Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

US-Präsident

„Noch viel schlimmer als erwartet“: Joe Biden verurteilt Trumps Corona-Politik

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
    schließen

Joe Biden äußert sich in seinem ersten großen Interview als US-Präsident zur Corona-Pandemie und seine künftige Außenpolitik. Vor allem auf China und den Iran geht Biden ein.

Update vom Montag, 08.02.2021, 11.00 Uhr: Joe Biden hat sein erstes großes Interview als US-Präsident gegeben. Der Sender „CBS“ hatte das Gespräch, geführt von Norah O‘Donnell, vor dem Super Bowl ausgestrahlt. Ein Thema war vor allem die Corona-Pandemie – „ein nationaler Notfall“ – und die entsprechende Impfkampagne in den USA. Biden gab zu, dass es „sehr schwierig“ werden würde, mit dem bestehenden Impftempo eine Immunität zu erreichen. Man werde alle 32 Stadien der NFL-Teams als Impfzentren nutzen.

Die Politik von Donald Trump und seiner Regierung hinsichtlich der Pandemie sei „noch schlimmer“ gewesen als angenommen. Sein Vorgänger dürfe auch keinen Zugriff mehr auf vertrauliche Informationen der Geheimdienste haben. Es sei zudem an der Zeit, langsam wieder die Schulen zu öffnen. Die Gesundheitsbehörde CDC werde entsprechende Richtlinien veröffentlichen. Fast drei Millionen Frauen hätten im letzten Jahr aufgehört, zu arbeiten. Im Anschluss ging Joe Biden auf seine außenpolitischen Bestrebungen ein. Das Verhältnis mit China werde der US-Präsident anders angehen als Donald Trump. Bald werde Biden Xi Jinping anrufen, es gebe „keinen Grund“, es nicht zu tun.

Interview mit Joe Biden: Corona-Politik von Donald Trump „schlimmer als gedacht“

„Er ist sehr clever. Er ist sehr hartnäckig. Und ich meine das nicht als Kritik, es ist einfach die Wahrheit, er hat keinen demokratischen – kleines d – Knochen in seinem Körper“, sagte Joe Biden über Xi Jinping. „Ich habe ihm die ganze Zeit gesagt, dass wir keinen Konflikt haben müssen. Aber es wird extremen Wettbewerb geben. Und ich werde es nicht auf die Weise machen, die er kennt. Er sendet nämlich ebenfalls Signale. Ich werde es nicht auf die gleiche Weise wie Trump machen. Wir werden uns auf die gängigen internationalen Regeln fokussieren.“ Als ehemaliger US-Vizepräsident kenne Joe Biden Xi „sehr gut“.

Unmittelbar nach Joe Bidens Amtsantritt hatte China Sanktionen gegen Mitglieder der Trump-Regierung ausgesrochen. Das Weiße Haus sprach im Gegenzug von einem „unproduktiven und zynischen Schritt“. Der neue Außenminister Anthony Blinken kündigte an, amerikanische Interessen verteidigen und sich für demokratische Werte einsetzen zu werden. Beijing werde man für „Missbrauch des internationalen Systems“ zur Rechenschaft ziehen. Blinken hatte zudem behauptet, dass China Völkermord an der muslimischen Minderheit der Uiguren begehe, wie auch Ex-Außenminister Mike Pompeo zum Ende seiner Amtszeit offiziell bekanntgab.

Joe Biden im Interview bei CBS News.

Joe Biden kündigt „extremen Wettbewerb“ mit China an

Sanktionen gegen den Iran, die die Islamische Republik wirtschaftlich schwer belasten, wolle Joe Biden ebenfalls nicht aufheben. Der Iran müsse sich erst dazu bereiterklären, das Anreichern von Uran einzustellen. Und erst dann seien die USA bereit, wieder in das internationale Atomabkommen von 2015 einzusteigen. Im Iran selbst geht man davon aus, das Abkommen nie verlassen zu haben. Es liege nur an den USA, die „Verpflichtungen zu implementieren“, so Außenminister Mohammed Dschawad Sarif im Interview mit „CNN“ am Sonntag.

Auch auf seine Familie ging Joe Biden ein. Als er auf seinen Sohn Hunter Biden und seine bald erscheinenden Memoiren zu sprechen kam, wurde der US-Präsident im Interview emotional. „Ich wette, dass es keine Familie gibt, von der Sie wissen, die niemanden mit einem Drogen- oder Alkoholproblem hat“, sagte er gegenüber Norah O‘Donnell von „CBS“. „Als ich es gelesen habe, hat es mir Hoffnung gegeben, dass mein Junge zurück ist. Wissen Sie, was ich meine? Naja, tut mir Leid, dass ich persönlich werde.“

Vor dem Super Bowl: Erstes großes Interview mit Joe Biden

Erstmeldung vom Freitag, 5.2.2021: Washington D.C. – Zum 55. Super Bowl (Montag, 8.2.2021, 0.30 Uhr, MEZ) treten in diesem Jahr die Tampa Bay Buccaneers gegen die Kansas City Chiefs an. Das NFL-Finale, das vor einem Jahr fast 100 Millionen Zuschauer:innen in den USA erreicht hat, ist auch abseits des Sports ein großes Spektakel. US-Präsident Joe Biden will die Reichweite des Events nutzen und sich per Interview an das Volk wenden. 

Super Bowl: Interview mit US-Präsident Joe Biden vor dem NFL-Finale

Das Interview mit Joe Biden führt die CBS-Nachrichtensprecherin Norah O‘Donnell. Für NBC war sie acht Jahre lang Korrespondentin im Weißen Haus, wo das Interview im Vorfeld aufgezeichnet wird. Auszüge des Gesprächs sollen bereits am Freitag gezeigt werden. Das komplette Interview wird am Sonntag, um 22 Uhr (MEZ), zweieinhalb Stunden vor Kickoff ausgestrahlt. 

Joe Biden im Interview bei CBS News.

Zu Beginn seiner Amtszeit muss sich Joe Biden vor allem mit der Corona-Pandemie und ihren Folgen für die US-Wirtschaft auseinandersetzen. Damit seine Maßnahmen zur Bekämpfung des Virus ihre Wirkung auch nicht verfehlen, wird der US-Präsident die Bevölkerung aller Voraussicht nach dazu aufrufen, stets einen Mund-Nasen-Schutz zu tragen und sich, sofern möglich, impfen zu lassen. Das Weiße Haus soll mit der NFL und Sponsoren des Super Bowl in Kontakt stehen, um entsprechende Botschaften in das Event zu integrieren. Joe Biden und die First Lady Jill Biden haben bereits ein Video aufgezeichnet, in dem sie allen Mitarbeiter:innen im Gesundheitswesen für ihren Einsatz danken, berichtet „CNN“. Rund 25.000 Zuschauer:innen dürfen den Superbowl live im Stadion verfolgen, davon ist etwa ein Drittel geimpftes Gesundheitspersonal.

NameJoseph R. Biden Jr.
Geburtstag20. November 1942 (78 Jahre)
GeburtsortScranton, Pennsylvania, USA
AmtPräsident der Vereinigten Staaten von Amerika
ParteiDemokratische Partei

Joe Biden im Interview mit CBS: Corona-Pandemie als Thema vor dem Super Bowl

Der Auftritt von Joe Biden wird nicht der erste eines US-Präsidenten im Rahmen des Super Bowl sein. Die Sendezeit vor dem Finale der NFL nutzen Amtsinhaber gerne, um sich als volksnahe Durchschnittsbürger zu präsentieren. Das erste Interview im Vorfeld des Super Bowl hatte der Republikaner George W. Bush im Jahr 2004 gegeben, damals ebenfalls bei CBS. Sein Nachfolger, der Demokrat Barack Obama, machte daraus schließlich eine Tradition. Der TV-Sender, der den Super Bowl überträgt, sichert sich quasi auch die Rechte für ein Interview mit dem Präsidenten.

Donald Trump hatte Fox News 2017 und 2020 zwei Interviews gegeben. In seinem letzten, mit Sean Hannity, griff er das US-Repräsentantenhaus im Zuge des „unfairen“ ersten Impeachment-Verfahrens sowie seinen damaligen Herausforderer Bernie Sanders an. Auf ein Interview mit dem liberalen Sender NBC, den er regelmäßig als "Fake News" bezeichnet, verzichtete Trump allerdings.

Joe Biden im Interview: Nicht der erste US-Präsident mit Auftritt vor dem Super Bowl

Joe Biden selbst ist Fan der Philadelphia Eagles. Ob er am Sonntag den Tampa Bay Buccaneers oder den Kansas City Chiefs die Daumen drücken wird, ist unklar. In erster Linie dürfte es im Interview um die politischen Ziele des Demokraten gehen, darunter das angestrebte Corona-Hilfspaket für die Bevölkerung in Höhe von 1,9 Billionen Dollar. (Lukas Rogalla)

Rubriklistenbild: © Screenshot CBS News

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare