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Ermittlungen gegen Joe Bidens Sohn Hunter nehmen Fahrt auf

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Von: Tim Vincent Dicke

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Hunter Biden bei einem TV-Interview im vergangenen Jahr.
Steckt in Schwierigkeiten: Hunter Biden, der zweite Sohn von US-Präsident Joe Biden. (Archivbild) © CBS Sunday Morning/imago

Die Staatsanwaltschaft ermittelt in den USA gegen Hunter Biden. Donald Trump und die Republikaner nutzen die Causa für ihre eigenen Zwecke.

Washington D.C. – Der zweite Sohn von Präsident Joe Biden gerät in den USA unter Druck. Eine Untersuchung des Justizministeriums zu Hunter Bidens geschäftlichen Aktivitäten kommt immer mehr in Fahrt. Kann der Fall auch für seinen Vater gefährlich werden?

Wie der Nachrichtensender CNN unter Berufung auf vertraute Quellen berichtet, sagten in den letzten Monaten eine Reihe von Zeuginnen und Zeugen gegenüber den Bundesbehörden aus. Und in den kommenden Wochen sollen weitere Personen im Zuge der Ermittlungen gegen Hunter Biden aussagen.

Ermittlungen gegen Sohn von Joe Biden gefundenes Fressen für Republikaner

Bereits 2018 begannen die Untersuchungen gegen den Sohn von Joe Biden, die von der Staatsanwaltschaft in Wilmington im Bundesstaat Delaware geleitet werden. Die Ermittlungsteams haben untersucht, ob Hunter Biden und einige seiner Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gegen Geldwäsche-, Steuer- und ausländische Lobbygesetze sowie gegen Schusswaffen- und andere Vorschriften verstoßen haben, sagten mehrere Quellen gegenüber CNN.

Vorwürfe gegen Hunter Biden gibt es bereits seit Jahren, rechte Kreise nutzen die Causa für die eigenen politischen Zwecke. 2019 setzte der damalige US-Präsident Donald Trump die Ukraine unter Druck und forderte die Behörden des osteuropäischen Landes auf, die Familie Biden genauer unter die Lupe zu nehmen. Hunter Biden saß im Aufsichtsrat des ukrainischen Energiekonzerns Burisma Holdings, der als intransparent gilt und gegen den es auch schon Korruptionsermittlungen gegeben hat.

Donald Trump fordert Informationen über Familie von Joe Biden

Erst kürzlich legte Donald Trump gegen Hunter Biden nach – er forderte von Russlands Präsident Wladimir Putin, Informationen zu angeblichen Zahlungen an die Familie seines Nachfolgers an die Öffentlichkeit zu bringen. Derweil führt der russische Staatschef in der Ukraine einen verlustreichen Angriffskrieg.

Beim rechtskonservativen Sender Real America‘s Voice behauptete Donald Trump am Dienstagabend (29.03.2022, Ortszeit), Joe Biden und dessen Sohn Hunter hätten „beide“ von der Frau des Bürgermeisters von Moskau 3,5 Millionen US-Dollar erhalten. Das sei „viel Geld“ und die Frage stelle sich, wofür es bezahlt worden sei. „Also ich würde davon ausgehen, dass Putin die Antwort weiß. Ich denke, er sollte es veröffentlichen. Ich finde, wir sollten die Antwort kennen“, sagte Trump.

Neben dem Fokus auf die Geschäftsbeziehung mit dem ukrainischen Unternehmen Burisma und mutmaßlichen Steuervergehen untersucht die Staatsanwaltschaft auch einen Vorfall, bei dem eine Schusswaffe eine Rolle spielt. Wie eine mit den Ermittlungen vertraute Person gegenüber CNN sagte, befassen sich die Behörden mit einem Ereignis aus dem Jahr 2018, bei dem eine Pistole, die Hunter Biden gehörte, von seiner damaligen Freundin in einen Müllcontainer in Wilmington geworfen wurde.

Hunter Biden litt an Crack-Sucht

Im vergangenen Jahr gab der Sohn von Joe Biden zu, dass er süchtig nach Crack gewesen sei. Die Droge könne selbst das beste und privilegierteste Leben kaputtmachen, schrieb Hunter Biden in seinem Buch „Beautiful Things“. Er habe auf den Straßen Washingtons nach der Droge gesucht, tagelang nicht geschlafen und selbst Crack gekocht. „Es ist egal, wie viel Geld du hast, in welchen Kreisen du verkehrst und aus welcher Familie du kommst: Am Ende sind wir alle allein“, so der Präsidentensohn. In den USA ist der Kauf von Schusswaffen durch Personen, die illegale Drogen zu sich nehmen oder drogenabhängig sind, verboten. Laut CNN ist es aber unklar, ob der Vorfall mit der Schusswaffe weiterhin ein aktiver Teil der Ermittlungen ist.

Tatsache ist, dass Hunter Biden bisweilen noch wegen keiner Straftat angeklagt wurde. Er hat jegliches Fehlverhalten bestritten. Gegen Joe Biden gibt es nach CNN-Informationen keine Untersuchungen. (tvd)

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