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Julian Reichelt will sich die Hände waschen – „Wollen uns doch verarschen“

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Von: Nail Akkoyun

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Julian Reichelt
Julian Reichelt, fotografiert im Jahr 2020: Damals war er noch Chefredakteur der Bild-Zeitung. © Roland Weihrauch / dpa

Julian Reichelt ist mal wieder am Meckern. Diesmal gibt eine Aussage zur Energiekrise Anlass zum Pöbeln auf Twitter.

Berlin – Ausgerechnet inmitten der Energiekrise, in der Russland die Gaslieferungen drosselt, wird derzeit die alljährliche Wartung von Nord Stream 1 durchgeführt. Die Kontrolle der Gaspipeline kommt damit zur Unzeit. Doch will man im Winter genügend Gasvorräte haben, muss schon jetzt mit dem Sparen begonnen werden. Eine Theorie, an die auch Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) immer wieder erinnert.

Doch auch Georg Friedrich, Chef der Gasag, einer der größten Gasversorger in Deutschland, mahnt vor Verschwendung und hat bereits einige Ratschläge parat. „Das Duschen, Spülen, Händewaschen am besten verkürzen“, schlug Friedrich im Gespräch mit der Berliner Zeitung unter anderem vor. Immerhin würden fast 20 Prozent des Wärmeaufkommens für Warmwasser benötigt.

Ideen, die man – angesichts der Notsituation, in der sich Europa aktuell befindet – zumindest in Betracht ziehen könnte. Doch nicht mit Julian Reichelt. Der ehemalige Bild-Chefredakteur postete den Artikel auf Twitter, darüber prangt sein Statement: „Es tut mir leid, aber die wollen uns doch alle nur noch verarschen.“

Populismus und Polemik: Julian Reichelt bleibt in seiner Blase

Wer genau „die“ sind, erklärte Julian Reichelt bislang nicht. Dabei ist Reichelt inzwischen einer der ersten, wenn es um abstruse Behauptungen oder gar Verschwörungstheorien geht. Etwa als er „Die Sendung mit der Maus“ als „Zwangsmaus“ betitelte und dieser vorwarf, die Meinungsfreiheit zu unterdrücken und in die Hände der „anti-toleranten totalitären Woke-Bewegung“ zu spielen – und das, weil die Kindersendung das Thema Transsexualität behandelte.

Julian Reichelt, damals noch Vorsitzender der Bild-Chefredaktion, auf einem Kongress in Düsseldorf. (Archivfoto)
Julian Reichelt, damals noch Vorsitzender der Bild-Chefredaktion, auf einem Kongress in Düsseldorf. (Archivfoto) © Norbert Schmidt/Imago

Seine Jünger:innen, die sich offenbar gerne mit Reichelts Fox-News-artigen Berichterstattung über die deutsche Politiklandschaft befassen, stimmen seinem Post jedenfalls zu. „Die“, wer genau auch immer, „verarschen“ uns. Habe man zu Beginn der Corona-Pandemie noch mit „20 Sekunden Händewaschen“ die „Apokalypse“ verhindert, würde genau das sie heute hervorrufen, schreibt ein Follower. Ein Witz, den man im Englischen als „low hanging fruit“ bezeichnen würde – und damit hervorragend den Abstieg des Julian Reichelt versinnbildlicht. (nak)

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