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Russland und USA

Nach verbalem Schlagabtausch über die Medien: Wladimir Putin schlägt Joe Biden Live-Debatte vor

  • Friederike Meier
    vonFriederike Meier
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  • Stefan Krieger
    Stefan Krieger
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Nachdem US-Präsident Joe Biden den russischen Kreml-Chef Wladimir Putin als „Mörder“ bezeichnet, reagiert Russland zunächst auf diplomatischer Ebene. Putin schlägt eine Live-Debatte vor.

+++ 19.23 Uhr: Wladimir Putin will mit dem US-Präsidenten Joe Biden bereits in Kürze eine Live-Debatte führen. Er lade Biden dazu ein, „unsere Diskussion fortzusetzen, aber unter der Bedingung, dass wir dies live tun, oder wie man es auch nennt ‚online‘“, sagte Putin am Donnerstag im russischen Fernsehen. Als Termin schlug der den Freitag oder kommenden Montag vor.

Nach dem offenen verbalen Schlagabtausch über die Medien machte Bidens Sprecherin Jen Psaki deutlich, dass Biden es nicht bedauere, Wladimir Putin als einen „Mörder“ bezeichnet zu haben. Biden habe „eine direkte Antwort auf eine direkte Frage gegeben“, sagte Psaki. Putin reagierte unbeeindruckt auf Bidens Verbalattacke. In einer Fernsehansprache sagte er, man solle nicht von sich auf andere schließen.

Joe Biden (l.) und Wladimir Putin (r.). (Archivfotos/Collage)

Joe Biden gegen Wladimir Putin: Planen die USA weitere Veröffentlichungen?

Update vom Donnerstag, 18.03.2021, 17:23 Uhr: Nachdem Russland nach der verbalen Attacke von US-Präsident Joe Biden seinen Botschafter nach Moskau zurückbeordert hat, sind die diplomatischen Beziehungen ohnehin nicht die besten. Doch Joe Biden scheint nicht vorzuhaben, die Wogen ab jetzt zu glätten. Wie der Spiegel berichtet, könnten nach dem Bericht über die Verstrickung Russlands in die US-Wahlen 2020 und 2016 noch weitere Veröffentlichungen folgen.

Zum einen werde gerade untersucht, welche Rolle Russland bei dem „SolarWin-Hacks“ genannten Cyberangriff gegen viele Unternehmen und Behörden im vergangenen Jahr gespielt hat. Außerdem könnten dem Spiegel zufolge bald Informationen über russische Kopfgeldzahlungen an die Taliban für getötete amerikanische Soldaten veröffentlicht werden. Mehrere US-Zeitungen hatten im vergangenen Sommer mit Berufung auf Geheimdienstinformationen berichtet, dass russische Agenten militanten Islamisten von den Taliban Geld für Angriffe auf US-Stellungen versprochen haben sollen.

Welche Konsequenzen US-Präsident Joe Biden aus den Ergebnissen der Untersuchungen ziehen will, ist noch nicht klar. Er hatte bereits angekündigt, Putin werde „einen Preis bezahlen“ für die Einmischung im Wahlkampf.

Joe Biden geht auf Konfrontationskurs.

Putin ein „Mörder“: Biden sorgt für Empörung – Kreml reagiert

Update vom Donnerstag, 18.03.2021, 06.30 Uhr: Russland hat nach dem scharfen verbalen Angriff von US-Präsident Joe Biden auf Kreml-Chef Wladimir Putin seinen Botschafter in Washington nach Moskau zurückbeordert. Der russische Botschafter Anatoli Antonow sei am Mittwoch zu Konsultationen nach Moskau geladen worden, um die zukünftige Beziehungen Russlands zu den USA zu analysieren, erklärte das russische Außenministerium. Biden hatte in einem Fernsehinterview gesagt, Wladimir Putin für einen „Mörder“ zu halten.

Joe Biden nennt Putin einen „Killer“ - Moskau reagiert

Bei den Gesprächen mit Botschafter Antonow solle es um die Frage gehen, wie eine „irreversible Verschlechterung“ der Beziehungen zwischen beiden Staaten verhindert werden könne, übermittelte das russische Außenministerium weiter. Vize-Außenminister Sergej Riabkow sagte der Nachrichtenagentur „RIA Nowosti“, die Verantwortung für die Verschlechterung der Beziehungen „liegt vollständig bei den Vereinigten Staaten“.

Joe Biden: Russland reagiert auf Aussagen von US-Präsident

+++ 15.05 Uhr: Moskau hat scharf auf Joe Bidens Aussagen, in denen er den russischen Staatschef Wladimir Putin einen „Mörder“ genannt hatte, reagiert. „Putin ist unser Präsident und ein Angriff auf ihn ist ein Angriff auf unser Land“, schrieb der Präsident des russischen Unterhauses, Wjatscheslaw Wolodin, im Onlinedienst Telegram. Der einflussreiche Putin-Vertraute fügte mit Blick auf die Biden-Äußerungen hinzu: „Das ist Hysterie aufgrund von Machtlosigkeit.“

+++ 13.20 Uhr: US-Präsident Joe Biden hält den russischen Staatschef Wladimir Putin für einen „Mörder“. In einem am Mittwoch ausgestrahlten Interview mit dem Sender „ABC News“ sagte Biden auch, Putin werde dafür „bezahlen“, dass er seine Präsidentschaftskandidatur 2020 zu untergraben versucht habe. Biden war in dem Interview gefragt worden, ob er der Ansicht sei, dass Putin „ein Mörder ist“ – der neue US-Präsident antwortete: „Das tue ich.“

Joe Biden im Jahr 2016 bei einer Rede in Philadelphia, Pennsylvania. (Archivfoto)

Putin mischte sich ein, um Biden zu verunglimpfen – zugunsten von Trump

Erstmeldung vom 17.03.2021, 10.15 Uhr: Washington DC - Russland soll versucht haben, die US-Wahl 2020 zugunsten von Donald Trump zu beeinflussen, indem es „irreführende oder unbegründete Anschuldigungen“ hauptsächlich gegen Joe Biden verbreitete. Dies wurde in einem am Dienstag (16.03.2021) veröffentlichten Bericht aus dem Büro von Geheimdienstkoordinatorin Avril Haines mitgeteilt. Präsident Wladimir Putin und seine Regierung hätten die Maßnahmen „genehmigt und durchgeführt“. 

In dem Bericht hieß es weiter, Russland habe sich bei der US-Wahl 2020 auf Desinformation konzentriert, sich aber im Gegensatz zur Wahl 2016 nicht darum bemüht, die Wahlinfrastruktur in den USA direkt zu untergraben. Kein Land habe die US-Wahl erfolgreich beeinflusst, erklärten das Justiz- und das Heimatschutzministerium unter Berufung auf die Geheimdienste. Es wurde demnach zum Beispiel keine Abstimmung verhindert, es wurden keine Wahlmaschinen gehackt und auch keine Ergebnisse manipuliert. Russland habe einen Wahlsieg Joe Bidens als „nachteilig für russische Interessen“ betrachtet. China hingegen habe nicht versucht, die Wahl in den USA zu manipulieren, so die Berichte.

US-Wahl 2020: Ziel der Kampagne war es, Joe Biden zu verunglimpfen

Eine der wichtigsten Strategien Moskaus hingegen sei es gewesen, dem späteren Präsidenten Joe Biden und seiner Familie im Zusammenhang mit der Ukraine Korruption vorzuwerfen. Russland habe sich bei seiner Kampagne auf seinen Geheimdienst, staatliche Medien, Internet-Trolls und Verbündete in der Ukraine gestützt, hieß es.

Donald Trump und Wladimir Putin (2018): Maßnahmen „genehmigt und durchgeführt“. 

In einer Erklärung sagte der Vorsitzende des Geheimdienstes des Demokratischen Hauses, Adam Schiff: „Personen, die dem ehemaligen Präsidenten nahe standen, wurden von Agenten des russischen Geheimdienstes angesprochen, darunter Andriy Derkach und Konstantin Kilimnik, die dann Fehlinformationen in unser politisches System streuten, um Joe Biden zu verunglimpfen und seine Kandidatur zu beschädigen.“

Donald Trump

Aktuelles rund um den ehemaligen Präsidenten der USA finden Sie in den Trump-News.

Die von Moskau verbreiteten Theorien zur angeblichen Korruption Bidens waren unter anderem von Trumps persönlichem Anwalt, Rudy Giuliani, vertreten worden. Auch konservative Medien wie Fox News griffen diese immer wieder auf. Donald Trump hatte Joe Biden und dessen Sohn Hunter mehrfach vorgeworfen, sich mit „krummen Geschäften“ bereichert zu haben.

Donald Trump: Druck auf die Ukraine

Hunter Biden hatte fünf Jahre lang bis 2019 einen Posten im Aufsichtsrat des ukrainischen Gaskonzerns Burisma inne. Sein Vater war bis Ende 2016 als Vizepräsident der USA federführend für die US-Politik gegenüber der Ukraine zuständig gewesen. Donald Trump wiederum soll die Ukraine im Jahr 2019 mit dem Ziel unter Druck gesetzt haben, Korruptionsermittlungen gegen Joe Biden zu erwirken. Donald Trump habe auf diese Art seinem politischen Rivalen schaden wollen. Trumps Vorgehen gegenüber der Ukraine führte zur Einleitung des ersten Amtsenthebungsverfahrens gegen den damaligen Präsidenten wegen Machtmissbrauchs. Das von Demokraten kontrollierte Repräsentantenhaus klagte Trump an, er wurde aber vom Senat mit der Mehrheit der Republikaner freigesprochen.

Bei der US-Wahl im Jahr 2016 hatte Russland zugunsten des Kandidaten Donald Trump interveniert, um die seine damalige Widersacherin, die Demokratin Hillary Clinton, auszubremsen. Ein Sonderermittler untersuchte später mögliche illegale Absprachen zwischen Russland und Trumps Team. Dafür gab es keine ausreichenden Hinweise, Ermittler Robert Mueller schloss aber eine Behinderung der Ermittlungen der Justiz durch Trump nicht aus. Donald Trump selbst hatte die Russland-Ermittlungen stets als „Hexenjagd“ bezeichnet. (Stefan Krieger mit dpa)

Rubriklistenbild: © Jim Waston/Alexander Nemenox/AFP

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