verärgert.

  • Kamala Harris und US-Präsident Joe Biden sollen eine engere Beziehung als Donald Trump und Mike Pence pflegen.
  • Die Vize-Präsidentin der USA setzt aber auch auf ihre eigene Rolle im Weißen Haus.
  • Kritik Bidens: Ein TV-Interview von Kamala Harris könnte das Corona-Hilfsprogramm gefährden.

Washington, D.C. - Hoch sind die Erwartungen an den US-Präsidenten Joe Biden. Donald Trumps Nachfolger im Weißen Haus muss sowohl die Corona-Pandemie als auch die wirtschaftlichen Folgen bewältigen. Laut dem amerikanischen „Centers for Disease Control and Prevention“ sterben dreimal so viele Schwarze Amerikaner:innen wie weiße Amerikaner:innen an dem Coronavirus.

Kamala Harris, Vizepräsidentin der USA, ist die erste Frau und die erste People of Color in diesem Amt. Auch ihr ist es zu verdanken, dass Joe Biden zum US-Präsidenten gewählt worden ist. Bei öffentlichen Auftritten wirken beide in der Sache vereint und zielgerichtet. Dennoch hat Joe Biden eine seiner stärksten Kritiker:innen und eine ehemalige Konkurrentin im Vorwahlkampf der Demokraten zum Running Mate und Vizepräsidentin gemacht. Aber offenbar war dies nicht nur eine taktische Überlegung im Wahlkampf, um auch Wählerstimmen von People of Color zu gewinnen, sondern Biden soll Harris eine Schlüsselrolle in der neuen Regierung zukommen lassen.

Kamala Harris, Vizepräsidentin der USA, spricht während eines Treffens mit demokratischen Abgeordneten im Oval Office in Begleitung von Präsident Biden.

Kamala Harris und Joe Biden: Details aus dem Alltag im Weißen Haus demonstrieren Einigkeit

Nach einem Bericht der „New York Times“ sollen Biden und Harris mehr Zeit miteinander verbringen als ihre Vorgänger Donald Trump und Mike Pence. Der Zeitung zufolge sollen Biden und Harris jeden Morgen gemeinsam mit dem „Daily Briefing“ den Tag beginnen. Donald Trump soll dafür nicht immer Zeit und Interesse bekundet haben. Zudem soll ein wöchentliches gemeinsames Mittagessen von Biden und Harris auf der Agenda stehen.

Bei öffentlichen Auftritten steht Harris stets an der Seite von Joe Biden. Zwar achtet Biden auch darauf von einem „Wir“ in seinen öffentlichen Reden zu sprechen, allerdings soll Harris der „New York Times“ zufolge auch darauf bestehen, dass sie aus dem Hintergrund heraustritt und eigene Punkte auf die Agenda setzt. Sie soll als Vizepräsidentin mehr an Kontur gewinnen wollen. Und auch Biden soll auf die Wichtigkeit seiner Vizepräsidentin, die als Schwarze Frau in diesem Amt, Afroamerikaner:innen, Latinos und Einwander:innen repräsentieren kann, bedacht sein.

Joe Biden: Kamala Harris soll eigene Linie fahren - und kann deshalb für Biden gefährlich werden

Während eines Meetings im Oval Office soll Kamala Harris ihre Positionen bereits mit Nachdruck vertreten haben: So soll die Vizepräsidentin Druck auf Jeffrey D. Zients ausgeübt haben, damit mobile Impf-Stationen auch arme Vororte erreichen. Die Vize-Präsidentin sei ihn hart in einem guten Sinne angegangen, sagte Zients später.

Allerdings soll Biden sich auch darum sorgen, ob Harris nicht zu viel Unordnung in sein Programm bringt. Ende Januar gab Harris unangekündigt einem TV-Sender in West Virginia ein Interview, in dem sie für das Corona-Hilfspaket warb. 1400 Dollar will Joe Biden pro Person der zur Verfügung stellen. Kamala Harris nutzte das Interview in West Virginia, um die Werbetrommel für das Hilfspaket zu rühren. Eine von sieben Familien soll in West Virginia Hunger leiden, jede:r Sechste:r soll die Miete nicht mehr zahlen können, kritisierte Harris im TV. Deshalb hätten sie und US-Präsident Biden das Hilfspaket ausgearbeitet.

Das Interview sorgte für Ärger bei Joe Biden. Der Grund heißt Joe Manchin. Der Demokrat sitzt für West Virginia im US-Senat und gilt als rechts-konservativ. Manchin ist gegen die hohe Summe aus dem Corona-Hilfspaket für die Bürger:innen. Da im Senat derzeit ein Patt von 50:50 herrscht und nur Vizepräsidentin Kamala Harris mit ihrer Stimme für eine Mehrheit sorgen kann, müssen aber alle Demokraten mitziehen. Ohne Joe Manchin kann Joe Biden sein Corona-Hilfspaket nicht durchsetzen.

Kamala Harris, Vizepräsidentin der USA, hört zu, während sie für ihre Rede vor den Mitarbeiter:innen im Außenministerium vorgestellt wird.

Kamala Harris verärgert Demokraten in TV-Interview - Joe Biden besorgt wegen Corona-Hilfspaket

Laut der „Washington Post“ soll das Interview bereits Kamala Harris‘ Positionen für eine eigene Präsidentschaftskandidatur schärfen. Offenbar wollte Harris auch Druck auf Joe Manchin ausüben. Joe Biden scheint jetzt zu befürchten, Joe Manchin verprellt zu haben. Manchin reagierte prompt auf das TV-Interview und bemängelte die Zusammenarbeit: Er sei nicht vorab darüber informiert worden. Joe Biden stellte sich in einer ersten Stellungsnahme hinter Manchin, verteidigte aber auch Kamala Harris in der Sache.

Kritik kam an Kamala Harris auch auf, weil ihre Stieftochter Ella Emhoff einen Modelvertrag im Anschluss an die Feier zur Amtseinführung angenommen habe. Joe Biden soll laut „New York Times“ deutlich gemacht haben, dass er jede finanzielle Vorteilsannahme, die durch ein politisches Amt entsteht, ablehnt. (Delia Friess)

Rubriklistenbild: © Evan Vucci

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare