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Die alliierten Besatzer in Irak haben weiterhin mit Widerstand zu kämpfen. Bei einer Serie von Anschlägen auf Militärfahrzeuge starben am Mittwoch ein irakisches Mädchen und ein US-Soldat, mehrere Armeeangehörige wurden verletzt. In Hadithah wurde ein proamerikanischer Bürgermeister erschossen.

Joschka Fischer fordert eine "Allianz für den Frieden"

Außenminister schließt in USA deutschen Einsatz in Irak erneut aus / Robertson sieht Chancen für Nato-Engagement

WASHINGTON / BAGDAD, 16. Juli (dpa/ap). Als "gemeinsames Interesse" Europas und der USA bezeichnete Fischer Stabilität nicht nur in Irak, sondern auch in anderen Krisenregionen des Nahen Ostens sowie in Iran. Als Konsequenz aus der Irak-Krise ergebe sich eine strategische Debatte mit Washington über die Bewältigung der Krise. "Wir brauchen eine globale Allianz für den Kampf gegen terroristische Bedrohungen", sagte Fischer dem US-Fernsehsender PBS. Fischer hält sich erstmals seit Ende des Irak-Krieges zu einem mehrtägigen Besuch in den USA auf. Am Mittwoch stand ein Treffen mit US-Außenminister Colin Powell und der Sicherheitsberaterin von US-Präsident George W. Bush, Condoleezza Rice, auf dem Programm, am Donnerstag ein Gespräch mit US-Vizepräsident Richard Cheney.

Deutschland werde alles tun, um die Beziehungen zu den USA als "wichtigstem Verbündeten außerhalb Europas" zu verbessern, sagte Fischer. Europa könne nur "gemeinsam mit den USA" stark sein, "nicht als Rivale". Er wolle die deutsche Haltung erklären und "aufmerksam der amerikanischen Position zuhören".

Fischer hatte bereits vor den Gesprächen deutlich gemacht, dass Deutschland den USA kein militärisches Hilfsangebot zur Beteiligung an der Stabilisierungstruppe in Irak machen werde. Dies sei aber nicht als prinzipielle Ablehnung zu verstehen, sagte er. Die Möglichkeiten Deutschlands angesichts des militärischen Engagements auf dem Balkan und in Afghanistan seien aber begrenzt.

Nato-Generalsekretär George Robertson schloss ein Engagement der Nato nicht aus. Für eine Entscheidung darüber sei es jedoch zu früh, sagte er.

Bei den Vereinten Nationen wird hinter verschlossenen Türen über eine internationale Stabilisierungstruppe mit UN-Mandat diskutiert. Das bestätigte UN-Generalsekretär Kofi Annan am Mittwoch.

Bei einer neuen Serie von Anschlägen in Irak starben ein irakisches Mädchen, ein proamerikanischer Bürgermeister und ein US-Soldat. Das Mädchen kam ums Leben, als Angreifer eine Granate in ein US-Militärfahrzeug schleuderten. Der Fahrer des Wagens sowie vier irakische Passanten wurden verletzt. Der Bürgermeister von Hadithah wurde in seinem Wagen erschossen. Ein US-Soldat starb, als sein Fahrzeugkonvoi einen Lastwagen passierte, in dem ein Sprengsatz versteckt war.

Das aus dem irakischen Nuklearkomplex Tuwaitha gestohlene Uran ist nicht zur Herstellung von Atomwaffen geeignet. Das betonte die Internationale Atomenergie-Organisation in einem Bericht. Dort heißt es, nach Plünderungen fehlten "wenigstens zehn Kilogramm" Uran.

Dossier: Irak nach dem Krieg

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