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Sind Wölfe in Deutschland eine Gefahr?

Abschuss von Wölfen

Julia Klöckner will Wolfsbestand „präventiv“ kontrollieren

Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner reicht ein vereinfachter Abschuss von Wölfen nicht aus. Sie übt Kritik am SPD-Vorstoß. 

Im Bundeskabinett hält die Debatte über den Abschuss von Wölfen an: CDU-Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner kritisiert die Vorschläge von SPD-Umweltministerin Svenja Schulze zum vereinfachten Abschuss als unzureichend. 

Es sei gut, dass das Bundesumweltministerium „aufgrund der zu erwartenden Schäden erkannt hat, dass es so nicht weitergehen kann mit den Wolfsrissen“, sagte Klöckner der „Augsburger Allgemeinen“ (Mittwoch). Doch um die Weidetierhaltung auch in Zukunft weiterhin zu ermöglichen, „brauchen wir Maßnahmen, die über das hinausgehen, was das Bundesumweltministerium jetzt angekündigt hat“, fügte sie hinzu. 

Im Koalitionsausschuss seien weitergehende Vorschläge zum Herdenschutz von Schafen und Rindern besprochen worden, kritisierte Klöckner. „Den Wolfsbestand und die Größe der Rudel müssen wir, unabhängig davon, ob eine konkrete Gefahr besteht, präventiv kontrollieren können – europarechtskonform und rechtssicher für die Jäger“. Zudem müssten entstandene Schäden vollständig ausgeglichen werden. 

„Die Menschen in den ländlichen Räumen fühlen sich verunsichert“

Man wolle nicht, „dass die Weidetierhaltung in bestimmten Regionen eingestellt werden muss oder Deichpflege durch Schafe nicht mehr möglich ist“. Der Wolf habe keine natürlichen Feinde und alle drei bis vier Jahre verdoppele sich sein Bestand, warnte die CDU-Politikerin: „Die Menschen in den ländlichen Räumen fühlen sich dadurch verunsichert“, fügte Klöckner hinzu: „Weidetiere werden – trotz bestmöglicher Herdenschutzmaßnahmen – in zunehmender Zahl von Wölfen gerissen, ebenso Rinder und Pferde.“ 

Schulze hatte in der „Bild am Sonntag“ eine Änderung des Naturschutzgesetzes angekündigt, um das Abschießen von Wölfen zu erleichtern. „Wenn Wölfe mehrfach Schutzzäune überwinden oder Menschen zu nahe kommen, muss man sie auch abschießen dürfen.“ 

Geplant sei ferner, das Füttern der Tiere zu verbieten: „So lockt man Wölfe aber in die Nähe von Wohngebieten. Und da gehören sie nicht hin.“ Wölfe in Deutschland greifen immer öfter Nutztiere wie Schafe und Ziegen an. Die Zahl der dabei verletzten oder getöteten Tiere nehme deutlich zu, berichtete die „Neue Osnabrücker Zeitung“ Mitte Februar unter Berufung auf die zuständige Dokumentationsstelle des Bundes (DBBW). Demnach hat sich 2017 die Zahl der getöteten, verletzten oder vermissten Tiere im Vergleich zum Vorjahr um rund 55 Prozent erhöht, auf 1 667. (kna)

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