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Julian Assange auf dem Balkon der Botschaft von Ecuador in London.

Wikileaks-Gründer

Julian Assange: NDR stellt Strafanzeige in Affäre um Überwachung

Julian Assange und seine Besucher sind in der ecuadorianischen Botschaft ausgespäht worden. Betroffen sind auch deutsche Journalisten.

Hamburg - Wikileaks-Gründer Julian Assange ist offenbar in der ecuadorianischen Botschaft in London systematisch überwacht worden. Und mit ihm auch einige seiner Vertrauenspersonen und Journalisten. So sollen von der Überwachung außer Assanges Ärzten und Anwälten auch deutsche Journalisten betroffen sein, darunter drei NDR-Mitarbeiter.

„Der NDR geht davon aus, dass seine Mitarbeiter ausgespäht wurden und so ihre Persönlichkeitsrechte und auch das Redaktionsgeheimnis verletzt wurden“, teilte der Sender mit, der nun Anzeige gegen das von der ecuadorianischen Regierung beauftragte Sicherheitsunternehmen UC Global gestellt hat. Der NDR beruft sich auf Dokumente und Videoaufnahmen, die nach eigenen Angaben dem Sender sowie dem WDR vorliegen. Das Ausmaß der Überwachung sei noch nicht bekannt. 

NDR-Journalisten besuchen Julian Assange in der ecuadorianischen Botschaft

Die Journalisten hatten Assange demnach zwischen 2012 und Ende 2017 in der ecuadorianischen Botschaft London besucht. Die Anzeige wegen des Verstoßes gegen datenschutz- und persönlichkeitsrechtliche Bestimmungen richte sich gegen ein spanisches Unternehmen und ging am Donnerstag (28.11.) an den nationalen Gerichtshof in Madrid.

Bereits im April hatte die Enthüllungsplattform Wikileaks Ecuador vorgeworfen, eine rechtswidrige Totalüberwachung von Assange in der Botschaft gestartet zu haben. Man sei auf die Überwachung aufmerksam geworden, nachdem jemand in Spanien versucht habe, Videos und Fotos von Assange zu verkaufen.

Julian Assange: Ärzte fürchten um das Leben des Wikileaks-Gründers

Assange ist der Gründer der Enthüllungsplattform Wikileaks. Die USA fordern seine Auslieferung. US-Ankläger werfen ihm vor, der Whistleblowerin Chelsea Manning geholfen zu haben, an geheimes Material von US-Militäreinsätzen im Irak und in Afghanistan zu gelangen. Seit April sitzt Assange im Hochsicherheitsgefängnis Belmarsh im Osten Londons, nachdem ihm das Asyl in der ecuadorianischen Botschaft entzogen worden war.

Inzwischen fordern mehr als 60 Ärzte dringend eine medizinische Behandlung des Wikileaks-Gründers. Die Ärzte sorgen sich sowohl um die körperliche als auch die psychische Verfassung Assanges. Im Gefängnis habe sich sein Gesundheitszustand rapide verschlechtert. Der 48-Jährige müsse eilig ins Krankenhaus, sonst könne er in Haft sterben. (red/dpa)

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