Jürgen Todenhöfer hat viele Follower auf den Social-Media-Kanälen. Seine Thesen und Berichte sind nicht unumstritten.
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Jürgen Todenhöfer hat viele Follower auf den Social-Media-Kanälen. Seine Thesen und Berichte sind nicht unumstritten.

Parteigründung

Jürgen Todenhöfer: Politiker und Publizist tritt aus CDU aus und gründet eigene Partei

  • Delia Friess
    vonDelia Friess
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Der umstrittene Politiker und Publizist Jürgen Todenhöfer tritt aus der CDU aus und gründet eine eigene Partei. Mit „Team Todenhöfer“ ruft er zu einer Veranstaltung am Brandenburger Tor auf.

  • Der umstrittene Publizist und langjährige CDU-Politiker Jürgen Todenhöfer tritt aus CDU aus.
  • Jürgen Todenhöfer gründet eigene Partei „Team Todenhöfer“.
  • Kein Corona-Leugner, sondern „Corona-Realist“ - Jürgen Todenhöfer ruft zu Veranstaltung am Brandenburger Tor auf.

Berlin / München - Der langjährige Bundestagsabgeordnete Jürgen Todenhöfer ist aus der CDU ausgetreten. Der Politiker, Publizist und Aktivist wolle am Donnerstag (12.11.2020) zu seinem 80. Geburtstag eine neue Partei gründen, teilte sein Büro mit. Laut einem Bericht der Funke Mediengruppe soll die neue Partei „Team Todenhöfer“ heißen. Mit seiner Partei wolle Todenhöfer bei den kommenden Bundestagswahlen antreten und eventuell schon bei den Wahlen in Baden-Württemberg.

Nach eigenen Angaben „Corona-Realist“: Jürgen Todenhöfer gründet eigene Partei und plant Demo

Am heutigen Donnerstagabend wollte er demnach dazu eine Kundgebung am Brandenburger Tor in Berlin veranstalten. Die taz fragte nach, um was für eine Veranstaltung es sich handeln soll: „Angemeldet ist eine Kundgebung, die die politischen Grundlinien der Regierung kritisiert.“ Und: „Eine Demonstration gegen Doppelmoral und Heuchelei.“, zitiert die taz Todenhöfer weiter. Allerdings leugnet Todenhöfer die Gefahr durch das Coronavirus nicht. Laut der taz bezeichne Todenhöfer sich als Corona-Realisten. „Ich leugne nicht, dass das Virus gefährlich ist. Es ist wichtig, Masken zu tragen und Sicherheitsabstand einzuhalten“, so Todenhöfer. Das Publikum könne man sich nicht aussuchen, sagte der Publizist weiter. Welche Leute auf die Kundgebung kommen und ob sein Motto auch Coronaleugner:innen anzieht, scheint für Todenhöfer nicht vorrangig zu sein. „Wir spielen alle Eventualitäten durch und die Behörden sind vorbereitet.“, ergänzte Todenhöfer. Die Demo mit 1000 Personen soll angemeldet sein, berichten verschiedene Medien.

Umstrittener Publizist und Politiker Todenhöfer kritisiert die CDU und gründet eigene Partei

Todenhöfer begründete seine Entscheidung insbesondere mit den Auslandseinsätzen der Bundeswehr, die er entschieden ablehnt. Die CDU sei „nur noch eine Karikatur ihrer selbst“, ihre „wirtschaftspolitische Kompetenz ist verblasst, ihr Einsatz für Frieden in der Welt Vergangenheit“. Ziel seiner Parteineugründung sei nun eine „gewaltfreie humanistische Revolution“.
Todenhöfer war 50 Jahre lang CDU-Mitglied. Dem Bundestag gehörte er von 1972 bis 1990 an, unter anderem als entwicklungspolitischer und als abrüstungspolitischer Sprecher der Union. Zudem war er als Medienunternehmer aktiv, unter anderem war er 22 Jahre lang stellvertretender Vorstandsvorsitzender des Burda-Konzerns.

Jürgen Todenhöfer: Politiker will mit neuer Partei bei den Bundestagswahlen antreten

Bekannt wurde Todenhöfer vor allem durch seine Reisen nach Afghanistan - auch während der sowjetischen Besetzung - sowie in arabische Länder, darunter in Gebiete der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat. Er schrieb mehrere Bücher über den Nahen und Mittleren Osten. Allerdings waren Todenhöfers Thesen häufig umstritten. Ihm wird unter anderem vorgeworfen, dem syrischen Machthaber und Diktator Baschar al-Assad durch Interviews eine Plattform geboten zu haben. 2015 wurde bekannt, dass Todenhöfer E-Mail-Kontakt mit einer Vertrauten des syrischen Diktators hatte. In den E-Mails soll Todenhöfer voll des Lobes für Assad sein, wie auch der britische Guardian berichtet. Allerdings räumte Todenhöfer den Kontakt selbst in einem seiner Bücher ein.

Todenhöfer: „Ich bin immer noch sechs Jahre jünger als Kanzler Konrad Adenauer zum Ende seiner Amtszeit“

Angesprochen auf sein Alter sagte der 80-jährige Todenhöfer den Funke-Zeitungen: „Ich spiele jede Woche Fußball, steige auf die höchsten Berge Südtirols und bin immer noch sechs Jahre jünger als Kanzler Konrad Adenauer zum Ende seiner Amtszeit.“ Neben Todenhöfer solle es aber überwiegend junge Aktivisten geben, es werde die „jugendlichste und weiblichste Partei“ sein. Das RKI warnt auf seiner Website vor einem Anstieg der Neuinfektionen mit dem Coronavirus bei Gruppenveranstaltungen. (Delia Friess mit Material von Agenturen)

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