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Axel Springer

Compliance-Verfahren gegen Julian Reichelt: „Bild“-Chefredakteur kehrt zurück

  • Katja Thorwarth
    VonKatja Thorwarth
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Julian Reichelt muss sich einem verlagsinternen Compliance-Verfahren stellen. Jetzt ist er wieder in der Redaktion.

  • Der Chefredakteur der „Bild“-Zeitung sieht sich Ermittlungen im eigenen Verlag ausgesetzt.
  • Julian Reichelt muss sich einer sogenannten Compliance-Untersuchung stellen.
  • Die Kanzlei Freshfields hat den Fall im Auftrag des Springer Medienkonzerns geprüft.

Update vom Donnerstag, 25.03.2021, 13.30 Uhr: „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt kehrt nach einer befristeten Freistellung wegen eines Compliance-Verfahrens wieder zurück zu der Boulevardzeitung. Das teilte der Medienkonzern Axel Springer am Donnerstag in Berlin mit. Eine solche Untersuchung in einer Firma zielt darauf ab, zu prüfen, ob das Verhalten regelkonform war und die Richtlinien einer Firma eingehalten worden sind.

Compliance-Verfahren gegen Julian Reichelt: „Bild“-Chefredakteur befristet freigestellt

Update vom Sonntag, 14.03.2021, 06.00 Uhr: „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt ist inmitten eines laufenden Compliance-Verfahrens befristet freigestellt worden. Der Medienkonzern Axel Springer teilte am Samstag in Berlin über Reichelt mit: „Um eine ungestörte Aufklärung sicherzustellen und die Arbeit der Redaktion nicht weiter zu belasten, hat er den Vorstand darum gebeten, bis zur Klärung der Vorwürfe befristet von seinen Funktionen freigestellt zu werden. Die Freistellung ist inzwischen erfolgt.“ 

In einer internen Nachricht an Kolleginnen und Kollegen, die der Deutschen Presse-Agentur vorlag, schrieb Julian Reichelt, „Bild“ und die Menschen bei „Bild“ seien sein Leben. „Ich habe immer alles dafür getan, dass es BILD, dass es uns gut geht und das tue ich auch heute, auch wenn es mir unendlich schwerfällt. Deswegen habe ich den Vorstand gebeten, mich vorerst zu beurlauben, um dazu beizutragen, unangreifbare Aufklärung zu betreiben und die Vorwürfe zu prüfen, die gegen mich erhoben wurden.“ Der Chefredakteur betonte: „Die Vorwürfe sind falsch.“ Reichelt schrieb in der internen Nachricht an die Kolleginnen und Kollegen auch: „Ich werde mich gegen die wehren, die mich vernichten wollen, weil ihnen BILD und alles, wofür wir stehen, nicht gefällt.“

Interne Untersuchungen gegen „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt.

Update vom Mittwoch, 10.03.2021, 12.30 Uhr: Der Medienkonzern Axel Springer äußert sich offiziell nach außen auf Anfragen nicht zu dem Verfahren gegen „Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt. Im Firmenintranet teilten Springer-Chef Mathias Döpfner und Vorstand Jan Bayer am Dienstag allerdings mit: „Es ist für uns schwer, zu diesem Zeitpunkt im Detail Auskunft zu geben. Das können und dürfen wir bei einem laufenden Compliance-Verfahren auch nicht.“

In dem besagten Intranet-Eintrag der Bild, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt, heißt es weiter: „Die Untersuchung ist noch nicht abgeschlossen. Das bedeutet: Es liegt bislang kein Ergebnis vor, weder in die eine noch in die andere Richtung. Julian Reichelt bestreitet die Vorwürfe. Wir werden keine Form der Vorverurteilung zulassen.“

„Bild“-Chefredakteur Julian Reichelt: Erika Steinbach springt ihm bei

Zuspruch erhält Reichelt unterdessen von anderer Stelle. Erika Steinbach, ehemalige CDU-Bundestagsabgeordnete und jetzt Unterstützerin der AfD, wittert eine Verschwörung. Auf ihrem Twitteraccount teilt Steinbach zur Causa Reichelt mit: „Bemerkenswert, nachdem er regierungskritische Artikel verfasst hat. Er hat wohl zu freundlich einer Kollegin in den Mantel geholfen und noch eine (sic!) nettes Kompliment gemacht, das ist schon nahe an der Vergewaltigung.“

Tweet von Erika Steinbach.

Schwere Vorwürfe gegen „Bild“-Chefredakteur Reichelt – Maaßen wittert Verschwörung

Erstmeldung vom Dienstag, 09.03.2021, 13.27 Uhr: Der Chefredakteur der „Bild“-Zeitung, Julian Reichelt, sieht sich Ermittlungen im eigenen Verlag ausgesetzt. Wie der „Spiegel“ berichtet, muss sich Reichelt einem sogenannten Compliance-Verfahren stellen, das für gewöhnlich die Einhaltung firmeninterner Richtlinien und Verhaltensregeln untersucht.

Ein halbes Dutzend Mitarbeiterinnen sollen dem Medienhaus „Vorfälle aus den vergangenen Jahren angezeigt“ haben, wie der „Spiegel“ schreibt. Ein Team unter der Leitung von Chief Compliance Officer Florian von Götz kümmere sich um die Aufklärung der Vorgänge. Bei der Untersuchung soll es unter anderem um Machtmissbrauch und „Ausnutzung von Abhängigkeitsverhältnissen“ gehen.

Chefredakteur Reichelt, der im Februar 2017 Kai Diekmann als Vorsitzenden der Chefredaktion ablöste und 2018 auch die „Bild“-Print-Ausgabe übernahm, soll sich „möglichen Vorwürfen von Nötigung und Mobbing stellen müssen“, heißt es auf spiegel.de. Mit der Angelegenheit vertraute Personen hätten diesbezüglich berichtet, wobei das Ausmaß der Compliance-Untersuchung noch unklar sei.

Interne Ermittlungen gegen „Bild“-Chef Reichelt: Maaßen wittert Verschwörung

Die Kanzlei Freshfields soll im Auftrag des Springer Medienkonzerns den Fall genaustens prüfen. Der Verlag selbst hat bislang keine Stellungnahme abgegeben. „Zu internen Vorgängen“ äußere man sich „grundsätzlich nicht“, wird ein Sprecher vom „Spiegel“ zitiert.

Der ehemalige Verfassungsschutzchef Hans-Georg Maaßen hingegen hat auf Twitter zur Causa einen Tweet abgesetzt. „Nach Hammer-Kritik an Merkel: Bild-Chef unter ‚Fehlverhalten‘-Verdacht“ ist ein Artikel überschrieben, den Maaßen teilt. „Das Leben ist voller Zufälle, aber es gibt weniger, als wir denken“, kommentiert er dazu. Damit suggeriert er, dass Julian Reichelt als politisch unbequeme Person mithilfe interner Ermittlungen abgestraft werde – was auf eine große Verschwörung hinausläuft. (ktho)

Rubriklistenbild: © Bernd von Jutrczenka

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