Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Asylsuchende Minderjährige

Grenze zu Mexiko: Joe Biden gerät immer mehr unter Druck – „Intransparenter als Donald Trump“

  • VonMirko Schmid
    schließen

Jeden Tag landen mehr als 500 Minderjährige unbegleitet in Auffanglagern an der Grenze zwischen den USA und Mexiko. Präsident Joe Biden sieht sich nun Vorwürfen ausgesetzt.

Washington D.C. - Der enorme Andrang unbegleiteter minderjähriger Asylsuchender an der Grenze zwischen Mexiko und den USA wird langsam zu einem ernsthaften Problem für die Regierung von Joe Biden. Medial droht die Situation im Süden bereits jetzt, Bidens Anstrengung und Erfolge in der Bekämpfung der Corona-Pandemie zu überlagern. Täglich nehmen die US-Grenzbehörden 500 bis 800 Kinder und Jugendliche in ihre Obhut, alleine im März überquerten mehr als 16.000 Minderjährige die Grenze.

Joe Biden versucht indes, den Eindruck zu vermitteln, dass der stetig weiter wachsende Zustrom keine Folge der eigenen, im Gegensatz zu Amtsvorgänger Donald Trump deutlich moderateren, Grenzpolitik ist. „Das ist nichts Neues“, bekräftigte der US-Präsident auf Nachfrage im Rahmen einer Pressekonferenz, „das passiert jedes Jahr.“ Mit dieser Aussage bringt er seinen eigenen Minister für nationale Sicherheit, Alejandro Mayorkas, in die Bredoullie. Der nämlich gab unlängst zu Protokoll, dass für dieses Jahr mehr Einwanderungswillige an der südlichen Grenze zu erwarten seien, als jemals in den vergangenen zwanzig Jahren.

Joe Biden will Eindruck offener Grenzen zu Mexiko vermeiden

Dabei bezog sich Mayorkas, selbst als Kind mit seinen Eltern aus Kuba in die USA geflüchtet, allerdings auf alle zu erwartenden Asylsuchenden. Während Jen Psaki, Pressesprecherin des Weißen Hauses, betont, dass die Grenze für Erwachsene geschlossen sei und bleibe, hat die Regierung von Joe Biden angekündigt, Kinder und Jugendliche nicht pauschal nach Mexiko, das für viele von ihnen nur eine Übergangsstation beispielsweise aus Honduras oder Guatemala darstellt, zurückschicken zu wollen. Nun hat sich Psaki im Programm von Fox News den Fragen des als gemäßigt konservativ geltenden Journalisten Chris Wallace gestellt.

Geflohene aus Guatemala und Honduras an der Grenze zwischen Mexiko und den USA: Der Grenzübergang ist dicht.

Auf Wallaces Nachfrage, wer sich den nun irre - Joe Biden oder sein Minister - betont Psaki zunächst, dass die Zahl der Einwanderungswilligen ohne gültige Berechtigung aus und über Mexiko in den letzten drei Monaten der Regierung von Republikaner Donald Trump um 31 Prozent gestiegen sei, während der Anstieg unter Joe Biden in den ersten drei Monaten nur 29 Prozent betragen habe. Das Kalkül ist klar: Der Eindruck, dass die Grenzen unter Demokrat Biden offenstünden, soll dringend vermieden werden, um nicht noch mehr Asylsuchende zu einer Reise an die Grenze zu animieren.

Im Gegensatz zu Donald Trump will Joe Biden keine Minderjährigen nach Mexiko zurückschicken

Der Fokus der Biden-Administration, erklärt Psaki, liege auf der Suche nach Lösungen. Diverse Aufnahmeeinrichtungen für Minderjährige seien in den letzten Monaten eröffnet oder wiedereröffnet worden, um die Kinder und Jugendlichen aufnehmen zu können, wofür inzwischen knapp 7.000 Betten zur Verfügung stünden. Vorrangig sei die schnelle Verlegung der Kinder von der engen Erstaufnahme an der Grenze in kindgerechte Sammelunterkünfte im Land. Chris Wallace lässt nicht locker und bringt die Zahl von derzeit 18.000 unbetreuten Kindern und Jugendlichen in US-Betreuung zur Sprache, dies sei ein neuer Rekord.

Unsere Themenseiten

Alle Neuigkeiten und Hintergrundinformationen zum aktuellen US-Präsidenten finden Sie in den Biden-News.

Alle Nachrichten rund um den 45. Präsidenten der USA und seine Familie finden Sie in den Trump-News.

An dieser Stelle betont Jen Psaki, dass Joe Biden dezidiert eine sich von seinem Vorgänger Donald Trump unterscheidende Einwanderungspolitik verfolgen möchte. Kinder, so Psaki, würden nicht „auf ihre tückische Reise“ zurückgeschickt, jeder einzelne Fall werde geprüft: „Sie fliehen vor anstrengenden ökonomischen Umständen, Hurricanes und in einigen Fällen vor Verfolgung.“ Die Aufnahme der Minderjährigen bedeute nicht in jedem Fall eine endgültige Aufnahme in die USA. Dennoch wolle die Regierung diese Kinder und Jugendlichen menschlich behandeln und sicherstellen, dass sie in sicheren Unterkünften untergebracht würden, bis über ihre Fälle im Einzelnen entschieden sei.

Grenze zu Mexiko: Fox News kritisiert „Intransparenz“ der Regierung von Joe Biden

Wallace kritisiert eine fehlende Transparenz seitens Joe Biden gegenüber der US-Bevölkerung in der Mexiko-Frage. Reportern würde nur unzureichend Einblick in die Zustände der Erstaufnahmelager an der Grenze zu Mexiko gewährt. Joe Biden hatte zuvor versprochen, dass Medienschaffende vor Ort wieder Zutritt erhalten würden, sobald die laufenden Umbauarbeiten und Erweiterungsmaßnahmen abgeschlossen seien. Wie lange das dauern würde, wisse er allerdings nicht. Einige US-Abgeordnete, unter ihnen der demokratische Repräsentant Henry Cuellar (Texas), hatten in letzter Zeit Bilder aus den Auffanglagern veröffentlicht, die miserable Lebensumstände der Kinder dokumentieren.

JahrZahl minderjähriger Flüchtlinge aus MexikoPräsident
201018.622Obama
201116.067Obama
201224.481Obama
201338.833Obama
201468.631Obama
201540.035Obama
201659.757Obama
201741.546Trump
201850.145Trump
201976.136Trump

Jen Psaki betont, dass Joe Biden, Alejandro Mayorkas und auch sie selbst voll hinter dem Anliegen stünden, schnellstmöglich Einblicke in die grenznahen Erstaufnahmeeinrichtungen gewähren zu wollen, zunächst sollten allerdings die von der Regierung um Donald Trump übernommenen und zum Teil unwürdigen Zustände ausgebessert werden. Wallace zeigt dafür kein Verständnis und wirft der Biden-Regierung vor, damit „intransparenter als die Trump-Adminsitration“ zu handeln.

Joe Biden will Minderjährige aus Mexiko schnellstmöglich in die USA bringen

Jen Psaki hebt daraufhin wiederholt den Unterschied zwischen Donald Trump, der Kinder und Jugendliche an der Grenze abgewiesen und nach Mexiko zurückgeschickt hatte, und Joe Biden hervor, unter dessen Regierung keine Minderjährigen zurückgedrängt würden. Außerdem würden unter Biden im Gegensatz zu der Regierung unter Trump keine Kinder „aus den Armen ihrer Eltern entrissen“. Das Augenmerk der Regierung liege darauf, die Minderjährigen möglichst schnell aus den Auffanglagern in Sammelunterkünfte in den USA zu verlegen: „Wir sind uns darüber im Klaren, dass die Grenzeinrichtungen kein Ort für Kinder sind.“ (Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © ED JONES/afp

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare