„Mein Name ist Schroeder, ich komme aus dem Mainstream“: Der Kabarettist, hier in der Show „Mensch Gottschalk - Das bewegt Deutschland“, tritt in Stuttgart bei einer Anti-Hygiene-Demo auf.
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„Mein Name ist Schroeder, ich komme aus dem Mainstream“: Der Kabarettist, hier in der Show „Mensch Gottschalk - Das bewegt Deutschland“, tritt in Stuttgart bei einer Anti-Hygiene-Demo auf.

Stuttgart

Kabarettist Schroeder provoziert „Querdenker“

Mit einem Auftritt bei einer Demo in Stuttgart testet Florian Schroeder, wie weit es um die Meinungsfreiheit der Teilnehmer von „Querdenken 711“ bestellt ist.

Ein Auftritt des Kabarettisten Florian Schroeder auf der „Querdenken“-Demo in Stuttgart hat im Internet viel Aufmerksamkeit auf sich gezogen. Schroeder kam am Samstag auf die Bühne, um „die Grenzen ihrer Meinungsfreiheit“ auszutesten. Für seine ersten Äußerungen bekam der 40-Jährige noch Applaus, wie ein Video zeigt, das Schroeder in seinem eigenen Youtube-Kanal verbreitete: „Mein Name ist Schroeder, ich komme aus dem Mainstream“ sagt er, und ergänzt: „Man hat mir gesagt, hier in Stuttgart ist die Freiheit.“

Doch recht schnell nimmt die Begeisterung des Publikums ab. Schroeder fragt, ob wir „in einer Corona-Diktatur“ leben. Nach einem vielstimmigen „Ja“ aus der Menge argumentiert der Kabarettist dagegen: „Wenn wir irgendeine Form von Diktatur hätten, dann dürftet Ihr euch hier gar nicht versammeln, dann dürftet Ihr hier gar nicht stehen.“

Auch auf die Frage: „Wollt Ihr die totale Meinungsfreiheit?“ ist von den Zuhörern ein lautes „Ja“ zu hören. Anschließend sagt Schroeder: „Ich bin der Auffassung, dass Corona eine hochgefährliche, ansteckende Krankheit ist, und ich bin der Überzeugung, dass Maskentragen und Abstand halten das Wichtigste und Beste ist, was wir in diesen Tagen tun können.“ Dafür erntet er Buhrufe und schiebt hinterher: „Wenn Ihr für Meinungsfreiheit seid, müsst Ihr meine Meinung aushalten.“

„Wenn Ihr für Meinungsfreiheit seid, müsst Ihr meine Meinung aushalten.“

Kabarettist Florian Schroeder auf der Demo-Bühne in Stuttgart

Die Teilnehmer der Kundgebung forderten ein Ende der Schutzmaßnahmen, mit denen die Gefahr einer Übertragung des Coronavirus reduziert werden soll. Die Veranstalter von „Querdenken 711“ sprachen von 5000 Teilnehmern, die Polizei zählte mehrere Hundert. Am Sonntag gab es in der Dortmunder Innenstadt eine ähnliche Kundgebung; nach Polizeiangaben kamen rund 1500 Personen. Die Organisation „Querdenken-231“ hatte die Veranstaltung angemeldet.

Die Linken-Chefin Katja Kipping warnte unterdessen vor einer härteren Gangart bei der Ahndung von Verstößen gegen die Corona-Vorschriften. „Ich sehe mit einer gewissen Sorge, dass jetzt unglaublich viel diskutiert wird über Repression und höhere Strafen“, sagte Kipping den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Die Politik solle eher die vielen Bürger unterstützen, die sich verantwortlich verhalten wollen. Im Übrigen sehne sich „diese krude Coronaverharmloser-Szene doch richtig danach, in so einen Corona-Rebellen-Status zu kommen und für das Nichtzahlen von Bußgeldern ins Gefängnis zu gehen“, sagte Kipping. (dpa/afp)

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