Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

USA und Großbritannien

Joe Biden misstraut Boris Johnson: „Körperlicher und emotionaler Klon“ von Donald Trump

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
    schließen

Die Regierung von US-Präsident Joe Biden tut sich schwer, Großbritanniens Boris Johnson zu vertrauen. Biden sieht einige Ähnlichkeiten zu Vorgänger Donald Trump.

  • In den USA ist nicht mehr Donald Trump, sondern Joe Biden als Präsident am Ruder.
  • Joe Biden soll Boris Johnson wegen seiner Verbindung zu Donald Trump offenbar misstrauen.
  • Die Ähnlichkeiten zwischen dem Premierminister von Großbritannien und dem ehemaligen US-Präsidenten seien gravierend.

Washington D.C. – Mit Donald Trump war im Januar 2017 auch eine Büste von Winston Churchill ins Weiße Haus eingezogen. Der Aufschrei in der britischen Boulevard-Presse war groß, als Joe Biden den „Helden“ von Boris Johnson wieder aus dem Oval Office entfernte. Der britische Premierminister hielt sich mit Kritik allerdings zurück. Dem US-Präsidenten sei es selbst überlassen, wie er seinen Amtssitz dekoriert, hieß es in einer Stellungnahme aus London.

Neue US-Regierung traut Boris Johnson nicht: Joe Biden sieht Ähnlichkeit zu Donald Trump

Unter Barack Obama, der die Büste während seiner Amtszeit ebenfalls entfernen ließ, sah das vor etwa fünf Jahren noch ganz anders aus. In einer Zeitungskolumne hatte Boris Johnson von einer „Abfuhr“ seitens der USA durch den „Teil-Kenianer“ gesprochen, der aufgrund seiner Vorfahren eine Abneigung gegen das britische Reich verspüre. Die in diesem Jahr ausbleibende Empörung zeigt, wie sehr Johnson darauf bedacht ist, die transatlantischen Beziehungen zu stärken. Ein beidseitiger Wunsch, den die Regierungschefs in einem Anruf kurz nach der Vereidigung des neuen US-Präsidenten bekräftigten.

Joe Biden soll Boris Johnson (l.) tief misstrauen. Er hatte ihn als „körperlichen und emotionalen Klon“ von Donald Trump (r.) bezeichnet.

Die rassistisch anmutende Kolumne scheinen Joe Biden, der unter Obama acht Jahre lang Vizepräsident war, und sein Team allerdings nicht vergessen zu haben. Im Weißen Haus soll ein tiefes Misstrauen gegenüber Johnson herrschen – aufgrund dessen Ähnlichkeit und Verbindung zu Trump.

Wegen Verbindung zu Donald Trump – Joe Biden misstraut Boris Johnson

Boris hat eine Menge Zeug gesagt“, erklärt Ashish Prashar von der Joe Biden/Kamala Harris-Kampagne dem „Business Insider“. „Er hat sich Leuten wie Steve Bannon angeschlossen. Auch mit seinen Äußerungen über die Herkunft von Barack Obama ging er an die Öffentlichkeit.“ Bidens Wandel zu einem progressiveren Politiker habe ebenfalls dazu beigetragen, dass sich der US-Präsident und Premierminister voneinander unterscheiden. „Dieser Ausdruck, dass man im Alter konservativer wird: Bei Biden war es andersherum“, behauptet Prashar.

Nach der britischen Unterhauswahl 2019 soll Biden Johnson als „körperlichen und emotionalen Klon“ von Trump bezeichnet haben, berichtet unter anderem die „Financial Times“. Dieses Image abzuschütteln stellt für den Premierminister von Großbritannien eine anspruchsvolle Aufgabe dar. 2018 sagte Johnson, er würde „Trump immer mehr bewundern“. „Stellt euch vor, Trump würde den Brexit machen. Er würde verdammt hart rangehen. [...] Es wäre Chaos. Jeder würde denken, er wäre verrückt geworden. Aber man könnte tatsächlich etwas erreichen. Es ist ein sehr, sehr guter Gedanke.“ Biden und sein Kabinett sehen den Brexit an sich äußerst kritisch. Der neue US-Außenminister Anthony Blinken verglich Großbritanniens Austritt aus der EU mit „einem Hund, der einem Auto hinterherrennt, es einholt und dann im Rückwärtsgang überfahren wird“.

Joe Biden gegen Brexit und mit Misstrauen gegen „Trump-Klon“ Boris Johnson

Trotz der ersichtlichen Unterschiede streben Großbritannien und die USA möglichst enge Beziehungen an. Nach der Trump-Ära sei dies äußerst wichtig. Zudem bringe Biden genügend Erfahrung mit, um den Ruf seines Landes auf internationaler Ebene wiederherzustellen, glauben Vorsitzende der Demokratischen Partei. Im Juni steht das Treffen der G7-Nationen im englischen Cornwall an. Im November folgt die Klimakonferenz im schottischen Glasgow. Dann werde Johnson beweisen wollen, wie ernst es er und seine Regierung mit Klimaschutz meinen – ein Thema, das auch ganz oben auf der Agenda von Biden stehen soll.

Doch ob politische Gemeinsamkeiten auch für ein persönlich enges Verhältnis zwischen Johnson und Biden sorgen, ist eine andere Frage. „Ich glaube, dass die Beziehung zwischen dem Vereinigten Königreich und den USA stark bleiben wird“, teilt Ashish Prashar dem „Business Insider“ mit. „Es gibt viele Gründe, aus denen wir untrennbar miteinander verbunden sind. Aber glaube ich, dass Boris von der neuen Regierung gemocht wird? Nein.“ (Lukas Rogalla)

Rubriklistenbild: © SAUL LOEB/AFP

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare