Julia Klöckner: „Erforderlich ist eine Neujustierung der Tierhaltung in Deutschland – mehr Tierwohl, bessere Preise, faire Bedingungen sind notwendig“.
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Julia Klöckner: „Erforderlich ist eine Neujustierung der Tierhaltung in Deutschland – mehr Tierwohl, bessere Preise, faire Bedingungen sind notwendig“.

Branchengespräch

Julia Klöckner lädt zum Fleischgipfel

  • vonMax Hempel
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Nach dem Corona-Ausbruch in der Schlachtindustrie will die Landwirtschaftsministerin über Produktionsbedingungen und Tierwohl reden.

Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner (CDU) will die Produktionsbedingungen in der Fleischindustrie verbessern. Dazu hat die CDU-Politikerin für den heutigen Freitag Vertreter der Fleischindustrie und des Einzelhandels zu einem Branchengespräch nach Düsseldorf eingeladen. Mit dabei sind auch Klöckners Amts- und Parteikolleginnen Ursula Heinen-Esser aus Nordrhein-Westfalen und Barbara Otte-Kinast aus Niedersachsen.

„Erforderlich ist eine Neujustierung der Tierhaltung in Deutschland – mehr Tierwohl, bessere Preise, faire Bedingungen sind notwendig“, heißt es im Einladungsschreiben. Klöckner beklagt, dass Fleisch und Wurst in Deutschland oft zu billig seien. Der Preisdruck an der Theke wirke sich über alle Stufen zurück bis zum Tierhalter und mache so faire Löhne, gute Arbeitsbedingungen und hohe Tierwohlstandards kaum möglich.

Grünen-Agrarexpertin Renate Künast übt scharfe Kritik an dem initiierten Treffen. „Das ist definitiv nicht der Aufbruch für eine neue Tierhaltung oder grundlegende Änderungen in der Fleischindustrie“, sagte Künast. Sie fordert die Abschaffung des Kastenstands in der Schweinehaltung mithilfe neuer Haltungsverordnungen sowie ein Ende von Ausnahmeregelungen etwa beim Kupieren von Schweineschwänzen.

Ausbruch schon im Mai?

Nach dem Corona-Ausbruch im Bereich Gütersloh sind fast alle Ergebnisse bei den Massentests für die Bevölkerung negativ ausgefallen. Wie NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) im Gesundheitsausschuss des Düsseldorfer Landtags sagte, wurde unter 2000 Getesteten nur ein Infizierter gefunden. Laumann sagte, dass man nach den Massentestungen wohl beurteilen könne, ob die Infektionen bei Tönnies-Mitarbeitern auf andere Bereiche der Gesellschaft übergesprungen seien.

Im Ausschuss wurde zudem über mutmaßlichen Ursachen und Folgen des Corona-Ausbruchs beim Fleischbetrieb Tönnies diskutiert. Eine erste Welle von Infizierten hat es laut Gesundheitsministerium Mitte Mai im Zusammenhang mit einer „kirchlichen Veranstaltung“ gegeben. (mit dpa)

Nach der Kritik fragen sich viele: Wo ist Fleisch von Tönnies drin. Wir haben eine Übersicht zusammengestellt.

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