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Fernsehen

War der Kaiser Schuld am Krieg?

ZDF-Dokumentation "Seine Majestät" über das Leben Wilhelms II.

Mainz (ots). Vor 90 Jahren begann der Erste Weltkrieg. Er gilt als die "Urkatastrophe" des 20. Jahrhunderts. Die Frage, wer Schuld war am Kriegsausbruch, geriet zum innen- und außenpolitischen Sprengstoff der Weimarer Republik. Bis heute streiten Historiker, wie groß die Verantwortung des letzten deutschen Kaisers war für den ersten totalen Krieg der Geschichte.

Die zweiteilige ZDF-Dokumentation "Seine Majestät" am 20. und 27. Juli 2004, jeweils 20.15 Uhr, gibt Antworten. Der erste Teil mit dem Titel "Herrliche Zeiten" von Jörg Müllner und Annette von der Heyde spannt den Bogen von der Thronbesteigung Wilhelms II. bis zum August 1914, als die Welt in die Katastrophe stürzte. Der zweite Teil "Gott mit uns" von Michael Kloft führt das Schicksal des Kaisers in Krieg und Exil vor Augen.

Anhand von Aufzeichnungen der kaiserlichen Familie wird deutlich, wie sehr der Monarch unter seinem Geburtstrauma, dem verkrüppelten linken Arm, litt und wie dieser "Makel" schon seine Kindheit prägte. Als Prinz führte er hinter den Kulissen ein unstetes Leben mit zahlreichen Affären und mindestens zwei unehelichen Kindern. Die Autoren führen vor Augen, wie der prunksüchtige Monarch zwischen Minderwertigkeitsgefühlen und Größenwahnsinn, Depression und Selbstherrlichkeit schwankte und wie sich seine Stimmungen immer wieder auf die Politik übertrugen - auch als er vor der Entscheidung stand zwischen Krieg und Frieden.

Die zweiteilige Dokumentation entstand unter der Leitung von Guido Knopp in Zusammenarbeit mit Spiegel TV.

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