Janine Wissler.
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Janine Wissler.

Linkspartei

Jung, sehr links und erfolgreich

  • Markus Decker
    vonMarkus Decker
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Jan Korte und Janine Wissler sind für den Parteivorsitz der Linken im Gespräch.

Mitte Juni findet in Erfurt der Parteitag der Linken statt. Bislang ist noch offen, wer die Partei anschließend führt. Nun tauchen zwei neue Namen im Rennen um den Vorsitz auf.

Die Parteisatzung enthält eine Bestimmung, wonach Parteivorsitzende nach achtjähriger Amtszeit nicht mehr antreten sollten. Bei den amtierenden Vorsitzenden, Katja Kipping und Bernd Riexinger, sind diese acht Jahre im Juni vorbei.

Jan Korte.

Allerdings verlautet selbst aus dem Lager ihrer Kritiker, womöglich könne sie oder er vielleicht doch länger amtieren. Momentan versuchen die Reformer um Bundestagsfraktionschef Dietmar Bartsch aber bereits, den parlamentarischen Geschäftsführer der Bundestagsfraktion, Jan Korte, zu einer Kandidatur zu bewegen. Bartsch und Korte sind befreundet. Bisher möchte der 42-jährige gebürtige Niedersachse, der politisch seit langem in Sachsen-Anhalt zu Hause ist, nicht antreten.

In Kortes Umfeld wird jedoch nicht ausgeschlossen, dass sich dies noch ändern könnte. Das hätte wohl zur Folge, dass er seinen Job als Fraktionsgeschäftsführer aufgeben müsste. Korte äußert sich auf Anfrage nicht zu etwaigen Ambitionen. Der Job als Parteichef gilt wegen der zahlreichen internen Streitereien als undankbar. Die hessische Fraktionsvorsitzende Janine Wissler hatte bereits angekündigt, dass sie eine Kandidatur nicht mehr ausschließe. „Wir haben zwei amtierende Parteivorsitzende“, sagte sie. „Mit beiden habe ich sehr gut zusammengearbeitet. Sie müssen erst mal sagen, was sie wollen. Und dann muss ich mir das überlegen.“

Wissler wird zugeschrieben, dass die Linke bei den vorangegangenen hessischen Landtagswahlen stets klar über fünf Prozent lag. Freilich verharren die hessischen Grünen fest in der schwarz-grünen Koalition. Viel spricht dafür, dass dies auf absehbare Zeit so bleibt. Die fehlende Machtperspektive könnte dazu führen, dass die Diplom-Politologin Wissler, die dem trotzkistischen Netzwerk Marx21 angehört, jetzt den Sprung nach Berlin wagt. 2017 hatte sie auf eine Kandidatur für den Bundestag noch verzichtet.

Wissler und Korte kennen sich zudem schon lange und haben 2019 ein gemeinsames Papier zum Umgang mit dem Rechtsextremismus geschrieben. Dass beide streng genommen Westdeutsche sind, würde nicht mehr so sehr ins Gewicht fallen, weil Korte schon vor über 15 Jahren nach Ostdeutschland zog.

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