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US-Präsident

Joe Biden hat Ärger mit der Presse im Weißen Haus

  • Stefan Krieger
    vonStefan Krieger
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Neue Besen kehren gut. Das gilt auch für das Verhältnis von Regierung zu den Medien unter dem US-Präsidenten Joe Biden in den USA. 

  • Unter Joe Biden soll in den USA auch das Verhältnis der Regierung zu den Medien wieder besser werden.
  • Im Gegensatz zu Vorgänger Donald Trump hält der neue Präsident auch wieder regelmäßig Briefings ab.
  • Trump-News: Alle Informationen zum zweiten Amtsenthebungsverfahren gegen den Ex-Präsidenten auf unserer Themenseite.

Washington D.C. – Pressekonferenzen im Weißen Haus waren zu Zeiten des ehemaligen Präsidenten Donald Trump fast schon legendär. Gerne nutzte Trump diese Veranstaltungen, um in seine gefürchteten Monologe auszubrechen. Kritischen Fragen wich er aus, von ihm ungeliebte Berichterstatter wurden ignoriert.

„So sprechen Sie nicht mit mir“, maßregelte Donald Trump einst einen Reporter, nachdem dieser wiederholt unangenehme Zwischenfragen gestellt hatte. „Sie sind nur ein Leichtgewicht. Ich bin der Präsident der Vereinigten Staaten von Amerika. Sprechen Sie niemals mit dem Präsidenten in dieser Art und Weise.“ Weitere Fragen wurden ignoriert, der Präsident verließ auch des Öfteren einmal eine sogenannte „Pressekonferenz“, ganz ohne in den Dialog mit den Vertreter:innen der Presse zu gehen. Unter dem neuen Präsidenten Joe Biden, so war man sich in Washington einig, können es nur besser werden.

Das Team von Joe Biden führt die Briefings im Weißen Haus wieder ein

Seitdem Joe Biden als neuer Präsident vor zwei Wochen sein Amt angetreten hat, wurde in Washington zumindest versucht, wieder so etwas wie ein normales Verhältnis zwischen den Medien und dem Presseteam des Weißen Hauses herzustellen. Während ihrer ersten Pressekonferenz versprach Jen Psaki, die neue  Pressesprecherin des Weißen Hauses, die regelmäßige Briefings mit den Medienvertreter:innen wieder einzuführen.

Diese Gesprächsrunden waren unter Donald Trump abgesagt worden. Psaki betonte mehrfach, dass sie „die Rolle einer freien und unabhängigen Presse zutiefst respektiere“. Man habe „ein gemeinsames Ziel“, nämlich „genaue Informationen mit dem amerikanischen Volk zu teilen.“

Joe Biden hat derzeit ein Problem mit den Medien im Weißen Haus. (Archivfoto)

Joe Biden: Sein Presseteam möchte vorab über Fragen informiert werden

Nun aber scheint das gute Verhältnis zwischen Presse und dem Medienteam von Joe Biden leicht getrübt zu sein. Wie das US-Portal „Daily Beast“ berichtet, sind in der Vergangenheit Mitarbeiter von Jen Paski an Pressevertreter mit der Bitte herangetreten, geplante kritische Fragen und Themen während der Briefings doch vorab dem Pressestab mitzuteilen. Laut mehreren Quellen hat das Presseteam des neuen Präsidenten bereits gelegentlich Reporter vorab kontaktiert, um zu erfahren, welche Fragen sie Jen Psaki stellen möchten, wenn sie während des Briefings an die Reihe kämen.

Bidens Presseteam bestritt nicht, dass Mitarbeiter geplante Fragen von Reportern vorab in Erfahrung bringen wollten. Das Weiße Haus machte jedoch geltend, es habe nur versucht, ein besseres Verhältnis als die Regierung Trump zu den Medienvertretern herzustellen. Man wolle nur erreichen, dass auch alle Fragen während der Pressekonferenzen umfänglich beantwortet werden können.

Presse und Regierung: Joe Biden will das Verhältnis wieder verbessern

„Unser Ziel ist es, das tägliche Briefing sowohl für Reporter als auch für die Öffentlichkeit so nützlich und informativ wie möglich zu gestalten“, sagte ein Sprecher des Weißen Hauses unter Joe Biden. „Um dieses Ziel zu erreichen, müssen wir uns regelmäßig mit den Reportern in Verbindung setzen, um sicherzustellen, dass sie die benötigten Informationen erhalten. Dieses wechselseitige Gespräch ist ein wichtiger Bestandteil, um das amerikanische Volk darüber auf dem Laufenden zu halten, was die Regierung plant.“

Unter früheren Regierungen trafen sich viele Reporter des Weißen Hauses am Morgen informell, um sich mit den Pressesprechern zu unterhalten. Während dieser Treffen konnten sich die Kommunikationsmitarbeiter des Weißen Hauses ein Bild von den Themen machen, an denen Reporter an diesem Tag interessiert waren, und die Pressesprecher:innen bzw. der Präsident selbst gingen gut vorbereitet in die Briefings.

Joe Biden hat Ärger mit Pressevertreter:innen im Weißen Haus

Die Vereinigung der Pressevertreter:innen des Weißen Hauses riet unterdessen dazu, sich dagegen zu verwehren, darüber Auskunft zu erteilen, was in den Presserunden zur Sprache kommen soll. Man solle entsprechende Anfragen des Biden-Teams keinesfalls beantworten.

Jen Psaki, Sprecherin des Weißen Hauses, während einer Pressekonferenz im Weißen Haus.

„Während es eine Erleichterung ist, dass die Briefings wieder stattfinden, insbesondere mit der Verpflichtung zu sachlichen Informationen, kann die Presse ihre Arbeit während der Konferenzen nicht wirklich erledigen, wenn das Weiße Haus die Fragen auswählt oder vorab erfährt“, sagte ein Korrespondent des Weißen Hauses. „Das wäre überhaupt keine freie Pressearbeit.“

Jen Psaki: Echte Fragen, echte Antworten von der Pressesprecherin Joe Bidens

Eric Schultz, ehemaliger stellvertretender Pressesprecher im Weißen Haus unter Barack Obama, hingegen sagte, dass das neue Kommunikationsteam nur zurück zur Normalität des Briefing-Prozesses gefunden habe. In den meisten Präsidenten vor Donald Trump war es Standard, herauszufinden, worauf sich Reporter konzentrieren. Auch um die Anzahl der Fragen zu verringern, die bei den Briefings unbeantwortet bleiben. „Das ist Lehrbuchkommunikationsarbeit“, sagte Schultz.

Trotz der Besorgnis einiger Reporter über das Vorgehen des Biden-Teams hinter den Kulissen wurde Jen Psakis Amtszeit bisher von vielen Medien positiv bewertet. Die „Washington Post“ schrieb, die Amerikaner:innen könne sich wieder auf „echte“ Fragen und Antworten im Weißen Haus einstellen.  Dafür würde es sich sogar wieder lohnen, den Fernseher einzuschalten.

Rubriklistenbild: © Saul Loeb/AFP

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