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Nordpol

Kalter Krieg in der Arktis: Russland baut Machtstellung aus – USA wollen Militarisierung verhindern

  • Alexander Seipp
    VonAlexander Seipp
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Der Klimawandel macht reiche Rohstoffvorkommen in der Arktis zugänglich. Die Anrainerstaaten bringen sich in Stellung. Vor allem einer prescht vor.

Reykjavik – Eis und Schnee so weit das Auge reicht: So ist das gängige Bild der Arktis. Doch aufgrund des Klimawandels und der Erderwärmung gibt es in jedem Jahr weniger Eis. Die Folge: Die reichen Rohstoffvorkommen der Region um den Nordpol rücken in greifbare Nähe. Die bald offene See könnte ebenfalls neue, schnellere Schifffahrtsrouten von Europa nach Fernost möglich machen. Kein Wunder also, dass sich die Anreinerstaaten seit Jahren in Stellung bringen. Dies berichtet die AFP.

Neun Staaten konkurrieren um das entscheidende Gebiet, darunter die Supermächte USA, Russland und China. Klar also, dass es bei dem Treffen des Arktischen Rates am heutigen Mittwoch in der isländischen Hauptstadt Reykjavik viel zu besprechen gibt. Russland, die USA, Kanada, Norwegen, Dänemark, Schweden, Finnland, Island und die Vertreter von indigenen Völkern gehören dem Gremium an, jeder hat eigene Interessen.

Russland baut Militär in der Arktis stark aus – USA wollen Militarisierung verhindern

Neben den Folgen des Klimawandels wird es laut AFP wohl vor allem um den ewigen Streit zwischen den USA und Russland gehen. Letzteres hatte unter Präsident Wladimir Putin in den vergangenen Jahren seine militärische Infrastruktur in der Region massiv ausgebaut, um die Region für Russland zu sichern. So sagte der russische Außenminister Sergej Lawrow erst Anfang dieser Woche: „Für jeden ist klar, dass dies unser Territorium ist, das ist unser Land.“ Die arktische Küste gehöre Russland und niemandem sonst.

Die Arktis ist heiß umkämpft: Russland demonstriert mit Raketen seinen Besitzanspruch.

Antony Blinken, US-Außenminister unter Joe Biden, kritisierte diese Reaktion Russlands. „Wir müssen eine Militarisierung der Region verhindern“, sagte er und appellierte an das gemeinsame Ziel einer „friedlichen und nachhaltigen Zukunft der Region“. Er warnte Russland die durch den Klimawandel entstandenen und noch entstehenden Veränderungen in der Arktisregion auszunutzen. In Reykjavik wird es nun zum ersten Mal zu einem direkten Vier-Augen-Gespräch der beiden Außenminister kommen.

Arktis-Region: Keine andere Region ist so stark vom Klimawandel betroffen

Andere Staaten, wie etwa Dänemark, wollen verstärkt auf das Thema Klimaschutz drängen. „Wir werden das Treffen nutzen, um ein starkes Signal an die Welt zu senden, dass wir in Klimafragen jetzt handeln müssen“, sagte Dänemarks Außenminister Jeppe Kofod der „Neuen Osnabrücker Zeitung“. Denn kaum ein anderes Gebiet auf der Erde erwärmt sich so schnell wie die Arktis. Im Vergleich zum globalen Mittelwert erhöht sich dort die Temperatur um das Dreifache. Ein Abschmelzen des Eises im Nordmeer würde den Meeresspiegel um 65 Meter steigen lassen.

Man müsse also schnell handeln, so Kofod. An kaum einem anderen Ort werde es so rasante und tiefgehende Veränderungen geben, wie in der Arktis. Ihn beruhige jedoch, dass die USA unter Joe Biden erneut dem Pariser Klimaabkommen beigetreten sind. Russlands Aktivitäten in der Region beobachte er mit Sorge. Kofod begrüßte daher die „verstärkte Konzentration der Nato“ in der Region. Die arktischen Nato-Staaten hätten eine besondere Verantwortung in der Zukunft für Stabilität und Frieden am Nordpol zu sorgen. (als mit afp)

Rubriklistenbild: © Alexander Zemlianichenko/dpa

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